„SOZIOKULTURELLE HETEROGENITÄT“

Trotzdem meine Herkunft nicht zu einhundert Prozent deutsch ist und ich auf eine Schule gegangen bin, die ein sehr weites Spektrum an Schülern hatte, habe ich kaum Erfahrung darin wie Schulen den Umgang mit Heterogenität regeln und fördern. Das Zusammenleben und die gegenseitige Akzeptanz waren für uns selbstverständlich.

Die letzte Schule die ich besucht habe war eine berufsbildende Schule, eine so genannte BBS. Die BBS war in verschiedene Fachrichtungen wie zum Beispiel Wirtschaft oder Technik eingeteilt und weitergehend in Auszubildende, Fach-Abiturienten und Abiturienten. Aufgrund dieser Aufteilung kann ich nur für meine Erfahrungen in den Abiturklassen des Fachbereichs Wirtschaft sprechen und ich muss sagen, dass ich trotz einem weiten Spektrum von Schülern keine negativen Spannungen aufgrund von verschiedener Herkunft verspüren konnte – dies bezieht sich sowohl auf die soziale, als auch auf die kulturelle Herkunft.

Dieses freundschaftliche Miteinander kann mehrere Gründe gehabt haben, es könnte sein, dass wir zu erwachsen waren und die Diskriminierung von Mitschülern für uns einfach nicht von Interesse war oder wir einfach aus einer Generation sind, in der Heterogenität zum Alltag gehört und selbstverständlich ist. Möglicherweise hat auch einfach die Struktur der Schule eine gewisse Heterogenität und Offenheit ausstrahlt, die sich positiv auf die Psyche der Schüler ausgewirkt hat, denn ob nun Abiturienten, anstrebende Künstler und Designer oder Mechaniker, letztendlich sind alle aus ihren Trakten geströmt und haben zusammen die Pause, Sportkurse oder außerschulischen Aktivitäten verbracht. Aus diesem Grund waren wirklich handfest und aktive Maßnahmen von Seiten der Schulleitung zur Förderung des Zusammenlebens einfach nicht nötig und daher kann ich keine konkrete Kategorisierung der Maßnahmen, Projekte oder Initiativen, die ich im schulischen Umfeld zum Umgang mit soziokultureller Heterogenität kennen gelernt habe durchführen.

Aufgrund meiner geringen Erfahrungen mit aktiven Maßnahmen zur Förderung von soziokultureller Heterogenität würde ich in kommenden Praktika gerne genauere Observationen diesbezüglich vornehmen. Es wäre es für mich interessant zu sehen welche Auswirkungen tatsächliche Projekte oder Initiativen haben können.

Für die Zukunft bin ich der Meinung, dass Verständnis und Akzeptanz nicht erzwungen werden kann. Ich habe viel über Projektwochen gehört, die mehr Akzeptanz innerhalb von Heterogenen Schülerschaften erzeugen sollen, allerdings befürchte ich, dass diese Veranstaltungen auf Zwang beruhen und die Schüler mitmachen, weil sie es müssen und nicht weil sie es möchten. Wenn man den Fokus darauf legen würde die Klassen näher zusammen zu schweißen anstatt eine generelle Akzeptanz für jeden der anders ist zu erzwingen, würden Verständnis und Akzeptanz durch die vielfältige Natur der heutigen Klassen-Konstellation auf eine natürlichere Weise folgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.