Sprachliche Heterogenität in Naturwissenschaften

Diskutieren Sie, wieso die Berücksichtigung der sprachlichen Heterogenität
der Klassen in NW-Unterricht wichtig ist. Berücksichtigen Sie dabei die
Unterschiede zwischen der deutschen Sprache und der Fachsprache. Ist
Fachsprache gleich Sprache?

Die naturwissenschaftliche Fachsprache ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Sprache. Mit ihrer Hilfe lassen sich komplexe Sachverhalte verhältnismäßig schnell und eindeutig vermitteln. Der große Nachteil an der Sache: Ebenso wie Fremdsprachen müssen sich die Schüler zunächst diese Sprache aneignen, was zu vielfältigen Problemen führen kann.

Ein Großteil der naturwissenschaftlichen Fachsprache lässt sich klassischerweise von Lateinischen, bzw. Altgriechischen Begriffen ableiten, ihre Bedeutung jedoch, kann unter Umständen der ursprünglichen Wortherkunft abweichen und in Bezug auf gewisse Phänomene nur im entfernteren Sinne „übersetzt“ werden. Nichtsdestotrotz führt dieser Umstand dazu, dass Schüler, die entweder eine frühe Förderung für diese klassischen Sprachen erhalten haben, oder aber auch schlichtweg sprachlich „begabter“ sind, einen Vorteil gegenüber anderen Schülern haben. Die Lehrkraft kann also nicht davon ausgehen, dass die Schüler fachsprachlich all auf einem ähnlichen Stand sind. Diese Diskrepanzen können dazu führen, dass bestimmte Schüler, die besondere Schwierigkeiten haben, sich diese Fachsprache anzueignen, auch stärkere Probleme dabei haben, sich in der Welt der Naturwissenschaften zurechtzufinden. Auf dieses, häufig verkannte, Problem muss in der Schullaufbahn stärker eingegangen werden, da es dazu führen kann, dass ein eigentlich naturwissenschaftlich begabter Schüler sich durch die Fachsprache von diesen Bereichen ausgeschlossen fühlt und Lernschwierigkeiten und im schlimmsten Fall eine Verweigerungshaltung aufzeigt.

Musik und Kultur

Fragen zur Vorlesung Interkulturelle Öffnung: Warum Musikunterricht ein interessantes Beispiel ist
1. Was ist die Musik Ihrer Kultur? Wie würden Sie die Beantwortung dieser Frage angehen? Können Sie das spontan sagen? Müssen Sie nachdenken? Lässt es sich in Worte fassen? Ist diese Frage für Sie wichtig?

2. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie die Musik einer anderen Kultur (oder die eigene) als „fremd“ erlebt haben?

Als Musik meiner Kultur sehe ich die west- und mitteleuropäische Musik, insbesondere die im deutschsprachigen Raum. Dabei stehen bei mir die Stücke ernster Musik, die durch ihren fortschreitenden und revolutionären Charakter auffallen, im Vordergrund. Selbstverständlich gehören aber auch Werke der Unterhaltungsmusik zum Kulturgut, wie beispielsweise Volksmusik oder aber auch, um im deutschsprachigen Bereich zu bleiben, Musik der Neuen Deutschen Welle. Ich denke, man muss abwägen, wie bestimmte Stücke die Entwicklung der Gesinnung bestimmter Nationen oder Nationenverbünde beeinflussen, bzw. widerspiegeln, um tatsächlich eine Aussage darüber treffen zu können, ob diese zum Kulturgut gehören.

Fremd ist mir öftermals neue Musik. Eine Situation, die mir noch besonders gut im Gedächtnis blieb, ereignete sich erst neulich in meinem Musiktheorie- und Gehörbildungskurs. Unser Dozent hat uns den „Gesang der Jünglinge“ von Stockhausen, einem deutschen Komponisten, der revolutionäre Werke veröffentlichte, vorgespielt und analysieren lassen. Ich habe weder eine bekannte Struktur der Musik erkennen, noch irgendein Gefühl der Ästhetik des Stückes wahrnehmen können, wodurch ich das Ganze auch nur widerwillig als Kunst ansehen konnte. Ich denke, dass ich für außerkulturelle Musik relativ offen bin, doch wenn die Musik nur noch Ausdrucksmittel für etwas „Neues“ ist und nicht ansatzweise -von mir gesetzte – Wünsche der Ästhetik bedienen kann, ist sie wirklich befremdlich.