Ersti-Fahrt 2015

„Ich stelle mir bisweilen vor, wenn ich durch die Straßen gehe, ich sei ein Fremder, und erst dann entdecke ich, wie viel zu sehen ist, wo ich sonst achtlos vorübergehe.“ – Rabindranath Thakur

Eindrücke vom Klimahaus

Hier ein paar Eindrücke, die unsere Reporterinnen Tülin und Jasmin eingefangen haben:

Eindrücke vom Auswandererhaus

Nach dem Besuch im Auswandererhaus in Bremerhaven haben wir die Erstis gebeten, uns ihre Eindrücke aufzuschreiben. Hier findet ihr eine Zusammenfassung:

Ab 1827 begannen die Leute aus Deutschland/Europa über Bremerhaven auszuwandern. Auch wir begannen unsere Reise in der nachgestellten Wartehalle des Norddeutschen Lloyd für die Passagiere der dritten Klasse, also der untersten Kategorie mit der man reisen konnte.

„Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? Werde ich meine Familie wieder sehen? Komme ich heile an?“
Diese Fragen, die sich die Personen stellten, sind noch immer hochaktuell!

Die Aufbruchstimmung und Unsicherheit, die die Auswanderer vermutlich hatten, wurde mit passendem Lichteinsatz verstärkt, z.B. war es am Kai  sehr dunkel, und unheimlich und man konnte die Stimmung sehr gut nachempfinden.
Wir verfolgten Schicksale von den uns zugewiesenen Auswanderern. Sie waren alle ganz unterschiedlich, hatten aber alle das gleiche Ziel. Ihre alte Heimat zu verlassen und sich woanders ein neues Leben aufzubauen.
Die Gründe dafür, waren abhängig von der Zeit, z.B. in der Zeit von 1830-1870 gab es keine Arbeit, Hungersnöte, schlechte Lebensbedingungen aufgrund der Industrialisierung; also hauptsächlich wirtschaftlich Gründe.
Mit mehr Zeit hätte man die persönlichen Schicksale noch besser verfolgen können, doch auch so empfanden wir diese Idee als sehr ansprechend.
Unser Museumsführer zog einen Vergleich zur aktuellen Flüchtlingssituation und erwähnte auch, dass der Begriff „Gastarbeiter“ kritisch zu betrachten sei; vermittelte also eine differenzierte und kritische Sichtweise.

Wir fragen uns jetzt: Welche Aufgabe hat das Auswandererhaus aktuell?

 

Eindrücke von Till Finke: KuWi-Erstifahrt nach Bremerhaven

Wir sind vom 7.11 – 8.11 mit 26 Kulturwissenschaftsstudenten nach Bremerhaven gereist, um das Klimahaus und das Auswanderermuseum zu besuchen. Angefangen mit einer kurzen Zugfahrt, bei der wir Erstis schon sehr herzlich von den Stugas empfangen wurden, ging die coole Reise los! Einige der Mitreisenden kannte ich schon, jedoch habe ich auch viele neue Leute kennengelernt und interessante Gespräche führen können. In Bremerhaven angekommen, ging es nach dem Einchecken in der gut ausgestatteten Jugendherberge auch schon direkt ins Klimahaus, in dem wir eine Führung durch einige Bereiche mitverfolgen konnten. Da ich das Klimahaus davor noch nicht besucht hatte und nur Gutes darüber gehört habe, freute ich mich auf die Führung und die unterschiedlichen Räume. Insgesamt waren alle Bereiche, die wir sehen konnten auch ziemlich interessant und nett aufgebaut, jedoch wurden wir aufgrund von Zeitmangel ziemlich durch die Räumlichkeiten gehetzt. Somit hatte ich oft nicht die Chance mir alles anzuschauen, obwohl mich viele Kleinigkeiten interessiert haben. Trotzdem hat mir der Besuch im Klimahaus gefallen und dadurch, dass es noch so viel zu entdecken gibt, denke ich, dass ich dort nochmal hinfahren werde, um mir alles in Ruhe anzuschauen. Nachdem jeder einmal durch die verschiedenen Klimazonen gereist ist, haben wir uns alle zusammen in einem Restaurant versammelt und bei Pizza & Pasta geschnackt und gelacht. Mit vollen Bäuchen ging es dann wieder ab zur Jugendherberge, in der wir dann alle zusammen bei Billard, Tischtennis, Tischkicker und diversen anderen Spielen den Abend gemütlich ausgeklungen haben. Am Sonntagmorgen machten wir uns wieder auf den Weg und landeten beim Auswanderermuseum, in welchem wir auch eine Führung bekommen haben, die mir persönlich auch viel besser gefallen hat. Alleine der Aufbau des Museums mit all den verschiedenen Darstellungen aus dem Leben eines Auswanderers hat mich angesprochen und auch hier gab es viele Kleinigkeiten, die mein Interesse weckten. Nach dem Ende dieser kurzen, aber ziemlich unterhaltsamen Reise nehme ich mit, dass Geschichte doch gar nicht so langweilig ist, wie ich es immer gedacht habe. Außerdem ist mir durch die Erstifahrt klargeworden, dass ich mal öfters solche Besichtigungen und Führungen wahrnehmen sollte, um das kulturelle Verständnis zu erweitern. Es war ein sehr cooles Wochenende mit allen und ich würde immer wieder gerne mitkommen, wenn so etwas gestartet wird!

Eindrücke von Antonia Hachmann: ERSTI-Fahrt nach Bremerhaven

Nun sollte das Abenteuer Studium also losgehen. Noch kannte man sich nicht, doch dann wurde man schon aufgerufen, sich für eine kostenlose Ersti-Fahrt nach Bremerhaven einzutragen, wo nur ca. 30 Plätze zur Verfügung stehen. Mit kostenlosen Angeboten lockt man also sehr erfolgreich Studenten!

Nun ist sie um, die Sause. Folgendes haben wir erlebt:

Das Klimahaus stand am Samstag auf dem Programm. Wir hatten eine Führung gebucht bekommen und wurden also innerhalb von 1 1/2 Stunden durch das Haus gescheucht.

Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen: der Reise und der Perspektiven.

Die Reise ist genauer gesagt eine Reise durch die verschiedenen Klimazonen der Erde entlang des Längengrad 8° Ost über Stationen wie die Schweiz, Sardinien, Niger und Alaska.

Diese Reise durch die Räume des Klimahauses lässt die Besucher an den Temperaturen, Geräuschen, Tieren, Gerüchen, Vegetation und manchmal auch Bräuchen Teilhaben.

Im Teil der Perspektiven geht es hauptsächlich um den Klimawandel in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Leider hatten wir keine Zeit uns dieses Bereich näher anzusehen.

Im Allgemeinen bin ich persönlich nicht überzeugt von der Ausführung der Idee das Klima, ihren Wandel und die Ursachen des Wandels der Gesellschaft näher zu bringen. Einerseits stehen sie vor einem mit erhobenem Zeigefinger und andererseits heizen sie Räume für ihre Ausstellung auf bis zu 40 Grad und nebenan wird einer auf -8 Grad herunter gekühlt. Das brachte mich zum Nachdenken.

Außerdem werden dort Tiere auf sehr kleinem Raum gehalten, wobei ich schon beim Zuschauen ein beengtes Gefühl bekommen. Der Begriff der Artgerechten Tierhaltung ist meiner Meinung nach etwas zu dehnbar.

Am Sonntag standen wir dann um 11:30 vor dem deutschen Auswandererhaus. Auch hier hatten wir eine Führung durch die Ausstellung des Hauses. Uns wurde ein „Boarding Pass“ ausgehändigt, der uns durch die Ausstellung begleitete. Jeder bekam zwei Biografie zweier realen, meist schon verstorbener, Personen zugewiesen: Eine Person die nach Amerika und eine die nach Deutschland eingewandert ist. Diesen Personen sind wir dann auf ihrem Weg in ein neues Leben gefolgt. Die Ausstellung war beeindruckend groß und real. Man konnte sich richtig in die Lage der Menschen hineinversetzen. Besonders die sanitären, räumlichen und sozialen Lebensbedingungen auf der Überfahrt wurden mir bewusst, als ich durch die Nachbauten der Kajüten ging.

Im Großen und Ganzen war es eine sehr gelungene Ersti-Fahrt. Wir wurden immer wieder dazu aufgerufen unseren kritischen Blick zu schulen und die Ausstellungen nicht einfach auf uns einprasseln zu lassen. Das und viele neue Eindrücke nehme ich mit ins Studienleben!

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