Prof. Dr. Frank J. Müller – Auf dem Weg zu einer Schule für alle – gemeinsames Lernen am gemeinsamen Gegenstand oder gemeinsame Lernsituationen?

1.) Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Schüler_innen mit Förderbedarf?

Wenn Schüler*innen mit Förderbedarf ausgesondert werden, kann das definitiv negative Konsequenzen mit sich ziehen. Trenne man Schüler*innen mit Förderbedarf von Schüler*innen ohne Förderbedarf und setzte man sie in eine gesonderte Klasse für Schüler*innen mit Förderbedarf, so haben dieser Schüler*innen keine Möglichkeit mehr, mit anderen Schüler*innen in Kontakt zu treten. Somit wird für eine systematische Ausgrenzung gesorgt. Ebenfalls kann den Schüler*innen mit Förderungsbedarf ein entsprechender Ruf angehängt werden, wenn deutlich wird, dass sie eine Förderschule, oder oft auch Sonderschule genannt, besuchen. 

Fragt man ein Kind mit Förderungsbedarf, welche Schule es besuche, so werde man diesem eher einen Ruf verleihen, wenn es antwortet: „Ich besuche eine Förderschule“, als wenn es antwortet: „Ich besuche eine Oberschule“. Dem Kind wird vermittelt, dass es kein Teil der Gesellschaft sei, was ggf. zu mentalen Schäden führen kann (RV09 Prof. Dr. Frank J. Müller, Folie 8). 

 

2.) Welche Informationen sind in der Diagnose „Förderschwerpunkt Wahrnehmung&Entwicklung“ bzw. „Förderschwerpunkt Lernen“ enthalten? Welche Informationen benötigen Sie von einer Schüler_in um Ihren Unterricht ggf. anzupassen?

Möchte man der Diagnose „Förderschwerpunkt Wahrnehmung & Entwicklung“ bzw. „Förderschwerpunkt Lernen“ Informationen entnehmen, so stellt man fest, dass sich erst einmal nicht genaueres daraus sagen lässt. Effektiv wäre es hier, wenn man grundlegend mit den Eltern in Kontakt tritt, um Information über eine Schüler*in zu erhalten. Ebenfalls kann mit dem Kind selbst gesprochen werden, da die Anschlussfähigkeit auch von der Lebenswirklichkeit der Kinder und ihrer Interessen abhängt. So kann eine systematische Gestaltung von Übergängen geschaffen werden. Ebenfalls können die Zielsetzungen des Kindes in Betracht gezogen werden, sowie auch bewährte Unterstützungssysteme hinzugezogen werden (RV09 Prof. Dr. Frank J. Müller, Folie 11). Eltern können hier ggf. in die Lernprozesse mit einbezogen werden. 

 

3.) Wie können Sie in Ihrem Unterricht die Zugänglichkeit und Anschaulichkeit von Medien/Materialien verbessern? Welche Verbündeten können sie dazu gewinnen?

Um die Zugänglichkeit und Anschaulichkeit von Medien / Materialien im Unterricht zu verbessern, bietet es sich an, unterschiedliche digitale Medien zu Nutzen. So eignen sich zum Beispiel Lernvideos hervorragend dazu, Lerninhalte zu veranschaulichen. Ebenfalls können Dokumentationen von eigenen Erfahrungen / Beobachtungen durch Videos hinzugezogen werden. Auf jeden Fall sollte aber darauf geachtet werden, dass diese Materialien für die Schüler*innen verständlich sind (RV09 Prof. Dr. Frank J. Müller, Folie 28). Empfehlenswert ist auch, Materialien innerhalb des Jahrgangsteams zu entwickeln und diese auch zu Teilen oder auch die Zusammenarbeit mit ehemaligen Kommiliton*innen bietet sich in dieser Hinsicht sehr an. (RV09 Prof. Dr. Frank J. Müller, Folie 31). In jedem Fall ist es sehr Hilfreich, wenn solche entwickelten Materialien mit Kolleg*innen unter einer freien Lizenz online (bsp. CC-0) geteilt werden, um so auch anderen Kolleg*innen Zugang zu hilfreichen Material zu gewährleisten und Schüler*innen zu unterstützen, den dies liegt mehr im Vordergrund, als der Gedanke, dass die nicht so sehr gemochte Kolleg*in ggf. mit dieser Aufgabe Anerkennung genießt. 

4.) Wählen Sie eines der Lernvideos auf path2in.uni-bremen.de aus, schauen Sie es sich an und schreiben Sie kurz eine begründete Empfehlung für Ihre Kommiliton_innen, warum es sich ggf. lohnt sich das Video anzusehen.

Ich habe das Video „Unterrichtsprinzipien für den inklusive Unterricht“ ausgewählt, da hier auf Unterrichtsprinzipien für inklusive Unterricht eingegangen wird. Es werden Zentrale Fragen gestellt, gibt es Unterrichtsprinzipien, die für Schüler*innen mit Förderungsbedarf wichtiger sind als für Schüler*innen ohne Förderungsbedarf und die Abgrenzung von Unterrichtsprinzipien von Qualitätsmerkmalen guten Unterrichts. Ebenfalls wird thematisiert, welche Voraussetzungen gibt es um Zugang zu der Lehrperson im inklusive Kontext herzustellen. Es lohnt sich gerade deswegen, dieses Video anzuschauen, weil es für den inklusiven Schulalltag und für den Umgang mit Inklusion im Lehralltag wichtig ist, für jeden, der im Lehrberuf tätig sein wird. Jedoch muss erwähnt werden, dass das Video verständnismäßig auf einem hohen Niveau liegt.

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Quellen:

Präsentation, RV09 Prof. Dr. Frank J. Müller

path2in Lernpfade in die inklusive Pädagogik – Prof. Dr. Simone Seitz – Unterrichtsprinzipien für inklusive Unterricht

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