{"id":37,"date":"2025-05-15T12:13:17","date_gmt":"2025-05-15T10:13:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/?p=37"},"modified":"2025-05-15T12:13:17","modified_gmt":"2025-05-15T10:13:17","slug":"nicht-ohne-uns-ueber-uns-umsetzung-der-un-behindertenrechtskonvention","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/2025\/05\/15\/nicht-ohne-uns-ueber-uns-umsetzung-der-un-behindertenrechtskonvention\/","title":{"rendered":"&#8222;Nicht ohne uns \u00fcber uns&#8220; &#8211; Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention"},"content":{"rendered":"<p>Die rechtlichen Grundlagen f\u00fcr Inklusion in der Schule, im Beruf und im Studium sind in der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) festgehalten. Das \u00dcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderungen legt ein uneingeschr\u00e4nktes Recht auf Teilhabe fest. Sonderwelten wie F\u00f6rderschulen und Werkst\u00e4tten f\u00fcr Menschen mit Behinderungen sind mit der UN-BRK nicht vereinbar (Arnade 2015: 18). Vor diesem Hintergrund bewerte ich den Stand der Umsetzung in Bremen als fortgeschritten. Auch die Erfahrungen der Eingeladenen keine Sonderschule besuchen zu m\u00fcssen, spiegeln dies wider. Dennoch ist die Umsetzung der UN-BRK nicht abgeschlossen, sowohl in Bremen, als auch in anderen Bundesl\u00e4ndern. Ein Beispiel daf\u00fcr ist, dass f\u00fcr Menschen mit Behinderung oft kein Schulabschluss vorgesehen ist. Dies belegen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes: 7,1 % der behinderten Menschen sind 2019 ohne allgemeinen Schulabschluss, unter den 25- bis 45-J\u00e4hrigen sogar 20,7 % (entgegen 4,1 % der nicht-behinderten Menschen) (Statistisches Bundesamt 2024).<\/p>\n<h2>&#8222;Nicht ohne uns \u00fcber uns\u201c<\/h2>\n<p>lautet der zentrale Grundsatz der Konvention. Arnade nennt als Beispiele f\u00fcr eine Beteiligung von Menschen mit Behinderung an der Umsetzung der BRK den &#8222;Inklusionsbeirat&#8220; und das Verfassen von Parallelberichten.<br \/>\nDie Beteiligung von Lernenden mit Behinderung bei der Umsetzung von Inklusion kann beispielsweise durch Sch\u00fcler:innenparlamente oder Arbeitsgruppen stattfinden. Sch\u00fcler:innen k\u00f6nnten sich gemeinsam mit Themen wie Barrierefreiheit auseinandersetzen und kooperativ voneinander lernen. Hier k\u00f6nnen neben physischen Barrieren auch strukturelle Barrieren besprochen werden, wie zum Beispiel die Trennung der Toiletten in Behinderten-WC, M\u00e4nner-WC und Frauen-WC, die auf mehreren Ebenen Menschengruppen diskriminiert (Menschen mit Behinderung und LGBTQ). So lernen auch nicht-behinderte Lernende etwas \u00fcber ihre zivilgesellschaftliche Beteiligung beim \u00dcberwachungsprozess (UN-BRK Art. 33, Abs. 3)<\/p>\n<h2>Sprachsensibilit\u00e4t<\/h2>\n<p>Ich m\u00f6chte an dieser Stelle die Verwendung des Begriffs &#8222;Eltern&#8220; differenziert betrachten und dazu aufrufen, sensibel und reflektiert mit unserer Sprache umzugehen. Nicht alle Kinder haben Eltern, nicht alle Kinder werden von ihren Eltern versorgt. Ich verwende daher immer Begriffe wie &#8222;Erziehungsberechtigte&#8220;, &#8222;Bezugspersonen&#8220; oder &#8222;Beratungstag&#8220; sowie &#8222;Beratungsgespr\u00e4ch&#8220; anstelle von &#8222;Elterngespr\u00e4ch&#8220;. Wenn man sich vorstellt, als Kind beide Eltern zu verlieren und dann von Lehrkr\u00e4ften zu einem Eltern-Kind-Gespr\u00e4ch eingeladen zu werden, kann man wahrscheinlich nachf\u00fchlen, wie unangebracht diese unreflektierte Wortwahl ist. Dementsprechend m\u00f6chte ich die letzte Frage folgenderma\u00dfen beantworten:<br \/>\nDer Zusammenarbeit von Sorgeberechtigten und Lehrkr\u00e4ften messe ich eine sehr hohe Bedeutung bei. Auch rechtlich haben sie in der Schule viel Einfluss, zum Beispiel das Wahlrecht oder Hospitationsrecht. Es gilt also, einen kommunikativen Umgang mit den Erziehungsberechtigten zu finden und im besten Fall p\u00e4dagogisch partnerschaftlich zu handeln (vgl. Karaka\u015fo\u011flu, Vogel 2024)<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\">Literatur:<\/span><br \/>\n<strong>Arnade, S.<\/strong> (2015). \u201eNichts \u00fcber uns ohne uns!\u201c \u2013 Die Zivilgesellschaft spricht mit. Staatliche Koordinierungsstelle und Parallelbericht. In T. Degener &amp; E. Diehl (Hrsg.), <em>Handbuch Behindertenrechtskonvention<\/em> (S.\u202f17\u201324). Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung. <span style=\"text-decoration: underline\">\u2028https:\/\/www.bpb.de\/system\/files\/dokument_pdf\/Handbuch_Behindertenrechtskonvention.pdf<\/span> (Letzter Zugriff am 15.05.2025)<\/p>\n<p><strong>Karaka\u015fo\u011flu, Y. &amp; Vogel, D.<\/strong> (2024). <em>Schule-Eltern-Kommunikation als Haltungsfrage.<\/em> Bremen: Universit\u00e4t Bremen, Fachbereich 12.<\/p>\n<p><strong>Statistisches Bundesamt.<\/strong> (2024). <em>Statistischer Bericht: Mikrozensus \u2013 Lebenslagen der behinderten Menschen 2021.<\/em> Wiesbaden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die rechtlichen Grundlagen f\u00fcr Inklusion in der Schule, im Beruf und im Studium sind in der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) festgehalten. Das \u00dcbereinkommen der Vereinten Nationen \u00fcber die Rechte von Menschen mit Behinderungen legt ein uneingeschr\u00e4nktes Recht auf Teilhabe fest. Sonderwelten wie F\u00f6rderschulen und Werkst\u00e4tten f\u00fcr Menschen mit Behinderungen sind mit der UN-BRK nicht vereinbar (Arnade 2015:&hellip; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/2025\/05\/15\/nicht-ohne-uns-ueber-uns-umsetzung-der-un-behindertenrechtskonvention\/\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8222;Nicht ohne uns \u00fcber uns&#8220; &#8211; Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":16407,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[5],"class_list":["post-37","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-rv06","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16407"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37\/revisions\/39"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehrkraftgedanken\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}