Podiumsdiskussion mit Jacques Semelin und Susanne Wittek

Der renommierte französische Historiker Jacques Semelin veröffentlichte 2013 eine Forschungsarbeit, die in Frankreich für einiges Aufsehen sorgte: Seine These ist, dass die hohe Anzahl der Juden in Frankreich, welche die Shoa überlebten, nicht mit der Flucht der Verfolgten zu erklären, sondern auf die vielfältige Hilfe der nichtjüdischen französischen Zivilbevölkerung zurückzuführen ist.

Seither ist Semelins Studie, die historische Forschung und zahlreiche Zeitzeugeninterviews verbindet, intensiv und durchaus kontrovers diskutiert worden. In diesem Jahr liegt nun erstmals eine gekürzte und für das deutsche Publikum neu redigierte Fassung vor: „Das Überleben von Juden in Frankreich. 1940-1944“ (Wallstein Verlag).

Gemeinsam mit seiner Übersetzerin Susanne Wittek (Hamburg) und moderiert von der ausgewiesenen Historikerin apl. Prof. Dr. Mechthild Gilzmer (Saarbrücken) hat Jacques Semelin, der neben seiner Professur an der Sciences Po in Paris als Forschungsdirektor am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) tätig ist, am 8. November 2018 im Institut Français in Bremen sein Buch vorgestellt. Er sprach über seine Forschungsarbeit, die Erinnerungsarbeit in Frankreich und mit seiner Übersetzerin über den intensiven Prozess der Übersetzung dieses Werks.

Organisation: Meike Hethey, PD Dr. Karen Struve (Universität Bremen) und Dr. Christel Trouvé (Landeszentrale für Politische Bildung, Denkort Bunker Valentin)

In Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung Bremen, dem Deutschen Übersetzerfonds und dem Fachbereich 10 der Universität Bremen