{"id":23,"date":"2018-04-11T21:38:10","date_gmt":"2018-04-11T19:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/?p=23"},"modified":"2018-04-12T21:15:51","modified_gmt":"2018-04-12T19:15:51","slug":"soziokulturelle-heterogenitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/katharinasblog3\/2018\/04\/11\/soziokulturelle-heterogenitaet\/","title":{"rendered":"Soziokulturelle Heterogenit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>In der letzten Vorlesung wurde das Thema soziokulturelle Heterogenit\u00e4t besonders im Bezug auf Migration behandelt. Denn Migration ist ein Teil von Deutschland. Geschichtlich gesehen, gab es immer wieder Zuwanderung und immer wieder kam die Angst nach Identit\u00e4tsverlust und zu gro\u00dfer Belastung f\u00fcr Gesellschaft und Politik auf. In der j\u00fcngsten Vergangenheit haben sich diese \u00c4ngste nie best\u00e4tigt. Im Gegenteil gab es viele positive Auswirkungen. Auch die momentane Schullandschaft w\u00e4re eine ganz andere ohne Migration.<\/p>\n<p>Doch damit alle von Migration profitieren, bedarf es einer guten Integration. Diese Herausforderung anzunehmen, ist eine zentrale Schl\u00fcsselqualifikation, denn Deutschland ist vielf\u00e4ltig und Vielfalt bedeutet nicht etwas negatives, sondern bietet mehr M\u00f6glichkeiten und Chancen f\u00fcr jeden von uns.<\/p>\n<p>Auf meiner Schule waren kaum Mitsch\u00fcler mit Migrationshintergrund und wenn, dann wurden sie schon in Deutschland geboren und Deutsch war von Anfang an ihre Muttersprache.<br \/>\nIch habe nur einmal die Erfahrung gemacht, dass eine neue Mitsch\u00fclerin in die Klasse kam, die kein Deutsch sprechen konnte. Nach dem Prinzip \u201eswim or sink\u201c wurde sie ohne Vorkurs in unsere Regelklasse gesteckt.<br \/>\nIch kann leider nicht sagen, in wie weit sie Unterst\u00fctzung von Au\u00dfen bekam oder ob sie privat in Sprachkurse ging. Aber nach meinen Beobachtungen hatte sie sehr gro\u00dfe Schwierigkeiten, am Unterricht wirklich teilzunehmen. Lediglich in Unterrichtseinheiten, bei denen kaum komplexe Sachverhalte erarbeitet wurden, konnte sie aktiv teilnehmen. Die bestehende Sprachbarriere machte es kaum m\u00f6glich, ein Gespr\u00e4ch mit ihr anzufangen. Zu dem merkte man ihr an, dass sie sehr unsicher war und Angst hatte etwas Falsches zu sagen, was dazu f\u00fchrte, dass sie gar nichts mehr sagte. Erschwerend kam noch hinzu, dass keiner meiner Mitsch\u00fcler ihre Muttersprache sprechen konnte. Ich glaube, sie hat sich damals sehr alleine und unwohl gef\u00fchlt. Auch die Lehrer waren anscheinend mit der Situation sehr \u00fcberfordert, da sie nicht so recht wussten, wie sie die Sch\u00fclerin f\u00f6rdern k\u00f6nnen, wenn beide Seiten den anderen nur schwer verstanden. Zum Ende hin hat sie die Schule verlassen.<br \/>\nWenn ich diesen Fall der Ausl\u00e4nder-, Interkulturellen oder Antirassistischen P\u00e4dagogik zuordnen m\u00fcsste, w\u00fcrde ich sagen, dass das ein Beispiel f\u00fcr Ausl\u00e4nderp\u00e4dagogik ist. Es wurde zwar nicht in Form von Sprachkursen oder einer speziellen Klasse auf p\u00e4dagogischen Wege gearbeitet, aber das Ziel m\u00f6glichst eine Homogenit\u00e4t herzustellen oder \u201ewieder\u201c herzustellen, stand hierbei wohl im Vordergrund.<br \/>\nIn diesem Fall w\u00e4re eine Vorklasse meines Erachtens das Beste gewesen. Zum einen, um mit gleichgesinnten die Sprache zu lernen und keine Angst haben zu m\u00fcssen etwas falsch zu machen, zum anderen w\u00e4re es ihr bestimmt so auch leichter gefallen, erste Freundschaften zu kn\u00fcpfen.<br \/>\nIch glaube, eine Hybridversion von Vorklasse und Regelklasse ist ein guter Weg, um individuell zu f\u00f6rdern, aber auch mit Mitsch\u00fclern in Kontakt zu treten, die schon l\u00e4nger im Land wohnen.<\/p>\n<p>Ein weiteres sehr verbreitetes Problem sind Vorurteile gegen\u00fcber Menschen mit Migrationshintergrund. Durch Projekte, Kommunikation und dem Auseinandersetzen mit interkultureller Heterogenit\u00e4t kann man diese Vorurteile effektiv abbauen.<br \/>\nMeine Schule hat in diesem Zusammenhang ein sch\u00f6nes Projekt ins Leben gerufen.<br \/>\nAus \u00fcber zehn L\u00e4ndern kommen jedes Jahr Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, um bei Munol (Model United Nations of L\u00fcbeck) teilzunehmen. Aus der T\u00fcrkei, Schweden, Taiwan, China und vielen anderen L\u00e4ndern reisen die Sch\u00fcler an und werden von Gastfamilien aufgenommen. Sehr oft nehmen die Kinder dieser Gastfamilie selbst an Munol teil.<br \/>\n\u00dcblicherweise dauert Munol eine Woche. Das Ziel ist es die UN-Mitgliedsstaaten zu repr\u00e4sentieren und politische Themen zu diskutieren. Nach jedem Tag gibt es weitere Veranstaltungen und Partys, bei denen die Teilnehmer aktiv auch \u00fcber private und kulturelle Themen sprechen. Auch als nicht teilnehmende Person sp\u00fcrt man w\u00e4hrend dieser Tage, wie viel Spa\u00df dieses Projekt den Sch\u00fclern macht und das viele neue Freundschaften dadurch entstanden sind.<br \/>\nJeder nimmt nur positive Erfahrungen bei dieser soziokulturellen bzw. interkulturellen Begegnung mit.<br \/>\nDieses w\u00fcrde ich sagen, ist ein Beispiel f\u00fcr Interkultureller P\u00e4dagogik, denn es kommt hierbei zu interkulturellen Dialogen zwischen den Sch\u00fclern und schafft das Bewusstsein von einer heterogenen Gesellschaft.<br \/>\nDieses Beispiel zeigt, dass st\u00e4ndiger Austausch und Kommunikation zwischen Sch\u00fclern und Lehrern sehr wichtig ist, um mit interkultureller Heterogenit\u00e4t umzugehen und Vorurteile abzubauen.<br \/>\nAus diesem Grund sollten Freir\u00e4ume in der Schule geschaffen werden, um einen intensiven kulturellen Austausch zu erm\u00f6glichen. Mein Vorschlag w\u00e4re eine eigene \u201eKlassenstunde\u201c einzuf\u00fchren, die sich mit solchen Themen befasst und somit den Klassenzusammenhalt st\u00e4rkt. Auch Projekttage wie z.B. Munol k\u00f6nnten vielleicht veranstaltet werden, um sich mit Migration und Heterogenit\u00e4t intensiv auseinander zu setzten.<\/p>\n<p>Wir, als angehende Lehrer, haben die M\u00f6glichkeit solche Formen des Austausches in einem gesch\u00fctztem Rahmen zu integrieren bzw. zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nAus diesem Grund m\u00f6chte ich bei meinem n\u00e4chsten Praktikum darauf achten, ob und wie Lehrer Rahmen des interkulturellen Austausches schaffen und in ihrem Unterricht miteinbeziehen. Au\u00dferdem m\u00f6chte ich einen besonderen Augenmerk darauflegen, wie viel Rassismus oder Vorurteile in den Schulklassen vorherrschen und in wie weit Sch\u00fcler mit Migrationshintergrund in den Schulklassen integriert sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der letzten Vorlesung wurde das Thema soziokulturelle Heterogenit\u00e4t besonders im Bezug auf Migration behandelt. Denn Migration ist ein Teil von Deutschland. Geschichtlich gesehen, gab es immer wieder Zuwanderung und immer wieder kam die Angst nach Identit\u00e4tsverlust und zu gro\u00dfer Belastung f\u00fcr Gesellschaft und Politik auf. 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