Inklusion in Schulen – eine ganz normale Herausforderung

Wie begründet sich die Umsetzung inklusiver Strukturen im deutschen Schulsystem und worin sehen Sie Widersprüche und Hindernisse mit Blick auf das Schulsystem und soziale Ungleichheit?

 Was wird wohl für Sie persönlich in Ihrer zukünftigen beruflichen Tätigkeit die wichtigste spezifische Aufgabe sein, die sich aus der Umsetzung inklusiver Strukturen ergibt und wie muss die Bewältigung der Aufgabe aussehen, damit inklusive Praxis in Ihrer Schule bzw. in Ihrem Unterricht gelingen kann?

Der Artikel 24 der UN- Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2006 beinhaltet eine soziale Inklusion als menschliches Grundrecht. Diese umfasst die Berechtigung aller Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, auf Bildung. Folglich begründet sich die Umsetzung inklusiver Strukturen im deutschen Schulsystem durch die geforderte Chancengleichheit und die damit einhergehende Toleranz. SchülerInnen mit einer Beeinträchtigung sollen in Zukunft nicht mehr auf Sonderschulen verwiesen werden, sondern an einem Unterricht ohne Auslese teilnehmen können, notwendige Unterstützung erhalten und vielmehr eine Bereicherung darstellen.

Dennoch erfordert die Umsetzung inklusiver Strukturen einige Veränderungen im Schulsystem. Ein großes Hindernis stellen dabei die fehlenden finanziellen Mittel dar. Die Umschulung von SchülerInnen mit einer Behinderung bedingt unter anderem eine barrierefreie Einrichtung, damit diese ungehindert am Schulalltag teilnehmen können. Weiterhin trägt der Mangel an Lehrpersonen und Pädagogen dazu bei, dass eine effektive Unterrichtsgestaltung erschwert wird. Zuletzt ist es unabdingbar, die Lehrkräfte im Umgang mit SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf fortzubilden. Dies ist ebenfalls mit einem Kostenaufwand verbunden.

Für mich in meiner zukünftigen beruflichen Tätigkeit wird wohl die wichtigste spezifische Aufgabe die Erstellung individuell herausfordernder Angebote in sozialer Eingebundenheit darstellen. Alle SchülerInnen sollen angelehnt an ihren persönlichen Leistungsgrenzen geachtet, gefördert und gefordert werden. Durch eine Öffnung des Unterrichts, der eine innere Differenzierung ermöglicht, sollen Lernerfolge aller Kinder ermöglicht werden. Zudem möchte ich versuchen, jeden Schüler und jede Schülerin in der Klasse dafür zu sensibilisieren, anderen zu helfen und tolerant miteinander umgehen. Menschen mit Behinderungen sollen nicht länger ausgegrenzt, sondern von der Gesellschaft angenommen und geachtet werden.

Ein Gedanke zu „Inklusion in Schulen – eine ganz normale Herausforderung

  1. Hey Julia,
    ich stimme deinem Beitrag und deiner Argumentation vollkommen zu.
    Selbstverständlich erfordert die Umsetzung inklusiver Strukturen einige Veränderungen im Schulsystem. Wie du bereits genannt hattest sind Finanzen und mangelndes Lehrpersonal ein großes Hindernis jedoch würde ich hinzufügen dass ein weiteres in meinen Augen weitaus größeres Problem/ Hindernis für die Umsetzung dieser Strukturen die mangelnde Toleranz und das „falsche Bild der Normalität“ sind. Leider sehen viele Mitbürger, Menschen mit förderungsbedarf oder Menschen mit Behinderung als Belastung statt als Bereicherung. Diese Mitbürger müssen vom Gegenteil überzeugt werden. Oftmals bekommen wir alle zu Gesicht das Schüler mit Behinderung oder anderer ethnischer Zugehörigkeit mit Problemen zu kämpfen haben wie Mobbing oder Abgrenzung.
    Die Aufgaben die du dir für deine zukünftige berufliche Tätigkeit gewählt hast sympathisiere ich sehr. Toleranz ist das was diesem Schulsystem fehlt. Ich persönlich würde versuchen alle Schüler gleichgerecht zu behandeln und wirklich jedem Schüler das beizubringen was nötig ist, ich musste leider selber feststellen das viele Lehrer nur versuchen ihre Stunden abzusitzen und ihr Lehrmaterial abzuarbeiten ohne Rücksicht darauf ob die Schüler das vorgetragene überhaupt verstanden haben. Zudem musste ich bedauerlicher weise auch feststellen das einige Lehrer ihre Schüler nach Lernstand selektieren statt die Schüler zu fördern so das alle weitestgehend auf demselben stand sind.

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