Fazit

Im Hinblick auf unsere Forschungsfrage “Wie haben Bremer*innen den Konzertsommer 2024 in Bezug auf die Konzerte von Taylor Swift, Adele und Coldplay wahrgenommen?” kommen wir zu dem Schluss, dass auch Bremer*innen bereit sind, viel Geld und Zeit aufzuwenden, um an den Konzerten teilzunehmen, obwohl der Weg zu den Shows, die alle in anderen Städten stattfanden, teilweise sehr lang war. 

Das hat viele Hintergründe: In unseren Kurzinterviews, die wir in der Bremer Innenstadt durchführten, konnten wir feststellen, dass alle Befragten aufgrund der intensiven Berichterstattung auf Social Media von den Konzerten mitbekommen haben. Viele von ihnen besuchten darüber hinaus die Konzerte oder kennen Menschen, die an ihnen teilnahmen. 

Außerdem stellten wir fest, dass selbst die Befragten, die keine Fans der Musiker*innen waren, Interesse an einer Konzertkarte hatten, was aufgrund der teilweise sehr hohen Ticketpreise jedoch nicht für alle möglich war.

Doch warum war das Interesse der Bremer*innen an den Konzerten so groß? Ein Teil der Antwort liegt wohl darin, dass Konzerte so viel mehr sein können als nur Musikveranstaltungen, für die über die sozialen Medien geworben wird. Sie stellen reale Events dar, die ganz unabhängig von unserem Smartphone stattfinden. Ihr emotionaler und sozialer Wert ist unermesslich, für Superfans sogar identitätsstiftend. 

In den Interviews, die wir mit bremischen Konzertbesucher*innen von Taylor Swift, Coldplay und Adele führten, stellten wir fest: Die Erlebnisse, die rund um ein Konzert und die dafür anstehenden Vorbereitungen entstehen, können immens prägend sein. Während der Konzerte bilden sich Orte der Gemeinschaft; schon in den Städten beginnt das Gemeinschaftsgefühl: In Straßenbahnen, gefüllt von Menschen mit dem gleichen Interesse, gekleidet in Merchandise, machen sie sich auf den Weg, ein einmaliges Erlebnis miteinander zu teilen. Auch die großen Bühnenshows, die von den Veranstalter*innen auf die Beine gestellt werden, mit spektakulären Kostümen, Choreographien und Interaktionen mit dem Publikum, tragen zu diesen besonderen Momenten bei.

Die emotional aufgeladene Stimmung während der Lieder schweißt zusammen. Wenn sich eine riesige Masse an Menschen in den Armen liegt, im Takt bewegt und das gleiche Lied mitsingt, entsteht ein Moment der Gemeinschaft, der verbindet – ein Safe Space für jegliche Fans, die sich in der Musik der Künstler*innen aufgehoben und angekommen fühlen. Trotz der emotionalen und einzigartigen Erlebnisse stellen die hohen Ticketpreise eine Hürde für manche Fans dar, da diese nicht immer eine gute Sicht garantieren. 

All dies sind Beobachtungen, die auch an den Bremer*innen nicht vorbeigezogen sind. So können einige von ihnen sich zu denjenigen zählen, die eine Karte ergattern und somit die Konzerte besuchen konnten. Demnach haben die Bremer*innen den Konzertsommer 2024 teilweise sogar in Person, doch definitiv über die sozialen Medien mit großem Interesse wahrgenommen.