Musik und Kultur

Fragen zur Vorlesung Interkulturelle Öffnung: Warum Musikunterricht ein interessantes Beispiel ist
1. Was ist die Musik Ihrer Kultur? Wie würden Sie die Beantwortung dieser Frage angehen? Können Sie das spontan sagen? Müssen Sie nachdenken? Lässt es sich in Worte fassen? Ist diese Frage für Sie wichtig?

2. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie die Musik einer anderen Kultur (oder die eigene) als „fremd“ erlebt haben?

Als Musik meiner Kultur sehe ich die west- und mitteleuropäische Musik, insbesondere die im deutschsprachigen Raum. Dabei stehen bei mir die Stücke ernster Musik, die durch ihren fortschreitenden und revolutionären Charakter auffallen, im Vordergrund. Selbstverständlich gehören aber auch Werke der Unterhaltungsmusik zum Kulturgut, wie beispielsweise Volksmusik oder aber auch, um im deutschsprachigen Bereich zu bleiben, Musik der Neuen Deutschen Welle. Ich denke, man muss abwägen, wie bestimmte Stücke die Entwicklung der Gesinnung bestimmter Nationen oder Nationenverbünde beeinflussen, bzw. widerspiegeln, um tatsächlich eine Aussage darüber treffen zu können, ob diese zum Kulturgut gehören.

Fremd ist mir öftermals neue Musik. Eine Situation, die mir noch besonders gut im Gedächtnis blieb, ereignete sich erst neulich in meinem Musiktheorie- und Gehörbildungskurs. Unser Dozent hat uns den „Gesang der Jünglinge“ von Stockhausen, einem deutschen Komponisten, der revolutionäre Werke veröffentlichte, vorgespielt und analysieren lassen. Ich habe weder eine bekannte Struktur der Musik erkennen, noch irgendein Gefühl der Ästhetik des Stückes wahrnehmen können, wodurch ich das Ganze auch nur widerwillig als Kunst ansehen konnte. Ich denke, dass ich für außerkulturelle Musik relativ offen bin, doch wenn die Musik nur noch Ausdrucksmittel für etwas „Neues“ ist und nicht ansatzweise -von mir gesetzte – Wünsche der Ästhetik bedienen kann, ist sie wirklich befremdlich.

2 Gedanken zu „Musik und Kultur

  1. Hallo Christoph,
    beim Durchlesen deines Beitrags habe ich oft das Gefühl gehabt, dir zustimmen zu können.
    Mir geht es auch so, dass ich besonders Musik mag, ob englischsprachig oder deutschsprachig, die eine gewisse Message hat, oder die einen Inhalt hat. Hier muss ich gerade an das Lied von Pink denken („Dear Mr. President“).
    Lieder sind nämlich, wie du bereits schon angedeutet hast, nicht nur zur Unterhaltung da, sie können eigene persönliche Geschichten erzählen, die evtl. den Zuhörern beratschlagen können und mitempfinden lassen, sie können aber auch politische oder sozial-gesellschaftliche Themen ansprechen, wie z.B. Kriege oder Homosexualität.
    Befremdlich ist für mich besonders Musik, bei der mehr geschrien, als gesungen wird. Interessant finde ich, dass es für bestimmte Leute entspannend und beruhigend ist Rock-Musik zu hören. Auf mich wirkt sie jedoch eher nur aggressiv und inhaltslos.
    Auch Festivals, wie z.B. „Wacken“, ziehen immer wieder hunderte von Rock-Fans an. Für mich persönlich wäre das nichts, da hier auch besonders der Konsum von Alkohol oftmals im Vordergrund steht.
    Dazu muss ich sagen, dass ich es aber schön finde, dass jeder seinen eigenen Geschmack hat und jeder die Möglichkeit hat, durch die Musik seiner Kultur Spaß zu haben, entspannen zu können oder auch mitempfinden/ verarbeiten zu können.
    Es wäre doch langweilig, wenn wir alle gleich wären..

  2. Hallo Christoph,

    ich kann dir zustimmen. Musik unserer Kultur ist nunmal eindeutig die ernste Musik bis in das 20. Jahrhundert. Seitdem gibt es jedoch soviele Einflüsse, nicht nur europäischer Natur sondern eher im gesamten Westen, dass sich die Musikkultur gemischt hat. Natürlich gab es immer wieder regionale Strömungen die einen besonderen Reiz hatten, sich aber durch die neuen Medien und den Transatlantikverkehr schnell austauschten. Die kulturelle Vermischung mit den Ostgebieten wurde maßgeblich nachdem 2. Weltkrieg, durch den Marshallplan und den GAstarbeitervertrag gefördert.

    Ich finde es gut, dass wir heute eine globale Musikszene haben, die im Prinzip ständig im Wandel ist. Auch wenn gerade die neue Musik aus dem Radio oft nicht mein Fall ist, sehe ich sie doch als kulturelles Gut an.

    Musik ist für kulturelle Öffnung deshalb so wichtig, weil sie sich über Staatsgrenzen und ethische Disparitäten hinwegsetzt, zusammenführt und zum Denken anregt.
    Wie ließ Beethoven Schillers Worte singen?: Alle Menschen werden Brüder!
    Nicht durch eine Religion, die fördern nur Konflikte, sondern duch die Musik werden wir alle gleich und friedvoll-

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