{"id":26,"date":"2024-07-05T22:30:47","date_gmt":"2024-07-05T20:30:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laurent66\/?p=26"},"modified":"2024-07-05T22:30:47","modified_gmt":"2024-07-05T20:30:47","slug":"strukturelle-und-individuelle-formen-der-ausgrenzung-und-abwertung-klassismus-und-mobbing-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laurent66\/2024\/07\/05\/strukturelle-und-individuelle-formen-der-ausgrenzung-und-abwertung-klassismus-und-mobbing-in-der-schule\/","title":{"rendered":"Strukturelle und individuelle Formen der Ausgrenzung und Abwertung &#8211; Klassismus und Mobbing in der Schule"},"content":{"rendered":"<p><b>Erkl\u00e4ren Sie: Was meint der Begriff Doing Class bzw. Doing Underclass?<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Der Begriff \u201cDoing Class\u201d geh\u00f6rt zum Klassismus und besch\u00e4ftigt sich damit, soziale Klassen durch verschiedene Faktoren zu unterscheiden und aufrechtzuerhalten. So k\u00f6nnen Sachen wie Kleidung, Sprachgebrauch oder Verhalten eine bestimmte soziale Klasse r\u00fcberbringen. Dies kann auch als Situational gesehen werden, was hei\u00dft, dass durch eine Handlung nicht sofort eine bestimmte Klasse signalisiert wird, sondern es viel eher von der Situation abh\u00e4ngt (Chass<\/span><span style=\"font-weight: 400\">\u00e9 2016, S. 38<\/span><span style=\"font-weight: 400\">). Die Bedeutung des Begriffes \u201cDoing Underclass\u201d unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem ersten Begriff, sondern bezieht sich nur mehr auf die unteren Schichten, der Unterklasse. Die gleichen Faktoren wie bei dem erstem Begriff f\u00fchren hier dazu, dass man als Unterklasse gesehen und somit ausgegrenzt oder verurteilt werden k\u00f6nnte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Das meritokratische Versprechen der Schule besagt, dass alle Sch\u00fcler* innern bei gleicher Leistung den gleichen Bildungserfolg haben. Diskutieren Sie dieses Versprechen kritisch anhand der Vorlesungsinhalte.<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Das meritokratische Versprechen ist zwar nicht falsch, ignoriert jedoch einige Faktoren, die essenziell sind und das Versprechen beeintr\u00e4chtigen. Das beste Beispiel ist, dass nicht alle Sch\u00fcler*Innen die gleichen Ressourcen und M\u00f6glichkeiten haben. Nicht jede*r kann sich Nachhilfe leisten oder hat freien Zugang zu technischen Hilfsmitteln. Dies l\u00e4sst sich auch auf Schulen beziehen, da nicht jede Schule gleich gut ausgestattet ist. Dazu kommt auch, wie auch in der Vorlesung erw\u00e4hnt, dass Kinder sich oft von Eltern beeinflussen lassen, was hei\u00dft dass Kinder mit Akademikereltern viel eher dazu tendieren, auf das Gymnasium zu gehen und sich weiter zu bilden. Pierre Boudieu analysierte dieses Konzept und kam ebenfalls zu dem Entschluss, dass der Schulerfolg eines Kindes stark von dem Bildungsniveau der Eltern abh\u00e4ngt (<\/span><span style=\"font-weight: 400\">Ya\u011dd\u0131 2019, S. 23<\/span><span style=\"font-weight: 400\">). Somit kann man also sagen, dass das Versprechen sehr kompliziert umzusetzen ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Inwiefern hat Ihnen die Vorlesungssitzung neue Erkenntnisse bez\u00fcglich selbst in der Schule beobachteter oder erlebter Situationen vermittelt? Bitte nehmen Sie dabei auf theoretische Inhalte der Vorlesung Bezug und verwenden Sie \u2013 wenn m\u00f6glich \u2013 ein konkretes Beispiel.<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Viele der in der Vorlesung genannten Aspekte und Faktoren erkenne ich in meiner Schullaufbahn wieder und diese lassen sich auf viele von mir erlebte Situationen anwenden. Bedauerlicherweise gab es einen Mitsch\u00fcler, der durch seine Art und seinen Hintergrund automatisch von den Mitsch\u00fclern als \u201cUnterklasse\u201d zugeordnet und somit Jahrelang gemobbt wurde. Desweiteren gab es auch viele Situationen aus meiner Schullaufbahn, die das meritokratische Versprechen widerlegen. Es gab immer Sch\u00fcler*Innen, die aus verschiedensten Gr\u00fcnden Vorteile hatten, wie Zugang zu besserer Technik, Bezugspersonen die sich mit bestimmten Themen auskannten oder einfach mehr Zeit. Zusammenfassend kann ich also sagen, dass die Vorlesung mich dazu motiviert hat, bestimmte Erfahrungen aus meiner Schulzeit nochmal neu zu betrachten.\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Literatur<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Chass\u00e9, K.A. (2016). Doing Class. Wie werden Menschen zum \u201ePrekariat\u201c gemacht?. In: <em>Fereidooni<\/em>, K., Zeoli, A.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Ya\u011dd\u0131, \u015e. (2019). Theoretische Grundlegung: Bildungserfolg aus der Sicht der Kapitaltheorie Pierre Bourdieus. In: <em>Bildungsaufstieg mit Migrationshintergrund.<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkl\u00e4ren Sie: Was meint der Begriff Doing Class bzw. Doing Underclass? Der Begriff \u201cDoing Class\u201d geh\u00f6rt zum Klassismus und besch\u00e4ftigt sich damit, soziale Klassen durch verschiedene Faktoren zu unterscheiden und aufrechtzuerhalten. So k\u00f6nnen Sachen wie Kleidung, Sprachgebrauch oder Verhalten eine bestimmte soziale Klasse r\u00fcberbringen. 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