Im Bildungsplan des Landes Bremen ist für den Chemiunterricht der 9./10. Klasse vorgesehen, dass die SuS „Chemie im Alltag“ kennenlernen. Dazu gehört, Säuren, Laugen und Salze kennenzulernen. In meinem Chemie-Unterricht sollten die SuS daher NaCl (Kochsalz), welches sie täglich zu sich nehmen, lecker finden und für ihre Gesundheit wichtig ist, aus NaOH (Natronlauge) und HCl (Salzsäure) in einem Versuch selber herstellen. Da es sich hierbei um eine Neutralisation handelt, kann man den Reaktionsverlauf mit einem Indikator verfolgen. Beim Farbumschlag des Universalindikators ins grüne liegt NaCl vor.
Die SuS sollten den Versuch zunächst einmal in 4er Gruppendurchführen und genau beobachten was passiert. Anschließend sollten sie, ebenfalls in 4er Gruppen, mit ihren Smartphones ein Lehrvideo (für sich und ihre Mitschüler_innen) drehen. Dies beinhaltete eine kurze Versuchsvorstellung, das Zeigen des Materials, die praktische und kommentierte Durchführung, das Kommentieren der wichtigen Beobachtungen während die Reaktion abläuft sowie das Ergebnis zu erklären.
Die SuS sollten sich ein Drehbuch schreiben, damit sie flüssig sprechen können und das ganze mit ruhiger Musik unterlegen. Die einzelnen SuS hatten dabei verschiedene Rollen:
1. Kamerafrau/Kameramann, 2. Sprecherin/Sprecher, 3. Assistentin/Assistent die /der das Material zeigt bzw. den Versuch durchführt, 4. Assistentin/Assistent die/der auf wichtige Aspekte zeigt, die Musik bedient, und alles weitere im Blick hat.
Das Video sollten die SuS zu Hause auf CD brennen. Außerdem sollten sie in der nächsten Stunde den Schullaptop und Schulbeamer bedienen, so dass sie ihr Video zeigen können.
2. Zum Unterricht erschienen nur 9 von 17 Schüler_innen, was in dieser 10. Klasse häufig passiert. Sie waren zu Beginn sehr unmotiviert, finden das Thema „Chemie im Alltag“ nicht sehr spannend. Sie hatten auch wenig Lust NaCl selber herszustellen, die meisten bekamen aber Lust als sie ein Video davon drehen durften. Die Gruppen wählten die SuS selber aus, ein Schüler wollte sich nicht zuordnen, so dass schließlich zwei 4er Gruppen entstanden und der 9. S half etwas mit. Die Gruppen arbeiteten konzentriert und nahmen einige Szenen mehrmals auf, da sie noch nicht zufrieden waren. Bis zum Ende der Stunde arbeiteten sie sehr eigenständig. Die Videos zeigten sie in der darauffolgenden Stunde, sie sind sehr schön geworden und haben einigen SuS, die gefehlt hatten sicher auch einen guten Eindruck vom Versuch gegeben. Die SuS, die ihre Video zeigten, waren fröhlich und sehr stolz auf ihr Video. Die Klasse hatte Interese, die Videos der anderen zu sehen. Mit dem Schullaptop und Schulbeamer konnten einige schon problemlos umgehen, für andere war der Umgag neu und sie haben die Bedienung etwas üben können.
3. Die Nutzung des Smartphones als Kamera hatte großen Wert, da die SuS Ehrgeiz entwickelten ein tolles Video zu drehen. Das Schreiben des Drehbuchs verdeutlichte den SuS die markanten Aspekte bei der Versuchsdurchführung, korrigierten gegenseitig ihre fachlich falschen Vorstellungen und beim Drehen des Videos übten sie ihre Sprache/Stimme als Werkzeug einzusetzen. Die Zusammenarbeit und Präsentation stärkte die Gruppen. Die SuS übten den Umgang mit dem Laptop und Beamer Sie betrachteten es als großen Vorteil den Beamer zum Zeigen ihrer eigenen Videos nutzen zu können, da somit alle gleichzeitig ihr Video gut erkennen konnten.
Gut wäre gewesen, ein oder zwei Ersatz-Smartphones o.ä. vorrätig zu haben, da nicht alle SuS ein Smartphone haben und sich dadurch kurz zurückzogen. Außerdem wäre es auch gut gewesen, Musik für die Hintergrundmusik anbieten zu können, da die SuS kaum geeignete Musik mit ihren Smartphones abspielen konnten.