{"id":23,"date":"2019-05-21T12:50:26","date_gmt":"2019-05-21T10:50:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jillkosuchbaumhet\/?p=23"},"modified":"2019-05-21T12:50:26","modified_gmt":"2019-05-21T10:50:26","slug":"ringvorlesung-nr-6-mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-primarstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jillkosuchbaumhet\/2019\/05\/21\/ringvorlesung-nr-6-mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-primarstufe\/","title":{"rendered":"Ringvorlesung Nr: 6 Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Primarstufe"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 18pt\"><b>Blogbeitrag: 20.05.2019<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<ol>\n<li><b><\/b><span style=\"font-size: 14pt\"><b>In der Lehrerkonferenz diskutieren Sie die Empfehlungen f\u00fcr die\u00a0jeweilige weiterf\u00fchrende Schule der einzelnen Sch\u00fcler*innen. F\u00fcr\u00a0einen Sch\u00fcler, der vor zwei Jahren nach Deutschland und nach einiger\u00a0Zeit in der Vorklasse in Ihre Klasse gekommen ist, soll \u2013 lediglich\u00a0aufgrund seiner Deutschkenntnisse \u2013 von einer Empfehlung f\u00fcr das\u00a0Gymnasium abgesehen werden. Nehmen Sie auf Basis der Inhalte der\u00a0Vorlesung Stellung dazu.<\/b><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">Dem angesprochenen Sch\u00fcler\/in sollte meiner Meinung nach die Empfehlung f\u00fcr das Gymnasium, auf Grund von mangelnden Sprachkenntnissen, in der erst k\u00fcrzlich angeeigneten Zweitsprache, nicht verwehrt bleiben. Die jeweilige Schule sollte die Mehrsprachigkeit der Sch\u00fcler\/innen als eine n\u00fctzliche Ressource und nicht als ein Hindernis f\u00fcr den Schulerfolg betrachten, um das Potential der Lernenden voll aus zu sch\u00f6pfen. Die angesprochene Schule ist in der Pflicht dem Sch\u00fcler\/in bei seinem\/ihrem \u00a0Zweitspracherwerb ad\u00e4quat zu unterst\u00fctzen. Dies kann zudem durch die Hilfe anderer Sprachen und das Wertsch\u00e4tzen der Erstsprache geschehen. Es ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt auf Grund einer, nach nur zwei Jahren noch nicht erreichten Bildungssprache, den Sch\u00fcler\/in h\u00f6here Bildungschancen bzw. sp\u00e4tere Berufschancen zu verwehren. Nur weil ein Sch\u00fcler auf Grund seines bilingualen Zweitspracherwerbs<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>noch nicht in der Lage ist, die deutsche Bildungssprache in ihrer Komplexit\u00e4t zu verstehen, spricht dies nicht f\u00fcr dessen kognitives Niveau. Jedoch sollte man in Bezug dessen, die individuelle F\u00f6rderung der deutschen<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Sprachkompetenzen nicht au\u00dfer acht lassen, da die konzeptionell schriftliche Bildungs- und Fachsprache relevant ist um sich schulisches Wissen anzueignen. Es sollte sich Vor Augen gehalten werden, dass\u00a0Alle Kinder in ihrer Sprachentwicklung eine Registerdifferenzierung durchlaufen m\u00fcssen (vgl. Folie 37).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><b>2.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 \u00a0 <\/span>Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit \u2013 in der hier verstandenen\u00a0breiten Sicht \u2013 in Schule und Unterricht (selbst als Sch\u00fcler*in\u00a0und oder Praxiserfahrungen) haben Sie bislang gemacht? Diskutieren\u00a0Sie die Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung.<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">Sowohl in meiner Orientierungspraktikum, als auch in meinem POE konnte ich den Zusammenhang von Mehrsprachigkeit und Schule sehen. In meinem Orientierungspraktikum wurde sehr deutlich, dass manche Sch\u00fcler\/innen neben ihrer Zweitsprache Deutsch, auch eine andere Muttersprache beherrschten. Diese Kinder wurden explizit in sogenannten DAZ &#8211; F\u00f6rderkursen, im Fach Deutsch, unterrichtet. Zudem wurde deutlich, dass die Kommunikation mit den jeweiligen Eltern mehrsprachig orientiert war. Dementsprechend waren die Elternbriefe teilweise in Arabisch oder T\u00fcrkisch \u00fcbersetzt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">Als ein weiteres positives Beispiel habe ich das Ritual der \u201emehrsprachigen Begr\u00fc\u00dfung\u201c im Morgenkreis aufgenommen. Hierbei sollten sich die jeweiligen Sch\u00fcler\/innen in jeweils zwei unterschiedlichen und den meisten unbekannten Sprachen begr\u00fc\u00dfen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">In Bezug auf das Wissen, welches ich aus der gestrigen Vorlesung entnehmen konnte, sehe ich die Beispiele der sprachliche Bildung jedoch auch kritisch. Nicht immer wurde die Heterogenit\u00e4t des sprachlichen Registers ber\u00fccksichtigt. Unabh\u00e4ngig von der jeweiligen Bildungssprache des Kindes wurden die gleichen Anforderungen an die konzeptionelle Schriftsprache der heterogenen Lerngruppe gestellt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><b>3. Was m\u00f6chten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer\u00a0zuk\u00fcnftigen Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und\u00a0welche F\u00e4higkeiten fehlen Ihnen daf\u00fcr noch?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">F\u00fcr meinen sp\u00e4teren Unterricht nehme ich mir vor, die jeweilige Erstsprache und Mehrsprachigkeit der Kinder zu f\u00f6rdern und wertzusch\u00e4tzen. Diese sollte bestm\u00f6glich ins Unterrichtsgeschehen integriert werden. Zudem w\u00fcrde ich in meinem Unterricht regelm\u00e4\u00dfig die Erarbeitung von \u201eSprachenportraits\u201c integrieren. Des Weiteren w\u00fcrde ich gerne die Mehrsprachigkeit der Kinder nutzen, in dem zum Beispiel Sch\u00fcler verschiedene Sprachen von anderen Sch\u00fclern lernen k\u00f6nnen. Die Kinder sollen die M\u00f6glichkeit bekommen sich mit ihrer eigenen Sprachbiografie auseinander zu setzten (vgl. Folie 55). \u00a0In Bezug auf meinen jetzigen Wissensstand, ist mir jedoch bewusst, dass ich noch einigen wissenschaftlichen Input ben\u00f6tige um meine Vors\u00e4tze zu realisieren. Jedoch bin ich froh, dass wir z.B durch den Einblick in eine Kontrastsprache, im Modul GR4, die M\u00f6glichkeit bekommen uns dezidierter mit dem sprachlichen Aufbau von anderen Sprachen auseinander zusetzten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><b>4. Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein.\u00a0Welche Rahmenbedingungen m\u00fcssen gegeben sein, damit Sie die\u00a0Mehrsprachigkeit ihrer Sch\u00fcler*innen einbeziehen und einen\u00a0registersensiblen Fachunterricht gestalten k\u00f6nnen?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">Um einen sprachheterogenen Unterricht und die Inklusion der Mehrsprachigkeit zu gew\u00e4hrleisten muss in erster Linie die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Eltern funktionieren. Diese k\u00f6nnten die Lehrkraft z.B durch ihre eigenen sprachlichen Kompetenzen unterst\u00fctzen. Des Weiteren ist es notwendig eine breite Auswahl an Lernmaterial zur Verf\u00fcgung zu haben, wie z.B verschieden sprachige B\u00fccher oder die Bereitstellungen eines Lerncomputers.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">Zudem m\u00fcssen die jeweiligen Lehrkr\u00e4fte von Beginn ihres Lehramtsstudiums auf die Mehrsprachigkeit im Klassenkontext vorbereitet werden und \u00e4ltere Lehrkraft die M\u00f6glichkeit bekommen ihr Wissen, durch explizite Seminare zu verfestigen und aufzufrischen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blogbeitrag: 20.05.2019\u00a0 In der Lehrerkonferenz diskutieren Sie die Empfehlungen f\u00fcr die\u00a0jeweilige weiterf\u00fchrende Schule der einzelnen Sch\u00fcler*innen. 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