{"id":12,"date":"2018-04-10T22:22:33","date_gmt":"2018-04-10T20:22:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehramtunibremenblog\/?p=12"},"modified":"2018-04-11T15:28:09","modified_gmt":"2018-04-11T13:28:09","slug":"soziokulturelle-heterogenitaet-erziehungswissenschaftliche-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/lehramtunibremenblog\/2018\/04\/10\/soziokulturelle-heterogenitaet-erziehungswissenschaftliche-perspektiven\/","title":{"rendered":"Soziokulturelle Heterogenit\u00e4t-Erziehungswissenschaftliche Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Schild mit dieser Aufschrift h\u00e4ngt an meiner alten Schule \u00fcber dem Haupteingang. Ich selber bin an einer Schule gewesen, die eine sehr niedrige Anzahl von Sch\u00fclern mit Migrationshintergrund hat. Deshalb bin ich erst sehr sp\u00e4t, w\u00e4hrend meines Abiturs, mit einer multikulturellen Klassengemeinschaft in Kontakt gekommen. In meiner Schulzeit hatten wir zahlreiche Anti-Mobbing Projekte, die sehr pr\u00e4ventiv und theoretisch waren. Es wurde eine antirassistische P\u00e4dagogik betrieben. Wir lernten wie wir uns im Ernstfall zu verhalten h\u00e4tten und was wir machen sollten, wenn wir selber Opfer w\u00e4ren. An meiner Schule kam es jedoch meist eher zu einer Diskriminierung aufgrund sozialer Unterschiede, materieller Dinge oder dem Aussehen von jemanden, anstatt seiner Herkunft. Deshalb musste hier eher das Konzept der Diversity Education greifen. Zu dieser Zeit wurde ein Projekt namens \u201eGemeinsam sind wir stark\u201c ins Leben gerufen, um unsere Klassengemeinschaft zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Im Religionsunterricht, welcher bis zur 10. Klasse noch in den jeweiligen Konfessionen stattfand, wurde versucht uns andere Glaubensrichtungen und Kulturen n\u00e4herzubringen. Hier fand ein Ansatz einer interkulturellen P\u00e4dagogik statt, die ich jedoch nicht als sehr gelungen umgesetzt empfand. Meiner Ansicht nach w\u00e4re es besser gewesen, statt Religionsunterricht, nur Werte und Normen f\u00fcr jeden Sch\u00fcler anzubieten. Hier w\u00e4ren alle Sch\u00fcler, egal welcher Konfession, zusammen unterrichtet worden und es h\u00e4tte einen kulturellen Austausch gegeben. Die theoretische Vermittlung einer Religion durch eine Lehrkraft ist lange nicht so aussagekr\u00e4ftig, wie die Schilderung eines Angeh\u00f6rigen dieser.<\/p>\n<p>Wie bereits oben erw\u00e4hnt, habe ich zum Abitur hin die Schule gewechselt. Dort gab es nun auch die sogenannten Vorklassen, die haupts\u00e4chlich von Fl\u00fcchtlingen zwischen 10 und 18 Jahren besucht wurden. Obwohl sie in meinem Alter waren, hatten wir keine Ber\u00fchrungspunkte, sie blieben f\u00fcr sich. Ich hatte den Eindruck, dass sie verunsichert waren und sich nicht trauten. Es wurden auch keine Projekte ins Leben gerufen oder durch die Lehrerschaft ein Kontakt hergestellt, um die Integration zu f\u00f6rdern. Meiner Meinung nach war die Idee gut, jedoch die Umsetzung nicht bis zum Ende durchdacht.<\/p>\n<p>Interessant w\u00e4re zu beobachten, inwiefern in der Schule die p\u00e4dagogischen Konzepte umgesetzt werden und wo eventuell noch Handlungsbedarf besteht. Es k\u00f6nnten L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr die verbleibenden Defizite gefunden werden und diese am Ende des Praktikums eventuell sogar dem Schuldirektor vorgelegt werden.<\/p>\n<p>Ein Projekt, in denen Interviews mit den Sch\u00fclern der Vorklassen gef\u00fchrt werden, w\u00e4re sehr interessant. Durch die Interviews, welche mit ihnen gef\u00fchrt werden, wird ihre Seite des Geschehens verst\u00e4ndlicher und es k\u00f6nnen Ma\u00dfnahmen ergriffen werden. Vielleicht f\u00fchrt das Ganze auch zu einer Umstrukturierung des Konzeptes. Auch die Sicht der Sch\u00fcler aus den Regelklassen sollte beleuchtet werden. So k\u00f6nnen auch eventuelle Zweifel und \u00c4ngste durch das Neue und Unbekannte ausger\u00e4umt werden.<\/p>\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit w\u00e4re ein Patenprojekt, welches ins Leben gerufen werden k\u00f6nnte. Hierbei h\u00e4tten die Sch\u00fcler aus den Regelklassen die M\u00f6glichkeit einen Paten aus der Vorklasse bekommen. Es werden Br\u00fccken gebaut, die \u00c4ngste vor dem Neuen \u00fcberwinden und die Integration leichter machen. Die Sch\u00fcler sind im gleichen Alter und begegnen sich auf einer anderen Ebene, als z.B. die Sch\u00fcler der Vorklassen und die Lehrer, die sie unterrichten. Es k\u00f6nnen Freundschaften entstehen und ein kultureller Austausch geschaffen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage Ein gro\u00dfes Schild mit dieser Aufschrift h\u00e4ngt an meiner alten Schule \u00fcber dem Haupteingang. 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