rv09 – Kunst und Heterogenität

21 Jun 2012 by Hans auf jeden Fall, 1 Comment »

>>Ausgehend von der zentralen Frage: „An der Kunst ist für das Leben nichts zu
lernen?“ (Hermann K. Ehmer, 1995) bitte ich Sie um Ihre Einschätzung:

Welche Erfahrungsmöglichkeiten in Bezug auf das Thema „Heterogenität“ wurden
im Vortrag am Beispiel der Kunst und Kunstpädagogik thematisiert und welche
sind nach Ihrer Meinung nach besonders wichtig? (Bitte mit Begründung)

Welche inhaltlichen und methodischen Möglichkeiten des Biografischen
Arbeitens und der „Sensitivität für die Lücke“ sehen Sie für Ihre studierten
Fächer? Bitte konkretisieren Sie Ihre Überlegungen an Beispielen.<<

Wir haben am Beispiel der Kunst, oder besser gesagt, durch einen kunstpädagogischen Exkurs erfahren, wie viele unterschiedliche und durchaus interessante Herangehensweisen es gibt, um die Kunst greifbar zu machen. In der Vorlesung haben wir an einem „Eperiment“ teilgenommen, indem wir Edvard Munchs „Mädchen am Meer“ visualisiert bekamen, es uns einprägten und anschließend versuchten, uns in das Geschehen des Bildes hineinzuversetzen.
Aus Sicht der Heterogenität konnte man einiges in dem o.g. Kunstwerk ausfindig machen und thematisieren. Für mich hat das Bild eine groteske, nahezu traurige Atmosphäre ausgestrahlt. Zum Einen hatten wir die geschlossene Gruppe „weißer Mädchen“ und zum Anderen das abseits stehende dunkelhäutige Mädchen, das sich nach ihren „Gleichgesinnten“ im Boot sehnte. Das war für mich eine sehr spezielle Erfahrung, da dadurch die Kunst erstmals anders begriffen werden konnte.
Für mich ist das komplette Vorgehen von großer Wichtigkeit, da es zum Einen die Möglichkeit bietet Kunst zu erfahren und zum Anderen darüber anschließend zu reflektieren.

Ich selber studiere auch Kunst und sehe für mich in den aufgezeigten Methoden großes Potential für andersartigen, gar besseren Kunstunterricht. Als zweites Fach studiere ich Germanistik, worin ich ebenfalls gute Möglichkeiten sehe, Biographisches Arbeiten zu thematisieren. Es wäre schön zu sehen, wenn ich meine Schüler dazu bringen könnte, das zu schreibende Wort als Mittel des Ausdrucks und das zu beschreibende Papier als geduldigsten aller Zuhörer, zu begreifen! Demnach wäre eine Art Portfolioarbeit in Form eines geführten Tagebuchs megainteressant! Dieses Tagebuch kann als Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie und der damit verbundenen Entwicklung gelesen werden. Zeitgleich bietet sie aber auch Raum sich kreativ auszuleben und sich und seinem Inneren zu gewähren, ausgesprochen zu werden.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich es für eine Anmaßung halte zu behaupten, dass an der Kunst fürs Leben nichts zu lernen sei. Wer „Kunst“ nur betrachtet und sie nicht (er)lebt und begreift, sollte sich kein Urteil errlauben. Es ist nicht wichtig, sich Kunstwerke anzusehen, jedoch ist es wichtig sich selbst künstlerisch auszuleben, um sich selbst und seine Umwelt zu erfahren. In der Kunst steckt soviel Potenzial, dessen Licht man nicht unter den Scheffel stellen sollte!

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One Comment

  1. Mareike sagt:

    Hallo,
    ich finde, dass Du einen sehr interessanten Beitrag verfasst hast. Gerade weil du selber Kunst studierst, merkt man, dass Dir diese Vorlesung viele Möglichkeiten erbracht hat.
    Ich selber bin ein absoluter Kunstmuffel und kann Deine Begeisterung für das Fach nicht ganz nachvollziehen. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass ich somit auch alles für schlecht halte, was Du geschrieben hast. Im Gegenteil, ich finde es gut, dass Du, aus dieser Vorlesung, viel mitnehmen konntest, gerade für Deinen späteren Kunstunterricht, diesen auch besser gestalten zu können. Vor allem auch im Hinblick auf die Heterogenität war es mir vorher nicht bewusst, wie man diese im Fach Kunst umsetzten kann.
    Des Weiteren finde ich, dass Du schon gute Vorstellungen für Deinen späteren Unterricht hast. Was Du besser machen willst und wie Du es umsetzten möchtest. Ich denke, dass es sehr nützlich sein wird, wenn man sich, wie Du, jetzt schon während der Ausbildung zum Lehrer, Gedanken für seine zukünftigen Lehrmethoden macht. Das finde ich sehr lobenswert und zeigt mir, dass Du mit Leib und Seele hinter Deinem Fach stehst.
    Deine Beurteilung zu der Fragestellung, dass an der Kunst fürs Leben nichts zu lernen sei, klingt natürlich sehr subjektiv aus Deiner Position als Kunst-Student. Du hast aber auch Recht, dass man Kunst erleben sollte, um sich darüber ein Urteil leisten zu können. Ich habe kaum eine Ahnung und ehrlich gesagt auch kaum Interesse für Kunst, weshalb ich mir hier auch kein ausführliches Urteil erlauben möchte. Trotzdem möchte ich Deine Meinung unterstützen und behaupte, dass man aus jedem Fach etwas fürs Leben lernen kann, da jedes Fach seine speziellen Vorteile hat, woraus man was lernen kann.

    Somit finde ich Deinen Beitrag sehr gelungen und ich wünsche Dir noch viel Erfolg für Dein Studium und Deine zukünftige Lehrertätigkeit und hoffe, dass Du all Deine jetzigen Vorstellungen umsetzten kannst.

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