{"id":271,"date":"2025-07-01T00:36:07","date_gmt":"2025-06-30T22:36:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/kuwiwochen\/?p=271"},"modified":"2025-07-01T00:36:07","modified_gmt":"2025-06-30T22:36:07","slug":"das-zirkulierende-universalarchiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/kuwiwochen\/2025\/07\/01\/das-zirkulierende-universalarchiv\/","title":{"rendered":"Das zirkulierende Universalarchiv"},"content":{"rendered":"<h4><strong>von Maximilian Heitzer<\/strong><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"font-weight: 400\"><strong>Das zirkulierende Universalarchiv &#8211; <\/strong><strong>Protokoll aus einem Dialog zwischen Olan Ghetzu und Sera R. Gaullo<\/strong><\/h3>\n<h4 style=\"font-weight: 400\">\u00dcbersetzung nach Letz Jhurtfin Mayaer, L-Epoche: 1965-2065, Wdt. (Unvollst\u00e4ndigkeit vorbehalten), N53\u00b006&#8217;28.1&#8243; E8\u00b051&#8217;23.3&#8243;, 23.06.3615<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Un\u2019 wat ist dat?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Eine Art Bew\u00e4sserungsger\u00e4t f\u00fcr titanierten Gips. Triptolon.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Und dat?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Ein zirkulationssensibles Micro-Solarpanel der Firma GoneSun, Baujahr 2154.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Aha. Un\u2019 dat hier?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Ein Presslufthammer, 1997.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Un\u2019 \u2013<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Lieber Menschheitsminister. Ich m\u00f6chte dich ungern in deiner Neugier stoppen, aber wollen wir in die oberen Ebenen? Deine Memory wartet.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Ja, ja, sicher. Weiste Ser\u2026 Ser\u2026<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Sera Retnewjik Gaullo. <em>Sera<\/em> reicht vollkommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\"><em>Serja<\/em>, ja, jenau. Mit Namen hab ich et nich so. Mich kannste Olan nennen. Ach, wat erz\u00e4hl\u2019 ich da. Weiste Serja, die 80 J\u00e4hrchen in\u2019er Schlafkapsel verliefen eigentlich janz reibungslos. Nur dat mit den Erinnerungen rekonstruieren is\u2019 nich\u2019 so janz jut verlaufen. Die ham da \u2018n Fehler jemacht, weiste. Schnell, schnell, husch, husch, weil meine Vorj\u00e4ngerin unbedingt die Ausgrabungen auf Zentralerde mitmachen will. 150 Jahre, 3765 soll et loss jehn. Die muss pennen jehn. Darum muss ich nu\u2019 einspringen un\u2019 die Ministeriumsperiode zu machen. Bei so viel hin und her, da passiert sowat schon mal. Un\u2019 wenn ich schonn ma\u2019 hier bin, um mejn Kopp frisch zu mache, dann wollt\u2019 ich mir dat nich\u2019 allet nur in\u2019ne Birne hochladen, sondern auch ma\u2019 kieken wat fr\u00fchjer die Menschen so jemeckt haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Dich interessiert das wirklich, was? So tausende Jahre alte Dinge erz\u00e4hlen ihre Geschichte am besten, wenn sie vor dir liegen. Aber jetzt steigen wir erst mal in die Schnellbahn. Bitte sehr.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Poa, wachte, mejne Jelenke. Puh. Ja. So.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Sitzt du bequem? Dann geht\u2019s jetzt los.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Supa! Wie tief sin\u2019 wa denn hier?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Ungef\u00e4hr 2500 Meter.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">So tief!? Menschenskinder, dat is\u2019 ja doll. Aber hier kieck ich no\u2019mal vorbej. Dat Forschen find\u2019 ich doll! Un\u2019 wo jeht et jetz\u2019 hin?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Erstmal kurz unter die Erdoberfl\u00e4che zu den Serverr\u00e4umen. Da bekommst du auch deinen Memory-Upload. Und dann besuchen wir die Ahnya-Gruppe, die bereitet gerade was zum Thema <em>Gl\u00fccklichsein<\/em> vor. Sp\u00e4ter gehen wir auch noch was essen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-size: 14pt\">Sin\u2019 wa denn nich\u2019 schonn alle j\u00fccklich? Ha!<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Keine Frage. Aber wie unsere vor-vor-vor-vor-VOR-&#8230;-Generation das \u00fcberhaupt geschafft hat; das ist ein ganz spannendes, historisches und gesamtweltliches, Thema. Ahnya haben das ganz toll aufbereitet. Damals war es n\u00e4mlich so \u2013<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Ach damals, damals. H\u00f6r doch auf mit <em>damals. <\/em>Damals war nix, rein ja nix besser. Dat wei\u00df ich noch, un\u2019 dat meckt mich fuchsteufelswild! Vor 500 Jahren ham se sich noch die K\u00f6ppe einjeschlagen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Aber nicht alles war nur schrecklich<em> damals.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Ach ne!? Von wejen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Ja, ja. Mir f\u00e4llt gerade ein: Kennst du eigentlich die Geschichte von <em>Hier<\/em>?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Irgen\u2019wat flimmert da im Hinterst\u00fcbchen. Hm, n\u00e4. Erz\u00e4hl\u2019 ma. Ham ja wat Zeit, wa?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Also, vor ca. 1585 Jahren hat sich eine Gruppe Forscher:innen zusammengefunden die <em>das<\/em> <em>hier<\/em> alles gegr\u00fcndet haben &#8211;<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Wie, wat jetz\u2019? So\u2019n Klotz ham die hier hinjestellt?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Nein, nein. Es fing alles ganz klein an. Damals gab es noch nicht die Technologie geschweige denn die gesellschaftliche Infrastruktur, w\u00fcrden wir heute sagen. Zun\u00e4chst war es ein kleiner Raum, so ein B\u00fcro, im Keller der Universit\u00e4t. Erst einige Zeit sp\u00e4ter hat man sich hier r\u00e4umlich erweitert und vernetzt. Aber ungef\u00e4hr <em>hier<\/em> hat es angefangen, in Brem\u2019, glaub ich, so hie\u00df der Ort. Wie dem auch sei. Also diese Forscher:innen haben sich zusammengefunden. Es waren zun\u00e4chst ein paar Ethnolog:innen, Kunstwissenschaftler:innen, Naturwissenschaftler:innen und Soziolog:innen. Die wollten gemeinsam was schaffen, mhm, so eine Art \u201clebendiges Archiv\u201d <em>&#8211; <\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\"><em>Archiv<\/em>? So wat wie\u2019n Museum<em>!? <\/em>So\u2019n oller Tempel wo man ruml\u00fcppt und nur kieckt?<em> Sabbeln verboten! <\/em>Haha!<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Naja, als so was fing es an. Aber die Idee war von Anfang an eine andere. Es war so, dass sich diese Leute mit R\u00e4umen und Orten auseinander gesetzt haben. Erstmal ganz abstrakt, theoretisch. Also, was macht einen Ort aus, was sollte einen Ort<em> nicht<\/em> ausmachen, wie muss ein Ort beschaffen sein, damit Mensch Mensch sein kann, Geschichte schaffen kann, und sich mit seinem Tun identifizieren kann. Kurzum: wie k\u00f6nnen Menschen sich dort individuell einbringen, mitreden, mitgestalten und lernen. Alles unter dem Zeichen von demokratischer Beteiligung, Erkenntnisgewinn und passgenauer Erkenntnisvermittlung. Es sollten Verbindungen geschaffen werden, zwischen Dingen, zwischen <em>Kultur <\/em>im weitesten Sinn, und den Menschen die sie schaffen. Eine dekonstruktiv-transformative ent-Entfremdung sozusagen. Eine junge Mitarbeiterin schrieb mal, dass an diesen Orten <em>Geschichten gesammelt und Geschichten erz\u00e4hlt <\/em>werden sollen. Das hat sie von einem ihrer Dozenten gelernt. Uberg, oder Oberg, oder so, mit Namen von damals habe ich es nicht so, Verzeihung.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Jeschichten.. ach wat. Jemand hat sich dann da hinjestellt und wat erz\u00e4hlt oder wie?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-size: 14pt\">Auch, ja, aber das war nur ein Teil. Es ging erst mal darum Informationen zu sammeln in Form von allerhand Allt\u00e4glichkeiten und Besonderheiten. Es sollte ein <em>Universalarchiv<\/em> erstellt werden. Kunst, Schriften, Bilder, Werkzeuge, H\u00f6rst\u00fccke, Alltagspraktiken undsoweiter sollten archiviert, kartiert, beschrieben und gleichzeitig lebendig gemacht werden. <\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\"><em>Lebendig<\/em>?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Wie ich schon sagte, es waren unterschiedliche Fachbereiche beteiligt und jede Person brachte ihre eigenen Interessen und Schwerpunkte mit. Aber alle einte die Idee, dass es ganz viele individuelle Lebenswelten gibt, Individuen und ihre Gesellschaften in reziproker Beziehungen stehen, und jeder Mensch irgendwie irgendwas beitr\u00e4gt. Und trotz der Vielf\u00e4ltigkeit und Fremdheit: alles ging vom Menschen und seiner Beziehung zu seiner Umwelt aus. Bedeutungen. Und darin sahen sie die Verbindung in grunds\u00e4tzlich allen Dingen. Und diese Beziehungen wollten sie eben mit den Methoden und Kenntnissen ihres Fachbereichs herausfinden und diskutieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\"><em>Verbindung<\/em> und <em>Beziehung<\/em>!? Klingt f\u00fcr mich nach Quacksalberei, oder nich!?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Mit Mystik und derartigen Dingen haben die sich auch Besch\u00e4ftigt, aber nur inhaltlich. Die haben qualitativ und quantitativ gearbeitet, nach damaligen Standards nat\u00fcrlich. Daf\u00fcr brauchten sie auch Unmengen an Informationen. Darum haben die auch alles m\u00f6gliche gesammelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Un\u2019 wat zum Bleistift?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">So ein Kerl, M\u00e4cksilian, oder so \u00e4hnlich, hat sich zum Beispiel viel mit Kl\u00e4ngen besch\u00e4ftigt. Der hat sich erst mal f\u00fcr alles interessiert, was man so h\u00f6ren kann. Stille fand der auch ganz interessant. <em>Wie schafft Klang einen Raum oder der Raum die Kl\u00e4nge? <\/em>Oder: <em>wie ordnet Klang? <\/em>Er hat versucht Klangwelten zu erfassen und diese ethno<em>phono<\/em>grafisch zu untersuchen. Das haben auch schon andere gemacht. Sch\u00e4\u00e4\u00e4fer, Feld-td, Holzschleiter, so \u00e4hnlich hie\u00dfen die. Letzterer hat auch den Begriff <em>Ethnophonographie<\/em> gepr\u00e4gt. Dieser M\u00e4cksmilli hat Interviews gef\u00fchrt, auch mal Ars Acustica und H\u00f6rspiele und Radio-<em>Features <\/em>produziert. Kunstradioaufzeichnungen hat der auch archiviert und vermittelt, weil die sonst alle weggeschmissen worden w\u00e4ren. Er hat f\u00fcr verschiedene Zwecke, verschiedene Formen gesucht, um die informativen Erkenntnisse und Eigenheiten bestm\u00f6glich wiederzugeben.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Du kannst mir doch nich\u2019 vertelle, dat der Macks-Typ dat allet in seinem kleenen B\u00fcro da jemekt h\u00e4t!?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Der wollte immer raus ins Feld, so zu sagen. Lehnstuhl-Ethnologe wollte der nie werden. Den hat auch so vieles interessiert \u2013<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\"><em>Lehnstuhl<\/em>-wat? So\u2019n B\u00fccherwurm oder wie?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Der hat gern gelesen. Und fand auch viele spannende Theorien in seinen B\u00fcchern. Die wollte er aber nicht so stehen lassen sondern mit anderen Menschen diskutieren und in der Welt auf die Probe stellen. Da gibt es eine nette Anekdote: Einen Abend br\u00fctete M\u00e4ckmilan \u00fcber seinen Stapeln von B\u00fcchern und Zetteln und hing an einem Absatz, immer und immer wieder fest. Er musste den hunderte Male lesen und hat ihn nicht verstanden. Nach dem hundertundersten Mal fiel er seufzend in die Lehne seines durchgesessenen Stuhls zur\u00fcck und <em>KNACK<\/em> der Stuhl ist zerbrochen. Und in dem hohlen Holz fand er einen Zettel auf dem Stand: \u201eBitte nicht anlehnen. Ausstellungsst\u00fcck.\u201c Darauf hin war er nur noch am laufen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Haha! Wat \u2018n Kappes! Und sonst, au\u00dfer dem Klangkram?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Sp\u00e4ter, als auch \u00f6konomische Mittel zur Verf\u00fcgung standen und mehrere Forscher:innen aus anderen Fachgebieten dazukamen, wurden allerlei Dinge angeschafft: Kunstwerke, Geschirr, Kleidung, Filme, alles. Zeitgen\u00f6ssische und ganz alte. Daf\u00fcr mussten dann auch gr\u00f6\u00dfere R\u00e4ume her. Und dann, und das war, zumindest f\u00fcr diese Zeit das besondere: die haben ein weltweites zirkulierendes Museum inszeniert. Dauerhaft! Die Idee war auch nicht neu. Dschonn Cache, ne, Cage, hat sowas mal als Art Kunstwerk geschaffen. Also viele Museen haben ausgew\u00fcrfelt welche Exponate jedes dieser H\u00e4user mit einem anderen tauscht. Die haben es tats\u00e4chlich geschafft einen dauerhaften und vor allem fairen Austausch von Exponaten weltweit hinzubekommen. Und viele der Dinge die ausgestellt und geteilt wurden konnten auf einmal in einem ganz anderen Licht erforscht und diskutiert werden. Und es kamen dann auch aus allen Ecken des Erdballs Menschen zusammen die ihre Sichtweise, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse eingebracht haben. Und das war auch der Knackpunkt: einer m\u00f6glichst breiten Masse die Geschichten verst\u00e4ndlich zu erz\u00e4hlen. Dabei war es wichtig wer etwas erz\u00e4hlt, und auch, was<em> nicht<\/em> erz\u00e4hlt wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Sowat wie hier jetz\u2019!<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Anfangs hat es nat\u00fcrlich noch nicht reibungslos geklappt. Die viral-neuronalen Netzwerke, wie wir sie heute kennen, waren lange nicht so leistungsf\u00e4hig und zuverl\u00e4ssig, um die ganzen Informationen und Erkenntnisse miteinander zu verkn\u00fcpfen. \u201eK\u00fcnstliche-Intelligenz\u201c hie\u00df es damals noch. Als sie versucht haben diese Technologie f\u00fcr ihre Zwecke zu nutzen, kam auch viel Quatsch dabei raus. Daten- und Wissensmengen brauchen viel Platz und eine gute Struktur. Und vor allem ein st\u00e4ndiges Team, dass sie pflegt, berichtigt und bestm\u00f6glich zur Verf\u00fcgung\u00a0 stellt. Aber im gro\u00dfen und ganzen, ja, ein Erbe, was nun 1585 Jahre alt ist. Unser zirkulierendes Universalarchiv, eine gesamte Menschheitsgeschichte in all\u2019 ihren Realit\u00e4ten und Verkn\u00fcpfungen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Donnerwetter. Ich muss dat auf jeden Fall besser wissen. Dat l\u00e4dtste mir mal sch\u00f6n als erstes in\u2019ne Birne.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Wie du m\u00f6chtest, Olan. Wir sind auch schon da. Einmal aussteigen, bitte.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Poch. Wieder meine Knochen, ey. Sach mal, pff, und die janze Jeschichte hier, dat wurde <em>allet<\/em> aufjezeichnet?<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Wei\u00dft du, am Anfang der Tageb\u00fccher zum Archiv steht ein Satz, an den halten wir uns heute noch.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 14pt\">Ach, un\u2019 wat?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;font-size: 14pt\">\u201eAm Ende des Tages schreiben die Ethnolog:innen\u201c.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abbildung: Elektrischer Abbruchhammer SAH 1500-HK von Schwarzbach (16 kg). Wikimedia Commons, Public Domain, 2011. URL: https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:AbbruchhammerSAH1500-HK.jpg (29.06.2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nvon Maximilian Heitzer &nbsp; Das zirkulierende Universalarchiv &#8211; Protokoll aus einem Dialog zwischen Olan Ghetzu und Sera R. 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