{"id":44,"date":"2014-06-12T15:57:13","date_gmt":"2014-06-12T14:57:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/krossefm\/?p=44"},"modified":"2014-06-12T15:57:13","modified_gmt":"2014-06-12T14:57:13","slug":"mein-radiomoment-warum-ich-eigentlich-kein-radio-hoere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/krossefm\/2014\/06\/12\/mein-radiomoment-warum-ich-eigentlich-kein-radio-hoere\/","title":{"rendered":"Mein Radiomoment &#8211; Warum ich (eigentlich) kein Radio h\u00f6re"},"content":{"rendered":"<p>Radio: Diese unliebsame Begleiterscheinung, wenn man beim Autofahren seine CD-Tasche vergessen hat. Oder die Speicherkarte nicht lesbar ist. Oder sich die Multimediaeinheit aus unerfindlichen Gr\u00fcnden mal nicht mit dem Bluetooth-Modul des Smartphones koppeln l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Was bedeutet denn Radio anno 2014? Wir genie\u00dfen die Freiheit, unser musikalisches Programm so individuell wie nur denkbar zu gestalten \u2013 Mittel und Wege gibt es ja viele. Via Spotify k\u00f6nnen wir auf unsere Musik inzwischen auch von unterwegs aus zugreifen, iTunes Match erm\u00f6glicht uns, die eigene Library in der Hosentasche herumzutragen und abzurufen. Wir erstellen uns Playlisten, favorisieren Youtubevideos und liken Clips bei Facebook \u2013 ganz nach dem eigenen Geschmack! Was also kann uns das Radio bieten?<\/p>\n<p>Auf den g\u00e4ngigen Frequenzen bekommen wir den gef\u00fchlt immer gleichen Retortenkitsch der aktuellen Saison pr\u00e4sentiert, dazu das \u201eBeste\u201c, sprich Totgenudeltste der 80er und 90er. Risiko? Fehlanzeige! Spannung: gleich Null. Ganz ehrlich, wenn ich mal gezwungen bin, \u00fcber l\u00e4ngere Zeit Bremen 4, NRJ und Konsorten zu h\u00f6ren, werde ich \u00fcber kurz oder lang aggressiv. F\u00fcr wen wird denn dieses Programm zusammengestellt? Wer ist diese graue Masse, die sich daran erfreut, den aktuellen Sommerhit 3x am Tag, 30x die Woche vorgesetzt zu bekommen? Selbst, wenn man einen Song urspr\u00fcnglich mal mochte, so verliert er an Bedeutung, wenn man ihn in solch \u00fcbertrieben stetiger Frequenz zu h\u00f6ren kriegt, dass man ihn nach dem 4. Mal auswendig mitsingen, und nach dem 40. Mal dazu im Takt reihern kann!<\/p>\n<p>Aber Radio k\u00f6nnte auch anders! Es besitzt das Potenzial, seine H\u00f6rerschaft zu \u00fcberraschen, in den allt\u00e4glichsten Situationen zu begleiten und mit einem Programm zu versorgen, das emotional begeistert, belebt oder ber\u00fchrt. Wenn wir dem Radio Einlass in unsere Wohnzimmer oder Autocockpits gew\u00e4hren; wenn wir ihm erlauben, bei uns zu sein, wenn wir uns auf l\u00e4ngere Fahrten begeben, im B\u00fcro schwitzen oder zuhause Lust auf laute Musik haben, dann sollte sich Radio erkenntlich zeigen und das nicht, indem es uns mit abgekochter Fertigsuppe abf\u00fcllt, sondern uns mit feinster Gourmetkost verw\u00f6hnt. Eine Melange aus Bekanntem und Beliebtem, nicht blo\u00df kommerziell Erfolgreichem und mehrfach Durchgekautem.<\/p>\n<p>Wenn der Sender Augen und Ohren offen gehalten hat, um seinen H\u00f6rern Neues und Spannendes aus der globalen Musikszene aufzutischen; wenn dabei ein toller Mix aus Neuem und Gro\u00dfartigem entsteht und er uns vielleicht sogar mit dem n\u00e4chsten gro\u00dfen Lieblingslied beschenkt; wenn das Radio uns nicht blo\u00df als Konsumenten versteht, sondern als intelligenten H\u00f6rer wertzusch\u00e4tzen weiss, dann werden wir diese Wertsch\u00e4tzung erwidern, dann werden wir ihm seinen Mut danken und dranbleiben! Und dann kann Radio wieder Spa\u00df machen, auch im Jahr 2014!<\/p>\n<p><em>Marian Rossol<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radio: Diese unliebsame Begleiterscheinung, wenn man beim Autofahren seine CD-Tasche vergessen hat. Oder die Speicherkarte nicht lesbar ist. 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