{"id":29,"date":"2022-06-23T17:06:14","date_gmt":"2022-06-23T15:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/?page_id=29"},"modified":"2022-06-25T19:05:51","modified_gmt":"2022-06-25T17:05:51","slug":"bildungstheoretisches-modell","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/bildungstheoretisches-modell\/","title":{"rendered":"Bildungstheoretisches Modell"},"content":{"rendered":"<p>Die bildungstheoretische Didaktik setzt sich mit der zentralen Frage:<br \/>\n,,<span style=\"color: #ff9900\">Auf was soll Schule und Unterricht mehr Wert legen?<\/span>&#8220; auseinander.<\/p>\n<p>Hierbei wird von zwei Bildungsstr\u00f6mungen unterschieden, die fundamental den Unterricht pr\u00e4gen.<br \/>\nDie <span style=\"color: #ff9900\">Materiale Bildung<\/span> \u2192 darunter werden wichtige kulturelle Inhalte und die Aneignung von Wissen verstanden.<br \/>\nDie <span style=\"color: #ff9900\">Formale Bildung<\/span> \u2192 Schwerpunkt ist hierbei die Entwicklung bzw. Formung von bestimmten Pers\u00f6nlichkeitseigenschaften der Sch\u00fclerInnen.<br \/>\nSeit je her befinden sich die Formale und die Materiale Bildung in einem <span style=\"color: #ff9900\">Streit<\/span>. Die allgegenw\u00e4rtige Frage, die sich hier stellt, lautet: <span style=\"color: #ff9900\">Was von beiden ist wichtiger?<\/span><\/p>\n<p>Der deutsche Erziehungswissenschaftler <span style=\"color: #ff9900\">Wolfgang Klafki<\/span> (1927-2016) legt in den 1950er-Jahre seinen eigenen Ansatz namens die <span style=\"color: #ff9900\">Kategoriale Bildung<\/span> als ein <span style=\"color: #ff9900\">Kompromiss<\/span> vor.<\/p>\n<p>Dabei werden<span style=\"color: #ff9900\"> neue Kategorien der Wahrnehmung<\/span> und <span style=\"color: #ff9900\">neue Motive und F\u00e4higkeiten<\/span> des Lernens erworben und spielen eine besondere Rolle innerhalb der Bildung.<br \/>\nIm Sinne Klafkis sind Kategorien Einheiten, die dem Menschen helfen, die Wahrnehmung der Welt f\u00fcr sich zu ordnen. F\u00fcr Lernende sollen diese Einheiten unmittelbar f\u00fcr das eigene Leben bedeutungsvoll sein und somit eine subjektive Bedeutung haben. <span style=\"color: #ff9900\">Den Sch\u00fclerInnen soll sich die Welt und die Wirklichkeit erschlie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p>Nach Klafki ist die Bildung der Anspruch und prinzipielle M\u00f6glichkeit, jedes Menschen zur Vernunftf\u00e4higkeitsentfaltung zu gelangen.<br \/>\nWeitere <span style=\"color: #ff9900\">zentrale Merkmale<\/span> innerhalb der Bildung sind <span style=\"color: #ff9900\">Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarit\u00e4tsf\u00e4higkeit<\/span>.<\/p>\n<p><span style=\"color: #008080\">In den Filmen, Dangerous Minds&#8220; (1995) und Dead Poets Society (1989) werden genau diese Werte den Sch\u00fclerInnen vermittelt.<\/span><\/p>\n<p>Das zu <span style=\"color: #ff9900\">erstrebende Ziel<\/span> in Klafkis Augen ist, dass die <span style=\"color: #ff9900\">Sch\u00fclerInnen ihre Selbst \u2013 und Mitbestimmungsf\u00e4higkeiten<\/span> f\u00fcr jene, die das nicht haben, <span style=\"color: #ff9900\">einsetzen<\/span>. Der <span style=\"color: #ff9900\">Abbau von Privilegierung und Benachteiligung<\/span> soll damit gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900\">Wie gelingt aber solch ein nachhaltiger Unterricht?<\/span> Es gibt ein Verfahren der <span style=\"color: #ff9900\">didaktischen Analyse<\/span>, die als Orientierung f\u00fcr die Gestaltung von Lehreinheiten dienen kann.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst soll der <span style=\"color: #ff9900\">Unterricht repr\u00e4sentativ bzw. typisch sein<\/span> und somit eine <span style=\"color: #ff9900\">exemplarische Bedeutung<\/span> aufweisen. Ebenso spielt der <span style=\"color: #ff9900\">Bezug zur Gegenwart<\/span> eine Rolle und welcher <span style=\"color: #ff9900\">Wert der Inhalt<\/span> im Leben der Sch\u00fclerInnen hat. Au\u00dferdem ist die <span style=\"color: #ff9900\">Zukunftsbedeutung<\/span> des Inhaltes mit <span style=\"color: #ff9900\">klaren p\u00e4dagogischen<\/span> <span style=\"color: #ff9900\">Zielvorstellungen<\/span> zu beachten. Die Sch\u00fclerInnen sollen genau <span style=\"color: #ff9900\">nachvollziehen<\/span> k\u00f6nnen, <span style=\"color: #ff9900\">wieso und weshalb<\/span> sie jetzt diese <span style=\"color: #ff9900\">bestimmten Bildungsinhalte lernen<\/span> m\u00fcssen. Deshalb ist es erstrebenswerter, dass <span style=\"color: #ff9900\">kein Vorratslernen<\/span> stattfindet. Zudem ist es wichtig, dass der <span style=\"color: #ff9900\">Inhalt strukturiert vermittelt<\/span> wird und die <span style=\"color: #ff9900\">Lehrenden<\/span> stets ein <span style=\"color: #ff9900\">\u00dcberblick auf die Breite und die Tiefe<\/span> <span style=\"color: #ff9900\">der Themen<\/span> haben. Im Unterricht ist ebenfalls die <span style=\"color: #ff9900\">Zug\u00e4nglichkeit der Inhalte<\/span> in Form von spezifischen Lernmethoden und Wege von gro\u00dfer Bedeutung.<br \/>\nAufgrund von Protesten von Studenten, die die Bildung aus den 1950er-Jahren und somit ebenso Klafkis Theorien kritisierten, kommt es zu einer Erg\u00e4nzung der Didaktik.<\/p>\n<p>Klafki f\u00fchrt die <span style=\"color: #ff9900\">Kritisch-Konstruktive Didaktik<\/span> mit den <span style=\"color: #ff9900\">Kerngedanken<\/span>, einen <span style=\"color: #ff9900\">kritischen und konstruktiven Beitrag<\/span> zur <span style=\"color: #ff9900\">Verbesserung des Unterrichts<\/span> zu leisten, ein.<br \/>\nEin weiterer Aspekt im <span style=\"color: #ff9900\">Fokus<\/span> ist die <span style=\"color: #ff9900\">Erweisbarkeit und \u00dcberpr\u00fcfbarkeit der Leistungen<\/span> der Sch\u00fclerInnen.<br \/>\nDaneben sind die <span style=\"color: #ff9900\">Interaktionsstruktur<\/span> und <span style=\"color: #ff9900\">das Medium<\/span> von sozialen Lernprozess bedeutsam. Hierbei ist das <span style=\"color: #ff9900\">Lernen in Gruppen<\/span>, sich dort auszutauschen und gegenseitig zu helfen ein <span style=\"color: #ff9900\">wichtiger Bestandteil des Unterrichts<\/span>.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend lassen sich folgende <span style=\"color: #ff9900\">Schl\u00fcsselqualifikation<\/span> festhalten:<br \/>\nDie Sch\u00fclerInnen sollen in der Lage sein, mit anderen \u00fcber L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten zu diskutieren und gemeinsam an L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu arbeiten.<br \/>\nSie sollen Kritikbereitschaft, Argumentationsbereitschaft, Empathie, vernetztes Denken, Selbstvertrauen, Frusttoleranz, Verantwortungsf\u00e4higkeiten erwerben.<br \/>\nDie Folge von einer Orientierung an Klafkis Bildungstheoretische Didaktik ist der Mut der Lehrenden, mit ihren Unterricht einen Beitrag f\u00fcr die Zukunft und Gesellschaft zu leisten sowie die Emanzipation in der Schule zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt\">Fragen:<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;color: #ff9900\">Welche F\u00e4higkeit ist in Bildung nach der Bildungstheorie von Klafki kein zentrales Merkmal?<\/span><\/p>\n<ol style=\"list-style-type: lower-alpha\">\n<li>Selbstbestimmung<\/li>\n<li>Sympathie<\/li>\n<li>Mitbestimmung<\/li>\n<li>Solidarit\u00e4t<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"color: #ff9900;font-size: 12pt\">Wozu geh\u00f6rt die Kategoriale Bildung nach Klafki?<\/span><\/p>\n<ol style=\"list-style-type: lower-alpha\">\n<li>zu der Formalen Bildung<\/li>\n<li>zu beiden Bildungsans\u00e4tzen<\/li>\n<li>ist als eigener Ansatz zu verstehen<\/li>\n<li>zu der Materialen Bildung<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 8pt;color: #d1d1d1\">(L\u00f6sung: 1. Frage:\u00a0 b. ; 2. Frage: c.)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bildungstheoretische Didaktik setzt sich mit der zentralen Frage: ,,Auf was soll Schule und Unterricht mehr Wert legen?&#8220; auseinander. Hierbei wird von zwei Bildungsstr\u00f6mungen unterschieden, die fundamental den Unterricht pr\u00e4gen. Die Materiale Bildung \u2192 darunter werden wichtige kulturelle Inhalte und die Aneignung von Wissen verstanden. Die Formale Bildung \u2192 Schwerpunkt ist hierbei die Entwicklung bzw. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14210,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"class_list":["post-29","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14210"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":148,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/29\/revisions\/148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}