{"id":13,"date":"2023-06-09T23:45:21","date_gmt":"2023-06-09T21:45:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/joleensblog\/?p=13"},"modified":"2023-06-09T23:45:21","modified_gmt":"2023-06-09T21:45:21","slug":"rv09mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-gymnasialen-oberstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/joleensblog\/2023\/06\/09\/rv09mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-gymnasialen-oberstufe\/","title":{"rendered":"RV09Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Gymnasialen Oberstufe"},"content":{"rendered":"<p><strong>An Ihrem Gymnasium gibt es einen \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013 Vorkurs, in welchem sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. F\u00fcr einige wird nun der endg\u00fcltige \u00dcbergang in die Regelklasse diskutiert. Ein Gro\u00dfteil der Lehrpersonen pl\u00e4diert \u2013 mit Verweis auf die noch nicht vollst\u00e4ndig ausreichenden (bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse \u2013 die Sch\u00fcler*innen an eine Oberschule zu \u00fcberweisen, obwohl die Sch\u00fcler*innen hinsichtlich ihrer Lernf\u00e4higkeit und ihrer Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen f\u00fcr das Gymnasium mitbringen und gerne an der Schule bleiben w\u00fcrden, da sie dort durch die Teilintegration in die Regelklassen auch schon Kontakte zu anderen Sch\u00fcler*innen gekn\u00fcpft haben. Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.<\/strong><\/p>\n<p>Durch die Versetzung an eine Oberschule wird den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die M\u00f6glichkeit des Abiturs erst einmal genommen. Sie nur aufgrund fehlender bildungssprachlicher Deutschkenntnisse auf eine andere Schule zu schicken sehe ich als fatal und absolut nicht angemessen. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler besitzen die n\u00f6tige Vorbildung und Lernf\u00e4higkeit und haben auch schon Kontakte in Regelklassen gekn\u00fcpft. Durch weitere F\u00f6rderung von Lehrerinnen und Lehrern und dem regelm\u00e4\u00dfigen Kontakt mit muttersprachlichen Mitsch\u00fcler*innen in Schule und Freizeit besteht die M\u00f6glichkeit sprachliche L\u00fccken aufzuf\u00fcllen und den Lernprozess zu beschleunigen. (Folie 30) Durch den Wechsel auf eine andere Schule wird das bekannte Umfeld genommen und die SuS werden nur vor neuen Schwierigkeiten und Herausforderungen stehen.<\/p>\n<p><strong>Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit \u2013 in der hier verstandenen breiten Sicht \u2013 in Schule und Unterricht (selbst als Sch\u00fcler*in\u00a0 und\/oder Praxiserfahrungen als unterrichtende Person) haben Sie bislang gemacht? Reflektieren Sie diese Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung.<\/strong><\/p>\n<p>Da ich aus einer sehr l\u00e4ndlich gelegenen Kleinstadt komme hatte ich nie viel Erfahrung mit Mehrsprachlichkeit an meiner Schule. Die Sch\u00fclerschaft meiner Schule war immer sehr homogen, der Gro\u00dfteil kam aus Familien ohne Migrationsgeschichte und hatte erst im schulischen Fremdsprachen Unterricht Kontakte mit anderen Sprachen. Bei Problemen mit dem Spracherwerb bekamen die meisten meiner Mitsch\u00fcler*innen entweder Nachhilfe oder Unterst\u00fctzung von bildungserfahrenen Eltern und anderen Familienmitgliedern. Dies wird sich heute allerdings sicherlich ge\u00e4ndert haben.<\/p>\n<p><strong>Was m\u00f6chten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zuk\u00fcnftigen\u00a0Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche F\u00e4higkeiten fehlen\u00a0Ihnen daf\u00fcr noch? Was wollen Sie daf\u00fcr tun?<\/strong><\/p>\n<p>Da ich selbst die F\u00e4cher Englisch und Spanisch unterrichten werde, wird mein Unterricht gr\u00f6\u00dftenteils auf Sprachen stattfinden die f\u00fcr die meisten Sch\u00fcler*innen neu sind. Dies gibt mir die M\u00f6glichkeit Sch\u00fcler*innen individuell an Sprachen heranzuf\u00fchren und die Komplexit\u00e4t erst mit der Zeit zu steigern. Mehrsprachliche Sch\u00fcler*innen k\u00f6nnen aber auch den Lernprozess ihrer monolingualen Mitsch\u00fcler*innen unterst\u00fctzen. Wortschatz und Grammatik<\/p>\n<p>k\u00f6nnen \u00c4hnlichkeiten aufweisen und den Sch\u00fcler*innen f\u00e4llt der Spracherwerb dann leichter.<br \/>\nAu\u00dferdem kann man den Spracherwerb mit individuellen Lernmaterialien f\u00fcr alle Sprach und Lernniveaus f\u00f6rdern. Sch\u00fcler*innen sollten immer die M\u00f6glichkeit der individuellen F\u00f6rderung haben um in eigenem Tempo zu lernen und die Motivation nicht zu verlieren.<\/p>\n<p><strong>Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein? Welche\u00a0Rahmenbedingungen m\u00fcssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit Ihrer\u00a0Sch\u00fcler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten\u00a0k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Um Mehrsprachlichkeit in Schulen zu normalisieren und zu f\u00f6rdern sollte \u201eMehrsprachigkeit als Bildungsziel deklariert, gef\u00f6rdert und in den Schulen institutionalisiert werden\u201c (F\u00fcrstenau 2011, S. 46).<br \/>\nDer kulturelle und sprachliche Austausch bietet f\u00fcr die SuS viele Vorteile und Deutsch als Zweitsprache zu haben sollte f\u00fcr niemanden ein Nachteil sein. Chancengleichheit ist im Bildungssystem essentiell und damit geht die Inklusion aller SuS einher.<br \/>\nIndividuelle F\u00f6rderung und Unterst\u00fctzung kann hierbei allerdings nicht die alleinige Aufgabe der Lehrkr\u00e4fte sein. Sch\u00fcler*innen sollten die M\u00f6glichkeiten haben Sprachkurse zu besuchen und bei Bedarf auch noch andere Lernhilfen zu erhalten.<br \/>\nEs sollte die M\u00f6glichkeit des Austausches zwischen Sch\u00fcler*innen bestehen und die verschiedenen Kulturen sollten kennengelernt und wertgesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>F\u00fcrstenau, Sara (2011): Mehrsprachigkeit als Voraussetzung und Ziel schulischer Bildung. In: F\u00fcrstenau, S., Gomolla, M. Migration und schulischer Wandel: Mehrsprachigkeit. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften<\/p>\n<p>Daase, Andrea. Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der gymnasialen Oberstufe. (Juni 2023, Universit\u00e4t Bremen). Folie 16-34<\/p>\n<p>Helbrock, Dr. Maria (2012): Sprachbarriere vermindert Lernerfolg, Bildungschancen und ein gutes Miteinander \u2013 Schulentwicklung durch Sprachf\u00f6rderung, Schulpsychologische Bildungsberatung, Landesschulrat f\u00fcr Voralberg, S.3.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An Ihrem Gymnasium gibt es einen \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013 Vorkurs, in welchem sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. F\u00fcr einige wird nun der endg\u00fcltige \u00dcbergang in die Regelklasse diskutiert. 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