{"id":13,"date":"2023-06-29T02:01:59","date_gmt":"2023-06-29T00:01:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jolienmueller\/?p=13"},"modified":"2023-06-29T02:01:59","modified_gmt":"2023-06-29T00:01:59","slug":"rv12-prof-dr-matthis-kepser-heterogenitaet-und-inklusion-im-deutschunterricht-der-sekundarstufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jolienmueller\/2023\/06\/29\/rv12-prof-dr-matthis-kepser-heterogenitaet-und-inklusion-im-deutschunterricht-der-sekundarstufen\/","title":{"rendered":"RV12\/ Prof. Dr. Matthis Kepser \/ Heterogenit\u00e4t und Inklusion im Deutschunterricht der Sekundarstufen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400\">1.) Greiner (2019) formuliert verschiedene Dilemmata, die mit der Forderung nach Inklusion an den Schulen verbunden sind. Nehme Sie zu dreien Ihrer Wahl Stellung.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Autonomiedilemma:<\/b><span style=\"font-weight: 400\"> In der Schule ist das autonome Lernen eine Ziel, wenn nicht sogar eine Voraussetzung, welche viele Sch\u00fcler*innen erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Es f\u00e4llt jedoch nicht jeder Person leicht, die ben\u00f6tigende Motivation oder Selbstbeherrschung mitzubringen. Der Wunsch nach Autonomie in der Schule kann die Schere zwischen Leistungsschwach und leistungsstark noch weiter auseinander gehen lassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Sch\u00fcler*innen, welche hilfreiche F\u00e4higkeiten von vornherein mitbringen, haben einen Vorteil. Das Autonomiedilemma wird besonders dann unterst\u00fctzt, wenn die Lehrkraft die Heterogenit\u00e4t der Leistung ignoriert.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Kategorisierungsdilemma:<\/b><span style=\"font-weight: 400\"> betrifft die Einzigartigkeit jedes Lernenden. Jeder Sch\u00fcler bringt eine individuelle Mischung aus F\u00e4higkeiten, Interessen, Hintergr\u00fcnden und Lernstilen mit. Wenn Lehrkr\u00e4fte versuchen, Sch\u00fcler in starren Kategorien wie \u201egut&#8220; oder \u201eschlecht&#8220; zu bewerten oder sie nach einheitlichen Ma\u00dfst\u00e4ben zu beurteilen, k\u00f6nnen sie die Vielfalt der Sch\u00fcler \u00fcbersehen und ihre individuellen Bed\u00fcrfnisse nicht angemessen ber\u00fccksichtigen( Vgl. Boban, Ines, Hinz, Andreas, Plate, Elisabeth &amp; Tiedeken, Peter 2014: S. 19). Eine weitere Herausforderung stellt die F\u00f6rderung von Inklusion und den Umgang mit Vielfalt dar. Wenn Sch\u00fcler aufgrund von Kategorien wie Geschlecht, Ethnizit\u00e4t, Sprache oder sozialem Hintergrund eingeordnet werden, kann dies zu Vorurteilen, Diskriminierung und Stereotypisierungen f\u00fchren. Es ist wichtig, p\u00e4dagogische Ans\u00e4tze zu entwickeln, die die individuellen Unterschiede der Sch\u00fcler anerkennen, ihre unterschiedlichen Bed\u00fcrfnisse ber\u00fccksichtigen und sicherstellen, dass alle Sch\u00fcler gleiche Chancen und Zugang zu Bildung haben.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Differenzst\u00e4rkungsdilemma:<\/b><span style=\"font-weight: 400\"> bezieht sich auf die Herausforderung, die Bed\u00fcrfnisse von Sch\u00fclern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und -f\u00e4higkeiten zu ber\u00fccksichtigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass niemand benachteiligt oder stigmatisiert wird. Es ist dabei sehr wichtig, dass das Differenzst\u00e4rkungsdilemma nicht zu einer Segregation oder Ausgrenzung von Sch\u00fclern f\u00fchrt. Eine inklusive p\u00e4dagogische Praxis strebt danach, eine positive Lernumgebung zu schaffen, in der alle Sch\u00fcler gemeinsam lernen und voneinander profitieren k\u00f6nnen. Dies kann bedeuten, dass Unterst\u00fctzungssysteme und kooperative Lernmethoden eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass Sch\u00fcler mit unterschiedlichen F\u00e4higkeiten und Voraussetzungen zusammenarbeiten und voneinander lernen k\u00f6nnen. Aus diesem Grund sollten p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte sich der unterschiedlichen Hintergr\u00fcnde, Erfahrungen und Bed\u00fcrfnisse ihrer Sch\u00fcler bewusst sein und eine unterst\u00fctzende und respektvolle Lernumgebung schaffen. Dies kann durch soziale und emotionale Unterst\u00fctzung, Einbeziehung der Sch\u00fclerperspektiven und F\u00f6rderung einer positiven Klassengemeinschaft erreicht werden.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">2.) Die Vermittlung und Reflexion der deutschen Sprache sind nicht nur Aufgabe des Deutschunterrichts, sondern f\u00e4cher\u00fcbergreifendes Unterrichtsprinzip. Wo sehen Sie in Ihrem (gef. zweiten) Fach M\u00f6glichkeiten, um Vielsprachigkeit als Ressource zu nutzen?\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">In meinem zweiten Fach (Religionswissenschaft) gibt es verschiedene M\u00f6glichkeiten, die Vielsprachigkeit der Sch\u00fcler*innen als Ressource zu nutzen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Um die Vielfalt der Sprachen und auch der unterschiedlichen Religionen in der Klasse anzuerkennen und zu w\u00fcrdigen, w\u00e4ren mehrsprachige Texte sehr hilfreich. Dies k\u00f6nnen religi\u00f6se Texte, Gedichte oder B\u00fccher sein, die in mehreren Sprachen verf\u00fcgbar sind. Religion und Kultur sind sehr stark miteinander verwoben. Dementsprechend ist es umso Vorteilhalfter sich auch die unterschiedlichen Sprachen anzuschauen und diese im Religionsunterricht miteinzubringen. Denn oftmals ist es wichtig, sich die Struktur einer Sprache anzuschauen, wenn man religi\u00f6se Texte analysiert. Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnen ihre eigenen kulturellen Hintergr\u00fcnde teilen und andere zum Austausch ermutigen. Dies er\u00f6ffnet M\u00f6glichkeiten f\u00fcr interkulturelles Lernen und f\u00f6rdert das Verst\u00e4ndnis und die Wertsch\u00e4tzung verschiedener Kulturen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">3.) Gendersensibel Unterrichtsgegenst\u00e4nde auszuw\u00e4hlen und Aufgaben zu konstruieren.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Gendersensible Unterrichtsgegenst\u00e4nde auszuw\u00e4hlen, ist an sich erst mal keine schlechte Idee. Bezogen auf den Religionsunterricht ist es jedoch schwer solche zu finden oder dies umzusetzen, da dieses Thema oft vermieden worden ist oder nicht ganz klar in der Vergangenheit definiert worden war. Au\u00dferdem gibt es viele Themen, die mit Sensibilit\u00e4t behandelt werden sollten und in der Religion gibt es bis heute Streitigkeiten bez\u00fcglich der Vielfalt von Geschlechtsidentit\u00e4ten. Dennoch kann man in dem Unterricht selber darauf achten, dass das Thema Genderdiversit\u00e4t transparent behandelt wird und die Sch\u00fcler*innen daf\u00fcr sensibilisiert werden.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Quellen:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">BOBAN, Ines, HINZ, Andreas, PLATE, Elisabeth &amp; TIEDEKEN, Peter (2014): Inklusion in Worte fassen &#8211; ein Sprache ohne Kategorisierungen? In: BERNHARDI, Nora, HAUSER, Mandy, POPPE, Frederik &amp; SCHUPPENER, Saskia (Hrsg.): Inklusion und Chancengleichheit. Diversity im Spiegel von Bildung und Didaktik. Bad Heilbrunn:Klinkhardt<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Greiner (2019) : Kein Verweis auf Prim\u00e4rquelle in der Pr\u00e4sentation<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) Greiner (2019) formuliert verschiedene Dilemmata, die mit der Forderung nach Inklusion an den Schulen verbunden sind. Nehme Sie zu dreien Ihrer Wahl Stellung. &nbsp; Autonomiedilemma: In der Schule ist das autonome Lernen eine Ziel, wenn nicht sogar eine Voraussetzung, welche viele Sch\u00fcler*innen erf\u00fcllen k\u00f6nnen. 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