{"id":15,"date":"2025-05-22T16:56:24","date_gmt":"2025-05-22T14:56:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jnjkfdbn\/?p=15"},"modified":"2025-05-22T16:56:24","modified_gmt":"2025-05-22T14:56:24","slug":"inklusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jnjkfdbn\/2025\/05\/22\/inklusion\/","title":{"rendered":"Inklusion"},"content":{"rendered":"<p><strong>Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf?<\/strong><\/p>\n<p>Inklusion ist mehr als ein p\u00e4dagogisches Konzept. Sie ist ein gesellschaftlicher Auftrag. Die Aussonderung von Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf hat weitreichende Folgen. Nicht nur die betroffenen Kinder leiden darunter. Auch ihre Mitsch\u00fcler:innen verlieren die Chance, den Umgang mit der Vielfalt der Gesellschaft zu erlernen. F\u00fcr die betroffenen Kinder entsteht h\u00e4ufig ein Gef\u00fchl des Ausgeschlossenseins. Oft ist es der Fall, dass sie lange Wege zu speziellen Schulen auf sich nehmen. Damit werden sie aus ihrem sozialen Umfeld herausgel\u00f6st. Helga Deppe-Wolfinger betont, dass Schule ein Ort sein sollte, an dem das gesellschaftliche Miteinander einge\u00fcbt wird. Inklusion erm\u00f6glicht das (Deppe-Wolfinger in M\u00fcller 2018). Auch f\u00fcr das sp\u00e4tere Berufsleben ist gemeinsame Bildung wichtig. Laut Berger (2015) erleben etwa zehn Prozent der Menschen Einschr\u00e4nkungen am Arbeitsplatz. Schule kann helfen, fr\u00fch Verst\u00e4ndnis und Akzeptanz zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>Welche Informationen sind in der Diagnose \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung &amp; Entwicklung\u201c bzw. \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Lernen\u201c enthalten? N\u00fctzt die Diagnose \u201eTrisomie 21\u201c Ihnen als Lehrer:in mehr? Welche Informationen ben\u00f6tigen Sie von einer Sch\u00fcler:in, um Ihren Unterricht ggf. anzupassen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Diagnose \u201eF\u00f6rderschwerpunkt Lernen\u201c ist sehr breit gefasst. Sie kann Hinweise auf Schwierigkeiten mit Arbeitstempo, Frustrationstoleranz oder Konzentration geben (Folie 13). Dennoch bleibt sie oft ungenau. Eine solche Diagnose reicht nicht aus, um gezielt Unterricht anzupassen. Auch die Diagnose \u201eTrisomie 21\u201c liefert keine vollst\u00e4ndigen Informationen. Sie kann zwar helfen, bestimmte Verhaltensweisen einzuordnen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, vorschnelle Annahmen zu treffen. Denn Trisomie 21 \u00e4u\u00dfert sich bei jedem Menschen unterschiedlich. Es ist daher notwendig, individuelle Informationen zu sammeln. Dazu geh\u00f6ren Interessen, St\u00e4rken und Unterst\u00fctzungsbedarfe der Sch\u00fcler:innen. Diese lassen sich am besten durch Gespr\u00e4che mit dem Kind, den Eltern und durch Beobachtung im Unterricht ermitteln. Das Beispiel von Lotta, einer Sch\u00fclerin mit Trisomie 21, zeigt, wie unterschiedlich Lebensrealit\u00e4ten sein k\u00f6nnen. Sie besucht eine Regelschule und nimmt aktiv am Alltag teil.<\/p>\n<p><strong>Wie k\u00f6nnen Sie in Ihrem Unterricht die Zug\u00e4nglichkeit und Anschaulichkeit von Medien\/Materialien verbessern? Welche Verb\u00fcndeten k\u00f6nnen Sie dazu gewinnen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Zug\u00e4nglichkeit von Unterrichtsmaterialien kann durch einfache Ma\u00dfnahmen verbessert werden. Symbolgest\u00fctzte Materialien, Bilder oder Audioversionen machen Inhalte greifbarer. Auch digitale Hilfsmittel und Lesehilfen sind n\u00fctzlich. Wichtig ist der Austausch mit Kolleg:innen, Sonderp\u00e4dagog:innen und Eltern. In Teams lassen sich Materialien gemeinsam anpassen. So k\u00f6nnen sie verschiedenen Lernniveaus gerecht werden. Plattformen wie leseninklusive.net oder arasaac.org bieten frei verf\u00fcgbare Inhalte (Folie Freie Materialien, Symbolsammlungen). Diese k\u00f6nnen im Unterricht genutzt und weiterentwickelt werden. Eine abgestimmte Zusammenarbeit im Kollegium, besonders im Jahrgangsteam, erleichtert die Umsetzung im Alltag.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4hlen Sie eines der Lernvideos\/der Podcasts\/der Kapitel auf path2in.uni-bremen.de oder all-means-all.education aus, schauen Sie es sich an und schreiben Sie kurz eine begr\u00fcndete Empfehlung f\u00fcr Ihre Kommiliton:innen, warum es sich ggf. lohnt, sich das Video\/den Podcast\/den Text anzusehen.<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mir das folgende Video angeschaut: \u201eSichtweisen von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung\u201c mit Carina K\u00fchne auf path2in.uni-bremen.de. Carina K\u00fchne berichtet dort aus ihrer Sicht als Frau mit \u00a0Trisomie 21. Sie ist Schauspielerin, Aktivistin und setzt sich f\u00fcr Inklusion ein. Im Interview spricht sie \u00fcber pers\u00f6nliche Erfahrungen mit Vorurteilen, Barrieren und gelungener Teilhabe. Besonders eindr\u00fccklich schildert sie, wie wichtig Sprache, Haltung und der selbstverst\u00e4ndliche Umgang im Alltag sind. Sie pl\u00e4diert daf\u00fcr, Menschen nicht auf ihre Einschr\u00e4nkungen zu reduzieren, sondern ihre St\u00e4rken zu sehen. Das Video bietet einen authentischen Einblick in die Perspektive von Betroffenen und regt zum Nachdenken \u00fcber den Umgang mit Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen an.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Deppe-Wolfinger, Helga [Interviewte], M\u00fcller, Frank J. [Interviewer], 2018. Interview mit Helga Deppe-Wolfinger. Psychosozial-Verlag.<br \/>\nBerger, Catrin, 2015. Deutschland noch weit von UN-Zielvorgaben entfernt: Analysen zur Arbeitsmarktsituation von behinderten Menschen in der EU.<br \/>\nFolien, Prof. Dr. Frank J. M\u00fcller, Universit\u00e4t Bremen<br \/>\npath2in.uni-bremen.de \u2013 Interview mit Carina K\u00fchne: Sichtweisen von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung<\/p>\n<p>RV07<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reflektieren Sie die Konsequenzen der Aussonderung von Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf? Inklusion ist mehr als ein p\u00e4dagogisches Konzept. Sie ist ein gesellschaftlicher Auftrag. Die Aussonderung von Sch\u00fcler:innen mit F\u00f6rderbedarf hat weitreichende Folgen. Nicht nur die betroffenen Kinder leiden darunter. Auch ihre Mitsch\u00fcler:innen verlieren die Chance, den Umgang mit der Vielfalt der Gesellschaft zu erlernen. 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