{"id":33,"date":"2018-04-25T14:54:47","date_gmt":"2018-04-25T12:54:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/?p=33"},"modified":"2018-04-25T14:56:43","modified_gmt":"2018-04-25T12:56:43","slug":"heterogenitaet-in-den-naturwissenschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/2018\/04\/25\/heterogenitaet-in-den-naturwissenschaften\/","title":{"rendered":"Heterogenit\u00e4t in den Naturwissenschaften"},"content":{"rendered":"<p>In der vierten Vorlesung wurden empirische Forschungen zum Thema \u201eHeterogenit\u00e4t im naturwissenschaftlichen Unterricht\u201c behandelt. Denn SuS verf\u00fcgen \u00fcber unterschiedliche Wissensst\u00e4nde und lernen unterschiedlich gerne bzw. schnell. Dabei h\u00e4ngt der Lernerfolg nicht nur mit der Lernlust zusammen sondern auch mit der Gestaltung des Unterrichtes.<br \/>\nNicht jeder Sch\u00fcler kann mit jedem Thema oder jeder Aufgabe gleich schnell etwas anfangen.<br \/>\nSomit entstehen oft Leistungsunterschiede zwischen den SuS.<br \/>\nWie kann man auf diese Leistungsunterschiede reagieren und den Unterricht entsprechend gestalten ?<\/p>\n<p>In einer fiktiven Schulkonferenz wird genau dieses Thema besprochen.<br \/>\nDabei gilt es herauszufinden, welche Ma\u00dfnahmen getroffen werden k\u00f6nnen, um die Sch\u00fcler besser zu fordern und zu f\u00f6rdern.<br \/>\nEin Kollege meldet sich zu Wort und spricht dabei das zentrale Thema an und zwar die unterschiedlichen Leistungsunterschiede zwischen den SuS. Er hat die Idee, die SuS in Leistungsgruppen einzuteilen, um eine homologe Gruppe zu bilden und somit das Leistungsniveau an die Gruppen anzupassen.<br \/>\nAber ist diese Ma\u00dfnahme sinnvoll ?<br \/>\nNein, denn es ist empirisch bewiesen, dass leistungsst\u00e4rkere Sch\u00fcler nur geringf\u00fcgig davon profitieren, in einer homologen Gruppe zu arbeiten. Jedoch hat eine homologe Gruppe bei leistungsschw\u00e4cheren SuS eine sehr negative Auswirkung.<\/p>\n<p>Die Konferenz tagt weiter. Nun wird \u00fcber die Aufbereitung der Unterrichtsthemen gesprochen. Eine Lehrerin beklagt sich \u00fcber die letzte Klausur. Der Klassendurchschnitt war wider erwartend niedrig. Obwohl sie das Hauptthema doch auf das in der Klasse durchgef\u00fchrte Experiment gelegt hatte. Jeder SuS hat sich am Experiment beteiligt, sie versteht nicht, warum das Thema anscheinend nicht verstanden wurde.<br \/>\nWas ist nun besser ? SuS selber experimentieren lassen oder doch selber vorne das Experiment demonstrieren ?<br \/>\nAuch hierzu wurden empirische Forschungen betrieben. Diese zeigten, dass SuS zwar die Technik des Experimentierens lernen, jedoch mehr auf die Aufgabenstellung und Ausf\u00fchrung fokussiert sind. Dabei spielt das Verst\u00e4ndnis und der Grund hinter dem Experiment eine untergeordnete Rolle. Das eigene Mitdenken und Hinterfragen ist beim Verst\u00e4ndnis eines Themenkomplexes von gro\u00dfer Bedeutung. Hierzu m\u00fcsste man das Experiment entsprechend aufbereiten, um die Sch\u00fcler zum Mitdenken anzuregen.<\/p>\n<p>Aber welches Konzept k\u00f6nnte nun wirklich sinnvoll sein ?<\/p>\n<p>Meine Mathelehrerin hatte zu diesem Thema eine gute Idee. Nachdem wir Aufgaben bekommen und bearbeitet hatten, wurden wir in Gruppen eingeteilt. Dabei hat sie versucht, m\u00f6glichst kleine heterogene Arbeitsgruppen zu bilden. Diese Gruppen bestanden maximal aus drei bis vier Personen. Dann sollten die Ergebnisse untereinander besprochen werden. Eine dieser Personen konnte besonders gut das zu behandelnde Thema und hatte indirekt den Auftrag, bei Verst\u00e4ndnisproblemen die Aufgabe zu erkl\u00e4ren.<br \/>\nZum einen profitieren diese \u201eleistungsst\u00e4rkeren\u201c SuS davon, dass sie ihr Wissen durch das Erkl\u00e4ren weiter vertiefen konnten. Au\u00dferdem erkannten sie, in welchen Bereichen sie doch noch Wissensl\u00fccken hatten. Lernen durch Lehren ist hier das Stichwort.<br \/>\nZum anderen konnten sich die \u201eleistungsschw\u00e4cheren\u201c SuS mit ihren Mitsch\u00fclern austauschen und den Themenkomplex durch eine andere Wortwahl besser verstehen. Denn zum Teil konnten viele SuS mit Fachbegriffen in den Lehrb\u00fcchern wenig anfangen und es fiel ihnen schwer, den Rechenschritten sowie Anleitungen zu folgen und diese auch zu verstehen.<br \/>\nDiese heterogene Gruppenarbeit zeigt, dass jeder SuS davon profitieren kann und es somit keine homologe Gruppen braucht, um gute Lernerfolge zu erzielen. Dabei ist es meiner Meinung nach aber wichtig, wirklich kleine Lerngruppen zu bilden, damit jeder Sch\u00fcler zu Wort kommen kann und dieses Lernangebot annimmt.<\/p>\n<p>Auf die Behauptung: \u201eGesamtschulen sind ja immer mal wieder der letzte Trend, ob wir sie nun Oberschulen nennen oder Sekundarschulen, die Idee ist doch dieselbe. Alle werden gemeinsam unterrichtet, was f\u00fcr eine Ideologie. Dabei zeigt doch die empirische Forschung klar, dass das Gymnasium nur von den besten SuS besucht werden sollte. Die schlechten f\u00fchlen sich hier doch viel zu schnell \u00fcberfordert und das frustriert sie so sehr, dass sie vollkommen abschalten.\u201c w\u00fcrde ich deshalb antworten, dass empirisch bewiesen ist, das leistungsschwache SuS von leistungsstarken SuS profitieren, aber auch umgekehrt k\u00f6nnen leistungsstarke durch das Erkl\u00e4ren ihr Wissen noch weiter erweitern. Au\u00dferdem wird in einer heterogenen Klasse nicht nur das Lernen sondern auch die Sozialkompetenz gef\u00f6rdert.<br \/>\nIch stimme zu, dass Sch\u00fcler, die im Unterricht nicht mitkommen, eher dazu neigen, \u201eabzuschalten\u201c oder frustriert zu sein. Aber dieses \u201eAbschalten\u201c kann man durch ein entsprechendes Unterrichtsangebot entgegenwirken.<\/p>\n<p>Eine Aufgabe in gestaffelten Schwierigkeitsgraden k\u00f6nnte wie folgt aussehen.<br \/>\nIn meinem Schulfach Biologie werden oft komplexe ineinandergreifende Systeme oder Abl\u00e4ufe besprochen. Viele SuS hatten zu meiner fr\u00fcheren Schulzeit Schwierigkeiten, bestimmte Texte und Sachzusammenh\u00e4nge zu verstehen.<br \/>\nIch w\u00fcrde vorerst einen Text austeilen, der komplexer gestaltet ist. Jedoch w\u00fcrde ich, wenn jemanden den Text zu schwierig findet, einen zweiten leichteren Text zum Verst\u00e4ndnis zur Verf\u00fcgung stellen.<br \/>\nIm Anschluss w\u00e4re es mir wichtig, dass die Sch\u00fcler sich in Gruppen austauschen und gegebenenfalls Verst\u00e4ndnisfragen untereinander kl\u00e4ren k\u00f6nnen, diese Ma\u00dfnahme w\u00e4re die dritte Staffelung.<br \/>\nIn heterogenen Gruppen sollen die SuS ihre Ergebnisse zusammentragen und in einer Grafik die einzelnen Schritte darstellen und erl\u00e4utern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der vierten Vorlesung wurden empirische Forschungen zum Thema \u201eHeterogenit\u00e4t im naturwissenschaftlichen Unterricht\u201c behandelt. 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