EWLGO3D – Lernjournal zum Thema Social Media

14. Juni 2023

Kapitel 3: Soziale Aspekte

Filed under: Allgemein — Natascha @ 20:20

Gefahren der sozialen Medien

Welche Gefahren gibt es, wie können diese identifiziert werden und welche Gegenmaßnahmen gibt es?

Verlust der Privatsphäre: Nutzer:innen wissen oft nicht, wie viele Menschen ihre Profile lesen. Das Gefühl von Intimität unter digitalen Freund:innen führt zu unangemessenen oder schädlichen Enthüllungen. Dritte können automatisch Berichte über Internetnutzer erstellen und mithilfe von Bild- und Gesichtserkennung wichtige Informationen über die Nutzer sammeln. Diese erstellten Dossiers könnten auch für zukünftige Arbeitgeber:innen interessant sein.

Sammlung von Sekundärdaten: Provider und Dienstanbieter erfassen umfassend die Aktivitäten der Internetnutzer in sozialen Netzwerken und nutzen diese Daten für den Verkauf an Adresshändler, während Facebook die Daten direkt selbst vermarktet.

Gesichtserkennung: Moderne Gesichtserkennungsprogramme ermöglichen eine umfangreiche Suche im Internet nach bestimmten Personenfotos, um digitale Dossiers zu erweitern und anonyme Profile durch die Zuordnung von Fotos konkret einer Person zuzuordnen, was die Anonymität aufheben kann, wenn das gleiche Foto in nicht anonymen und anonymen Online-Plattformen verwendet wird.

Imageschaden durch Identitätsdiebstahl: Durch Identitätsdiebstahl können unter fremdem Namen Profile erstellt werden, wodurch Personen des öffentlichen Lebens durch image-schädigende Äußerungen negativ beeinflusst werden können.

Stalking: Die Opfer von Cyber-Stalkern steigen. Sie werden mit einer Vielzahl an E-Mails, Kommentaren und Nachrichten bedrängt.

Cybermobbing: Opfer werden aus geschlossenen Gruppen ausgeschlossen oder sie werden durch Profil-Kidnapping oder Identitätsdiebstahl gemobbt.

Shitstorm: Viele negative Kommentare innerhalb von kurzer Zeit soll den Ruf/Image einer Person angreifen.

Fake News: Falschmeldungen

 

Weitere Gefahrenquellen könnt ihr im Online-Kurs nachlesen.

 

 

Im Weiteren gehen ich näher auf Cybermobbing und Shitstorm ein.

 

Ursachen von Cybermobbing:

  • angestaute Aggressionen
  • Machtdemonstration
  • Verteidigung
  • Erhöhung des sozialen Status
  • Fehlen direkter Konsequenzen (aufgrund der Anonymität)

Folgen von Cybermobbing:

  • Psychologische Auswirkungen:
    • Depressionen
    • Angstzustände
    • Mangel an Selbstbewusstsein
    • aggressives Verhalten
    • Regelverstöße
    • Suizidgedanken- und versuche
  • Physische Auswirkungen:
    • Verschlechterung von akademischen Leistungen
    • Verschlechterung von sozialen Fertigkeiten
    • Verschlechterung im Umgang mit Respekt und Stress

Gegenmaßnahmen:

  • Rechtliche Schritte: Opfer können den Täter anzeigen, insbesondere wenn Gesetze gebrochen wurden (z. B. Gewaltdarstellung, Beleidigung, Verleumdung, Erpressung). Social Media Plattformen haben auch die Pflicht, auf Verstöße zu reagieren.
  • Technische Lösungen: Blockieren und Melden des Täters auf Social Media Plattformen, Nutzung von Altersregulierungen und kontrollierten Accounts.
  • Filterung von Beiträgen: Einsatz von Programmen, die bestimmte Schlüsselwörter filtern, die häufig im Zusammenhang mit Cybermobbing verwendet werden.
  • Sensibilisierung: Aufzeigen der Konsequenzen von Mobbingattacken, sowohl durch abschreckende Beispiele als auch durch Unterstützung von Opfern durch vertraute Personen.
  • Ruhig bleiben und Unterstützung suchen: Opfer sollten versuchen, ruhig zu bleiben und sich an vertraute Personen zu wenden. Außenstehende können auch versuchen, dem Opfer beizustehen, wenn sie einen Vorfall beobachten.

 

Ursachen von Shitstorm:

  • Enttäuschte Erwartungen von Kunden bezüglich Service oder Produkt
  • Unzureichendes Beschwerdemanagement seitens der Firma oder Organisation
  • Verletzung von Werten, insbesondere in sozialen Themen
  • Empörungswelle aufgrund von Fehlverhalten einer anderen Institution im gleichen Bereich
  • Angriffslust einer Gegenpartei, die gezielt Schaden anrichten möchte.

Folgen von Shitstorm:

  • Reputationsverlust (schwer messbar und oft von kurzer Dauer)
  • Überdenken von Produkten oder Dienstleistungen
  • Mögliche Änderungen oder Marktrückzug
  • Nicht immer negative Auswirkungen, manchmal positive Effekte wie gesteigerte Popularität oder Verbesserung der Social Media Strategie.

Gegenmaßnahmen:

Kommunikative Gegenmaßnahmen:

  • Attack the accuser: Identifizierung und Gegenangriff gegen den Angreifer
  • Denial: Verleugnen des Fehlverhaltens
  • Scapegoat: Schuldzuweisung an einen unbeteiligten Dritten
  • Excuse: Minderung der eigenen Verantwortung durch fehlende Kontrolle
  • Justification: Vermindern des erwarteten Schadens
  • Compensation: Angebot von Geld oder anderen Kompensationen
  • Apology: Übernahme der vollen Verantwortung und umfassende Entschuldigung
  • Reminder: Appell an gutes Verhalten in der Vergangenheit
  • Ingratiation: Versuch, sich bei den Angreifern einzuschmeicheln
  • Victimage: Darstellung als Opfer der Umstände

Rechtliche Gegenmaßnahmen:

  • Identifizierung des Täters
  • Unterlassungsanspruch, Beseitigungsanspruch und Schadensersatzanspruch (falls anwendbar)
  • Zivilklagen (mit Schwierigkeiten bei der Beweisführung) und strafrechtliche Anklagen
  • Einsatz von Rechtsmitteln zur Identitätsaufdeckung
  • Abwägung der Kosten und möglicher Imageverluste

Präventive Maßnahmen:

  • Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit Social Media
  • Erstellung von Social-Media-Guidelines und klaren Verhaltensregeln
  • Offener und ehrlicher Umgang mit Kunden und Social Media Kontakten
  • Schnelle Reaktion auf Shitstorms
  • Bereinigung von Altlasten durch Löschungsansprüche gegen Plattformbetreiber.

 

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