{"id":2,"date":"2022-06-23T13:31:52","date_gmt":"2022-06-23T11:31:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/?page_id=2"},"modified":"2022-06-26T16:49:02","modified_gmt":"2022-06-26T14:49:02","slug":"allgemeiner-ueberblick","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/allgemeiner-ueberblick\/","title":{"rendered":"Allgemeiner \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<p>Didaktische\u00a0 Modelle,\u00a0 wie\u00a0 sie\u00a0 in\u00a0 den\u00a0 vorangegangenen\u00a0 Kapiteln\u00a0 vorgestellt\u00a0 wurden,\u00a0 <strong>versuchen\u00a0 die\u00a0 \u201ewesentlichen\u00a0 Elemente\u201c\u00a0 ihres\u00a0 \u201eHandlungsraums\u201c\u00a0 \u2013\u00a0 dem\u00a0 Unterricht\u00a0 \u2013\u00a0 zu\u00a0 erfassen<\/strong>.\u00a0 Wenn\u00a0 sich\u00a0 dieser\u00a0 Handlungsraum\u00a0 \u201eallen\u00a0 Schularten,\u00a0 allen\u00a0 Schulstufen\u00a0 und\u00a0 allen\u00a0 Schulf\u00e4chern\u00a0 sowie\u00a0 [&#8230;]\u00a0 nicht-schulischen Lehr-Lernkontexten\u201c \u00f6ffnet, dann werden die Modelle als allgemein-didaktisch\u00a0 bezeichnet\u00a0 (Zierer,\u00a0 2011,\u00a0 S.\u00a0 166).\u00a0 Zudem\u00a0 sind\u00a0 sie\u00a0 als\u00a0 Explikations-\u00a0 und\u00a0 Handlungsmodelle\u00a0 zu\u00a0 verstehen\u00a0 (vgl.\u00a0 Frey\u00a0 &amp;\u00a0 Walgenbach,\u00a0 1980),\u00a0 bleiben\u00a0 dabei\u00a0 aber\u00a0 \u201eformal\u201c\u00a0 und\u00a0 beschreiben\u00a0 lediglich\u00a0 den\u00a0 \u201eRahmen\u201c,\u00a0 in\u00a0 dem\u00a0 \u201edidaktisches\u00a0 Handeln\u00a0 begr\u00fcndet\u00a0 und\u00a0 strukturiert\u00a0 werden\u00a0 kann\u201c\u00a0 (Jank\u00a0 &amp;\u00a0 Meyer,\u00a0 2002,\u00a0 S.\u00a0 35).\u00a0 Sie\u00a0 dienen\u00a0 der\u00a0 \u201eHerstellung\u00a0 von\u00a0 \u00dcbersicht\u00a0 und\u00a0 Ordnung\u201c,\u00a0 tragen\u00a0 zur\u00a0 \u201eVerringerung\u00a0 von\u00a0 Komplexit\u00e4t\u201c\u00a0 bei,\u00a0 haben\u00a0 \u201eeine\u00a0 richtungsweisende Funktion f\u00fcr die p\u00e4dagogische Forschung\u201c und helfen bei der \u201eHandlungsorientierung\u201c\u00a0 (Jank\u00a0 &amp;\u00a0 Meyer,\u00a0 2002,\u00a0 S.\u00a0 35). Demzufolge\u00a0 nehmen\u00a0 didaktische Modelle eine \u201eMittlerposition zwischen Theorie und Praxis\u201c ein, \u201esie\u00a0 machen\u00a0 Theorien\u00a0 praktikabel\u201c,\u00a0 \u201etheoretisieren\u00a0 die\u00a0 Praxis\u201c\u00a0 (Zierer,\u00a0 2011,\u00a0 S. 166) und \u201edienen funktional der bestm\u00f6glichen Gestaltung von Bildungs-prozessen.\u00a0 Hierzu\u00a0 liefern\u00a0 sie\u00a0 ein\u00a0 auf\u00a0 Vollst\u00e4ndigkeit\u00a0 zielendes\u00a0 Theoriekonstrukt zur Analyse und Planungsdidaktischen Handelns\u201c (Riedl, 2010, S. 77).<\/p>\n<p>Ihre\u00a0 Bedeutung\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 Unterrichtsplanung\u00a0 liegt\u00a0 darin,\u00a0 mit\u00a0 ihrer\u00a0 wissenschaftstheoretischen\u00a0 Grundlage\u00a0 sowohl\u00a0 der\u00a0 Planungsanleitung\u00a0 als\u00a0 auch\u00a0 der\u00a0 Legitimation\u00a0 von\u00a0 Ziel-,\u00a0 Inhalts-\u00a0 und\u00a0 Methodenentscheidungen\u00a0 im\u00a0 Unterricht\u00a0 f\u00f6rderlich\u00a0 zu\u00a0 sein\u00a0 (vgl.\u00a0 Jank\u00a0 &amp;\u00a0 Meyer,\u00a0 2002).\u00a0 Dar\u00fcber\u00a0 hinaus\u00a0 strukturieren\u00a0 sie\u00a0 die\u00a0 \u201eKommunikation\u00a0 \u00fcber\u00a0 Unterricht\u201c\u00a0 und\u00a0 sind\u00a0 f\u00fcr\u00a0 \u201ePr\u00fcfungs-zwecke\u201c\u00a0 gut\u00a0 geeignet\u00a0 (vgl.\u00a0 Meyer,\u00a0 2012;\u00a0 Tebr\u00fcgge,\u00a0 2001).\u00a0 Zusammenfassend\u00a0 leitet\u00a0 Becker\u00a0 (2013)\u00a0 f\u00fcr\u00a0 allgemeindidaktische\u00a0 Theorien\u00a0 den\u00a0 Anspruch\u00a0 ab,\u00a0 dass\u00a0 diese\u00a0 \u201esowohl\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 Planung,\u00a0 als\u00a0 auch\u00a0 f\u00fcr\u00a0 die\u00a0 Durchf\u00fchrung\u00a0 und\u00a0 die\u00a0 Reflexion von Unterricht Wissen bereitstellen [&#8230;] und entweder bereits empirisch gepr\u00fcft\u00a0 sind oder \u00fcberpr\u00fcfbar sind.\u201d (Becker, 2013, S. 232 f.) (S. 269 f.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber\u00a0 vierzig\u00a0 solcher didaktischer Modelle\u00a0 benennt\u00a0 Kron\u00a0 (2008)\u00a0 in\u00a0 seinem\u00a0 \u00dcberblickswerk\u00a0 \u201eGrundwissen\u00a0 Didaktik\u201c.\u00a0 Folgt\u00a0 man\u00a0 Terhart\u00a0 (2002),\u00a0 so\u00a0 lie\u00dfen sich diese jedoch auf lediglich vier <strong>\u201eTheoriefamilien\u201c<\/strong>\u00a0 reduzieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Bildungstheoretische Ans\u00e4tze,\u00a0 die\u00a0 die\u00a0 Auswahl,\u00a0 Anordnung\u00a0 und\u00a0 Explikation\u00a0 der\u00a0 Inhalte\u00a0 des\u00a0 Unterrichts\u00a0 in\u00a0 den\u00a0 Mittelpunkt\u00a0 stellen\u00a0 und\u00a0 Methoden-fragen nachgeordnet betrachten.<\/li>\n<li><strong>Lehrtheoretische Ans\u00e4tze, die\u00a0 die\u00a0 Perspektive\u00a0 einer\u00a0 planenden\u00a0 und\u00a0 analysierenden\u00a0 Lehrkraft widerspiegeln\u00a0 und\u00a0 \u2013\u00a0 eingepasst\u00a0 in\u00a0 die\u00a0 Ausgangslage\u00a0 der\u00a0 Lerngruppe\u00a0 \u2013\u00a0 Entscheidungen\u00a0 zu\u00a0 Zielen,\u00a0 Inhalten,\u00a0 Methoden\u00a0 und\u00a0 Medien gleicherma\u00dfen ber\u00fccksichtigen.<\/strong><\/li>\n<li>Kommunikations- und\u00a0 interaktionstheoretische\u00a0 Ans\u00e4tze,\u00a0 die\u00a0 sich\u00a0 weder\u00a0 auf\u00a0 die\u00a0 Inhaltsdimension\u00a0 noch\u00a0 auf\u00a0 die\u00a0 analysierende\u00a0 Perspektive\u00a0 der\u00a0 Lehrkraft konzentrieren,\u00a0 sondern\u00a0 sich\u00a0 den\u00a0 Interaktionsstrukturen\u00a0 im\u00a0 Klassen-zimmer widmen.<\/li>\n<li>Konstruktivistische Ans\u00e4tze, die vor allem das Lernen als aktiven und konstruierenden Prozess\u00a0 ansehen,\u00a0 in\u00a0 dem\u00a0 Lehrkr\u00e4fte\u00a0 das\u00a0 Lernen\u00a0 nicht\u00a0 erzeugen, sondern nur anregen k\u00f6nnen. (S. 270) (Terhart, 2002, S. 78 f.)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Das Berliner Modell und das Hamburger Modell geh\u00f6ren mit dem Perspektivenschema (erg.: kritisch-konstruktive Didaktik) zu den ber\u00fchmtesten Vertretern unter den didaktischen Modellen (S. 271) (diese Didaktiken nehmen als <strong>\u201eKlassiker\u201c<\/strong> eine <strong>Sonderstellung<\/strong> ein) (v Seel, 1999; Seel\u00a0 &amp;\u00a0 Zierer, 2012)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Als theoretische Grundlage von Unterricht und dessen Planung ist es eine wesentliche Funktion von didaktischen Modellen, bei der Unterrichtsplanung behilflich zu sein. Wirft man einen Blick in Forschungsstudien zum Planungsverhalten von Lehrkr\u00e4ften (z. B. Bromme, 1981), so scheinen didak-tische Modelle aber nur unwesentlichen Einfluss auf die Planungsaktivit\u00e4ten zu haben, und den Modellen eilt der Ruf voraus, zu theoretisch und damit nicht alltagstauglich und unpraktikabel zu sein. Letztlich wurde aber in keiner Studie bisher der Fokus direkt auf didaktische Modelle und deren Praktikabilit\u00e4t gerichtet, sondern das Planungshandeln von Lehrkr\u00e4ften wurde allgemein untersucht. Keine Studie widmet sich direkt der Bewertung oder der Qualit\u00e4t didaktischer Modelle. (S. 283)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Neue Ans\u00e4tze setzen somit zwar andere Schwerpunkte und Akzentuierungen, bringen zum Teil\u00a0 neue\u00a0 Aspekte\u00a0 ein\u00a0 und\u00a0 integrieren\u00a0 neue\u00a0 wissenschaftliche Erkenntnisse,\u00a0 aber\u00a0 etwas\u00a0 grunds\u00e4tzlich\u00a0 Neues\u00a0 liefern\u00a0 sie\u00a0 \u00a0 Terhart\u00a0 argumentiert\u00a0 damit\u00a0 wieder\u00a0 in\u00a0 die\u00a0 Richtung\u00a0 seiner\u00a0 eingangs\u00a0 bereits\u00a0 erw\u00e4hnten\u00a0 \u201eTheoriefamilien\u201c\u00a0 (Terhart,\u00a0 2002,\u00a0 S.\u00a0 77)\u00a0 und\u00a0 vertritt\u00a0 damit\u00a0 die\u00a0 Auffassung,\u00a0 dass\u00a0 es\u00a0 sich\u00a0 bei den \u201eneuen\u201c Ans\u00e4tzen, wie bereits in den Jahrzehnten zuvor, zumeist nur um\u00a0 weitere\u00a0 Ausdifferenzierung\u00a0 bestehender\u00a0 Theorien\u00a0 handelt (S. 274)<\/li>\n<li>Terhart ordnet auch die folgenden \u201eneuen\u201c Ans\u00e4tze in die Familie der lehrtheoretischen Ans\u00e4tze ein: die Didaktik der Analysekompetenzen (W. Pl\u00f6ger et al.), die Adaptive Didaktik (F. Vogt), das Blended learning (G. J. Maresch), das Instructional design (H. M. Niegemann), die Didaktik empirischer Potentiale (C. Helm)<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: 10pt\">(Quelle: Wernke, Stephan\/Zierer; Klaus (2016): Neue Ans\u00e4tze in der Allgemeinen Didaktik. Zwischen Tradition und Neuausrichtung: Die Eklektische Didaktik als zukunftsweisender Integrationsversuch, in: Porsch, Raphaela (Hg.), Einf\u00fchrung in die Allgemeine Didaktik. Ein Lehr- und Arbeitsbuch f\u00fcr Lehramtsstudierende. M\u00fcnster\/New York: Waxmann. S. 269-288.)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Didaktische\u00a0 Modelle,\u00a0 wie\u00a0 sie\u00a0 in\u00a0 den\u00a0 vorangegangenen\u00a0 Kapiteln\u00a0 vorgestellt\u00a0 wurden,\u00a0 versuchen\u00a0 die\u00a0 \u201ewesentlichen\u00a0 Elemente\u201c\u00a0 ihres\u00a0 \u201eHandlungsraums\u201c\u00a0 \u2013\u00a0 dem\u00a0 Unterricht\u00a0 \u2013\u00a0 zu\u00a0 erfassen.\u00a0 Wenn\u00a0 sich\u00a0 dieser\u00a0 Handlungsraum\u00a0 \u201eallen\u00a0 Schularten,\u00a0 allen\u00a0 Schulstufen\u00a0 und\u00a0 allen\u00a0 Schulf\u00e4chern\u00a0 sowie\u00a0 [&#8230;]\u00a0 nicht-schulischen Lehr-Lernkontexten\u201c \u00f6ffnet, dann werden die Modelle als allgemein-didaktisch\u00a0 bezeichnet\u00a0 (Zierer,\u00a0 2011,\u00a0 S.\u00a0 166).\u00a0 Zudem\u00a0 sind\u00a0 sie\u00a0 als\u00a0 Explikations-\u00a0 und\u00a0 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14210,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"class_list":["post-2","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14210"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":164,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2\/revisions\/164"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/laeman\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}