{"id":41,"date":"2018-05-30T00:06:10","date_gmt":"2018-05-29T22:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/?p=41"},"modified":"2018-05-30T00:18:10","modified_gmt":"2018-05-29T22:18:10","slug":"auf-dem-weg-zu-einer-schule-rv08","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/2018\/05\/30\/auf-dem-weg-zu-einer-schule-rv08\/","title":{"rendered":"Auf dem Weg zu einer Schule ? RV08"},"content":{"rendered":"<p>In der heutigen Vorlesung stellte uns Prof. Dr. Frank J. M\u00fcller m\u00f6gliche Konsequenzen bei der Aussonderung von SuS mit sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderbedarf vor.<br \/>\nZun\u00e4chst erscheint eine homologe Lerngruppe von SuS mit sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderbedarf als \u201esinnvoller\u201c oder auch \u201eeinfacher\u201c. Jedoch zieht eine solche Kategorisierung bzw. Aussonderung oft auch viele Nachteile mit sich.<br \/>\nGenerell orientieren sich SuS an anderen Mitsch\u00fclern, das hei\u00dft, dass sie ihre Klassenkameraden studieren und m\u00f6glicherweise Verhaltensweisen \u00fcbernehmen. Durch Nachahmung ihrer ebenfalls beeintr\u00e4chtigten Mitsch\u00fcler k\u00f6nnen somit zus\u00e4tzlich neue (vll. unerw\u00fcnschte) Verhaltensweisen entstehen.<br \/>\nDen SuS fehlen &#8222;richtige&#8220; Vorbilder, an denen sie sich orientieren k\u00f6nnen. Ohne Vorbilder f\u00e4llt es den SuS schwerer sich weiterzuentwickeln, zu bilden oder auch soziales Verhalten zu erlernen.<br \/>\nAnschlie\u00dfend an die Ringvorlesung 7 wird den SuS mit dem Label \u201esonderp\u00e4dagogischer F\u00f6rderbedarf\u201c nicht nur Ressourcen zur Verf\u00fcgung gestellt, sondern es bedeutet auch gleichzeitig, dass ihnen oft Chancen auf Bildung verbaut werden. So erhalten viele SuS keinen oder nur einen geringen Schulabschluss, obwohl sie in der Lage w\u00e4ren, eine Regelklasse zu besuchen und einen Abschluss zu erreichen.<\/p>\n<p>Die Diagnose \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung und Entwicklung\u201c kann die Information enthalten, dass der SuS kognitiv eingeschr\u00e4nkt ist. Au\u00dferdem k\u00f6nnen auch sprachliche oder soziale Probleme bestehen. Bei dem \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Lernen\u201c bestehen m\u00f6glicherweise Konzentrationsprobleme sowie Sprach- oder Schreibschw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Aber wie geht man mit solchen Diagnosen um?<\/p>\n<p>Vorerst muss man klarstellen, dass es bei einer Diagnose immer ein Ressourcen-Etikettiergungs-Dilemma gibt. Denn durch die Diagnose \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung und Entwicklung\u201c wird nicht ersichtlich, in welcher Weise sich dieser F\u00f6rderbedarf zeigt. Es herrscht also eine begrenzte Aussagekraft der einzelnen Kategorien.<br \/>\nAm wichtigsten ist es, sich ein Bild von dem SuS zu machen. Hierzu gibt es mehrere M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Man kann zum einen mit dem Sch\u00fcler selbst sprechen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Zum anderen gibt es die M\u00f6glichkeit sich den Diagnosebericht durchzulesen oder Mitsch\u00fcler zu befragen.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Verb\u00fcndeten stellen aber die Eltern dar. Neben der Schule verbringen die Kinder die meiste Zeit mit ihren Eltern. Diese k\u00f6nnen oft am besten beurteilen, welche Methoden klappen k\u00f6nnten und welche nicht. Au\u00dferdem k\u00f6nnen sie oft gut beschreiben, worin die generellen Probleme beim Lernen oder der emotional-sozialen Ebene bestehen. Mit der Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung der Eltern kann man sich auch an Kollegen wenden, die schon Erfahrungen mit dem SuS im Unterricht sammeln konnten.<\/p>\n<p>Generell gibt es kein Rezept, das alle Schwierigkeiten l\u00f6st, aber es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten, den Unterricht, so gut es geht, vorzubereiten.<br \/>\nDas A und O ist dabei der regelm\u00e4\u00dfige Austausch mit Eltern, Kollegen, ggf. zust\u00e4ndigen Sonderp\u00e4dagogen, aber auch besonders mit den SuS selbst. Die SuS k\u00f6nnen am besten sagen, ob sie \u00fcber- oder unterfordert sind. Au\u00dferdem sollte man generell akzeptieren, dass die SuS vielf\u00e4ltige Bed\u00fcrfnisse haben, auf die man als Lehrer eingehen muss.<br \/>\nDurch gestaffelte Lerninhalte oder Aufgabenzettel haben die SuS die M\u00f6glichkeit, in ihrem eigenen Arbeitstempo oder Schwierigkeitsgrad zu arbeiten und somit auch das Lernen individuell zu gestalten. Man sollte sich dabei immer die Frage stellen, ob die Unterrichtsinhalte f\u00fcr jeden SuS zug\u00e4nglich sind, das hei\u00dft, ob zum Beispiel die Sprache angemessen ist. Das gilt nicht nur in einer Klasse mit SuS, die einen F\u00f6rderbedarf haben, sondern sollte generell immer vorhanden sein. Denn jeder SuS mit oder ohne F\u00f6rderbedarf ist individuell und hat verschieden St\u00e4rken und Schw\u00e4chen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der heutigen Vorlesung stellte uns Prof. Dr. Frank J. M\u00fcller m\u00f6gliche Konsequenzen bei der Aussonderung von SuS mit sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderbedarf vor. Zun\u00e4chst erscheint eine homologe Lerngruppe von SuS mit sonderp\u00e4dagogischen F\u00f6rderbedarf als \u201esinnvoller\u201c oder auch \u201eeinfacher\u201c. Jedoch zieht eine solche Kategorisierung bzw. Aussonderung oft auch viele Nachteile mit sich. Generell orientieren sich SuS an [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":9575,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207],"tags":[23848],"class_list":["post-41","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-rv08","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9575"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41\/revisions\/45"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}