{"id":8,"date":"2023-06-02T09:08:22","date_gmt":"2023-06-02T07:08:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/joleensblog\/?p=8"},"modified":"2023-06-02T09:10:34","modified_gmt":"2023-06-02T07:10:34","slug":"8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/joleensblog\/2023\/06\/02\/8\/","title":{"rendered":"RV 08: Mehr Bildungschancen f\u00fcr Alle durch digitale Medien? \u2013 Digitale Kl\u00fcfte in digitalen Bildungsr\u00e4umen und was man dagegen tun kann"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mehr Bildungschancen f\u00fcr Alle durch digitale Medien? \u2013 Digitale Kl\u00fcfte in digitalen Bildungsr\u00e4umen und was man dagegen tun kann<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erl\u00e4utern Sie bitte die unterschiedlichen Strategien zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t\u00a0(Differenzierung, Individualisierung, Personalisierung, Unterst\u00fctzung sowie kooperatives\u00a0Lernen) mittels digitaler Medien\u00a0<em>anhand von konkreten digitalen Beispielen<\/em>\u00a0wie z.B. Apps,\u00a0Programme oder andere digitale Lern\u2013\u00a0oder \u00dcbungsangebote\u00a0in einem\u00a0<em>ihrer F\u00e4cher<\/em>. Welche\u00a0Potentiale erkennen Sie\u00a0<em>in der Nutzung kommunikativer KI<\/em>?<br \/>\n<\/strong>Da ich die F\u00e4cher Spanisch und Englisch unterrichten werde fasse ich sie unter fremdsprachlichem Unterricht zusammen.<br \/>\nIm fremdsprachlichen Unterricht gibt es verschiedene Strategien, um mit Heterogenit\u00e4t umzugehen und den individuellen Bed\u00fcrfnissen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gerecht zu werden.<br \/>\nDazu geh\u00f6ren Differenzierung, Individualisierung, Personalisierung, Unterst\u00fctzung sowie kooperatives Lernen.<br \/>\nBei der Differenzierung wird der Unterricht an die verschiedenen Lernbed\u00fcrfnisse der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler angepasst. Dabei k\u00f6nnen digitale Medien und Online-Ressourcen mit Interaktiven \u00dcbungen und verschiedenen Schwierigkeitsstufen helfen.<br \/>\nDie Individualisierung hingegen zielt darauf ab, den Lernprozess an die individuellen St\u00e4rken, Schw\u00e4chen und Interessen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler anzupassen. Es gibt eine Vielzahl von digitalen Sprachlern-Apps und -Programmen, die die Lehrkraft dabei unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Duolingo zum Beispiel erm\u00f6glicht ein individuelles Lerntempo und personalisierte Lernpfade f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und erleichtert somit das Sprachenlernen. Die App analysiert das Lernverhalten und bietet ma\u00dfgeschneiderte \u00dcbungen und R\u00fcckmeldungen.<br \/>\nDie Personalisierung bezieht sich darauf, dass die Lernenden ihre eigenen Lerninhalte und -ziele mitgestalten. Digitale Medien wie zum Beispiel Flipgrid oder auch TikTok bieten M\u00f6glichkeiten, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ihre eigenen digitalen Projekte erstellen und mit anderen teilen. Man kann aber auch Online-Ressourcen nutzen um individuelle Interessen zu erforschen und Sprachkenntnisse zu erweitern.<br \/>\nDigitale Medien k\u00f6nnen auch Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit Schwierigkeiten beim Spracherwerb eine hilfreiche Unterst\u00fctzung sein. Es gibt verschiedene Apps und Programme, die \u00dcbersetzungen und Text-zu-Sprache-Funktionen bieten k\u00f6nnen. Dies hilft dann den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern den Inhalt besser zu verstehen und sprachlichen F\u00e4higkeiten zu verbessern. Dort bieten auch kommunikative Plattformen wie ChatGPT eine gro\u00dfe Unterst\u00fctzung. Bei der Kommunikation k\u00f6nnen Schw\u00e4chen erkannt werden und Texte k\u00f6nnen \u00fcberpr\u00fcft und verbessert werden.<br \/>\nAls Letztes gibt es noch das kooperative Lernen. Digitale Medien k\u00f6nnen kooperatives Lernen f\u00f6rdern, indem sie den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern erm\u00f6glichen. Plattformen wie Google Docs oder Padlet k\u00f6nnen genutzt werden um Gruppenarbeit und Peer-Feedback zu unterst\u00fctzen. Durch die Zusammenarbeit k\u00f6nnen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler voneinander lernen und ihre kommunikativen F\u00e4higkeiten st\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>In dem\u00a0beigef\u00fcgten Text von Verst\u00e4ndig et al zum Zero\u2013Level\u2013Divide wird neben\u00a0selbstproduzierter \u201eFilterblasen\u201c der f\u00fcr\u00a0die Nutzenden nicht transparente Einflu\u00df von\u00a0Algorithmen auf die Verfasstheit des individuellen Medienangebotes diskutiert. Bezogen auf\u00a0den Einsatz kommunikativer KI wie z.B. ChatGPT\u00a0insbesondere\u00a0im Kontext\u00a0von\u00a0individualisierten Lernprozessen\u00a0diskutieren Sie bitte die folgenden Fragen: Welche negativen\u00a0Effekte in Bezug auf Bildungszugang k\u00f6nnten sowohl Filterblasen als auch\u00a0der\u00a0Zero\u2013Level\u2013Divide\u00a0haben?\u00a0Wie kann Schule dem entgegenwirken?<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl Filterblasen als auch der Zero-Level-Divide k\u00f6nne negative Auswirkungen auf den Bildungszugang haben.<br \/>\nFilterblasen k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass Lernende nur mit Inhalten konfrontiert werden, die ihren bestehenden Kenntnissen und Interessen entsprechen. Dadurch besteht die Gefahr, dass sie eine eingeschr\u00e4nkte Perspektive haben und alternative Standpunkte verpassen. Dies kann dann zu einer einseitigen Wissensbasis und einem eingeschr\u00e4nkten Verst\u00e4ndnis f\u00fchren.<br \/>\nDer Zero-Level-Divide hingegen bezieht sich auf die Schere zwischen denjenigen, die \u00fcber grundlegende digitale F\u00e4higkeiten und Ressourcen verf\u00fcgen, und denjenigen, die keinen Zugang dazu haben. Einige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind so aufgrund fehlender technischer Ger\u00e4te, Internetzugang oder genereller Erfahrung mit digitalen Medien benachteiligt. Diese Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler profitieren nicht von den Vorteilen des digitalen Lernens und der Kommunikation mit KI-gest\u00fctzten Tools.<br \/>\nSchulen k\u00f6nnen dem entgegenwirken, indem sie gezielte Ma\u00dfnahmen ergreifen, um den Bildungszugang f\u00fcr alle Lernenden zu verbessern.<br \/>\nSchulen sollten unter anderem die Integration von digitalen Medienkompetenzen in den Lehrplan priorisieren und den Zugang zu digitalen Ressourcen f\u00fcr alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sicherstellen.<br \/>\nAu\u00dferdem sorgt eine vielf\u00e4ltige Lernumgebung f\u00fcr das Kennenlernen verschiedener Perspektiven und Toleranz der unterschiedlichen Standpunkte. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollten zu Diskussionen angeregt werden und sich frei und sicher f\u00fchlen ihre Meinung zu sagen. So k\u00f6nnen sie ihre eigenen Standpunkte im Austausch sicher hinterfragen.<br \/>\nAls letztes ist eine aktive Begleitung von Lehrenden wichtig.<br \/>\nSch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollten bei Recherche im Internet unterst\u00fctzt werden und die verwendeten Quellen hinterfragen. Au\u00dferdem sollten sie \u00fcber die Existenz von Filterblasen informiert und aufgekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><strong>In dem angef\u00fcgten Text von Wolf &amp; Kulgemeyer werden verschiedene Szenarien des Einsatzes von Erkl\u00e4rvideos im Unterricht dargestellt. Bitte besch\u00e4ftigen Sie sich in dieser Aufgabe mit dem Szenario 2.3 \u201eLernen durch Erkl\u00e4ren mit Videos\u201c im Text.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welche didaktischen Potentiale sehen sie f\u00fcr den Umgang mit heterogenen Klassen?<\/strong><\/p>\n<p>Lernvideos geben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern eine gute M\u00f6glichkeit in ihrem eigenen Tempo zu lernen. Sie k\u00f6nnen die Videos pausieren oder wiederholen, um den Inhalt besser zu verstehen.<br \/>\nAu\u00dferdem k\u00f6nnen Lehrkr\u00e4fte eine Vielzahl von Lernvideos zu einem bestimmten Thema finden, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade oder Zug\u00e4nge bieten. Dadurch k\u00f6nnen sie den unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen der heterogenen Gruppe gerecht werden.<br \/>\nLernvideos sind kostenlos und leicht zug\u00e4ngig und k\u00f6nnen jederzeit abgerufen werden.<\/p>\n<p><strong>Bitte kommentieren Sie, welche Impulse deren Vielf\u00e4ltigkeit f\u00fcr einen Unterricht in heterogenen Klassen bieten. Dazu k\u00f6nnen Sie sich auch auf den angef\u00fcgten Text von Honkomp\u2013Wilkens &amp; Wolf beziehen<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Vielf\u00e4ltigkeit und Diversit\u00e4t in Lernvideos k\u00f6nnen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ganz verschiedene Impulse bieten. Durch die Darstellung verschiedener ethnischer Hintergr\u00fcnde, Geschlechter, sexueller Orientierungen und Behinderungen werden Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden und Erfahrungen repr\u00e4sentiert. Dies ist aber leider aktuell noch nicht der Fall.<br \/>\nAls verschiedene SuS zu Lernvideos befragt wurden wurde festgestellt, dass \u00fcberwiegend Wei\u00dfe gesellschaftlich m\u00e4nnlich gelesene Creator als Quellen f\u00fcr Lernvideos genannt wurden (Honkomp\u2013Wilkens &amp; Wolf, S. 15).<br \/>\nIm Bezug darauf ist es nat\u00fcrlich besonders wichtig zur Sichtbarkeit und Anerkennung verschiedener Identit\u00e4ten beizutragen und m\u00f6glichst vielf\u00e4ltige Quellen zu verwenden.<br \/>\nSch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, insbesondere jene, die zu marginalisierten Gruppen geh\u00f6ren, sollten sich durch die Identifikation mit diversen Protagonistinnen und Protagonisten gest\u00e4rkt f\u00fchlen und nicht noch weiter in die typischen Rollenbilder gezw\u00e4ngt werden.<br \/>\nDie Darstellerinnen und Darsteller sollten als Vorbilder dienen und Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dazu ermutigen, ihre eigenen Identit\u00e4ten und Interessen auszudr\u00fccken. Durch die Darstellung von Menschen mit unterschiedlichen F\u00e4higkeiten, Geschlechtern, kulturellen Hintergr\u00fcnden und Lebensgeschichten k\u00f6nnen neue Rollenbilder geschaffen werden, die Vielfalt und Selbstakzeptanz f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Honkomp<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Wilkens, V. &amp; Wolf, K.<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">D. (<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Eingereicht<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">)<\/span>\u00a0<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Diversit<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u00e4<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">t in Erkl<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u00e4<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">rvideos auf YouTube: Dekonstruktion<\/span>\u00a0<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">oder\u00a0<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Bestand einer genderspezifischen Ordnung in informellen audio<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">visuellen Bildungsr<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u00e4<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">umen?<\/span><\/p>\n<p><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Verst\u00e4ndig, D.,<\/span>\u00a0<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Klein,<\/span>\u00a0<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">A. &amp; Iske, S. (2016<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">). Zero<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Level Divide: neues Netz und neue Ungleich<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">heiten.\u00a0<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">https:\/\/dspace.ub.uni<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">\u2013<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">sie<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">gen.de\/handle\/ubsi\/1197<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr Bildungschancen f\u00fcr Alle durch digitale Medien? \u2013 Digitale Kl\u00fcfte in digitalen Bildungsr\u00e4umen und was man dagegen tun kann &nbsp; Erl\u00e4utern Sie bitte die unterschiedlichen Strategien zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t\u00a0(Differenzierung, Individualisierung, Personalisierung, Unterst\u00fctzung sowie kooperatives\u00a0Lernen) mittels digitaler Medien\u00a0anhand von konkreten digitalen Beispielen\u00a0wie z.B. 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