{"id":10,"date":"2020-06-29T10:34:34","date_gmt":"2020-06-29T08:34:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jbheterogenitaet\/?p=10"},"modified":"2020-06-29T10:34:34","modified_gmt":"2020-06-29T08:34:34","slug":"antisemitismus-im-schulalltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jbheterogenitaet\/2020\/06\/29\/antisemitismus-im-schulalltag\/","title":{"rendered":"Antisemitismus im Schulalltag"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry\">\n<p>Welche Ber\u00fchrungspunkte hatten Sie bereits mit dem Thema Antisemitismus? Beschreiben Sie f\u00fcr Sie wichtig erscheinende Situationen und wie Sie diese vor dem Hintergrund dieser Vorlesung bewerten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>In meiner Schulzeit habe ich pers\u00f6nlich keine Erfahrungen mit Antisemitismus gemacht, weil ich von ihm nicht betroffen sein kann. In der Vorlesung wurde deutlich, dass Aussagen wie &#8222;Du Jude&#8220; in Schulen oft relativiert werden. Diese Aussagen habe ich in meinem Schulleben auch h\u00e4ufig geh\u00f6rt. Selten hat eine Lehrkraft etwas dagegen unternommen. In der Oberstufe hat sich mein Jahrgang im Rahmen eines langfristigen Projekts mit Antisemitismus und vor allem dem Holocaust besch\u00e4ftigt. Daf\u00fcr haben wir mit einem j\u00fcdischen Holocaust-\u00dcberlebenden zusammengearbeitet und auf seine Geschichte aufmerksam gemacht. Am Ende stand eine gro\u00dfe Veranstaltung und die Forderung, auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen Synagoge in meiner Heimatstadt zu einer Gedenkst\u00e4tte zu errichten.<\/p>\n<ol>\n<li>Welche Fragen haben sich f\u00fcr Sie durch den Vortrag ergeben? In welchen Bereichen f\u00fchlen Sie sich noch unzureichend informiert oder vorbereitet, um sich mit Antisemitismus in der Schule als Lehrkraft zu befassen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Meine fehlende Erfahrung von Antisemitismus im Schulalltag l\u00f6st einige Fragen im konkreten Umgang mit Antisemitismus aus. \u00a0Durch meine F\u00e4cherwahl sehe ich mich als zuk\u00fcnftiger Lehrer in der Verantwortung die SuS aufzukl\u00e4ren. Da ich wei\u00df, dass Phrasen wie &#8222;Du Jude&#8220; schon von jungen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ge\u00e4u\u00dfert werden, stellt sich die Frage zu welchem Zeitpunkt es angemessen ist die Sch\u00fcler*innen mit ihrem Verhalten zu konfrontieren beziehungsweise sie \u00fcber das Gesagte aufzukl\u00e4ren.\u00a0Zudem muss sicherlich auch dar\u00fcber nachgedacht werden wie sich Antisemitismus im 21. Jahrhundert verbreitet. Lehrer*innen m\u00fcssen \u00fcber die Gefahren von Verschw\u00f6rungstheorien in der digitalen Welt aufgekl\u00e4rt werden, damit sie das an die Sch\u00fcler*innen weitergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol>\n<li>Besch\u00e4ftigen Sie sich mit folgendem Szenario: Ein Elternteil spricht Sie pers\u00f6nlich als Lehrkraft darauf an, dass ein Sch\u00fcler Ihrer Klasse von verbalen antisemitischen \u00dcbergriffen betroffen war. \u00dcberlegen Sie, wie ein konstruktiver Umgang mit dieser Situation aussehen k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der erste Schritt w\u00e4re es auf die Problembeschreibung der Eltern der betroffenen Person intensiv einzugehen. Wenn es gew\u00fcnscht ist, ist das Gespr\u00e4ch mit der\/dem betroffenen Sch\u00fcler*in ein weiterer Schritt. Es w\u00e4re mir wichtig mir ein umfassendes Bild von der Situation zu machen, um diese aufl\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Der n\u00e4chste Schritt w\u00e4re das Gespr\u00e4ch mit der Person, von der diese antisemitischen \u00dcbergriffe ausgehen, um herauszufinden, ob sie sich \u00fcber die Tragweite ihrer \u00c4u\u00dferungen oder Aktionen bewusst ist. Sollte sich herausstellen, dass es sich um eine ausgereifte Ideologie handelt, m\u00fcssen definitiv Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, die dieser Person klarmachen, dass Antisemitismus inakzeptabel ist. Daf\u00fcr sollten dieses Thema mit anderen Lehrkr\u00e4ften und der Schulleitung behandelt werden. Es sollte dann f\u00e4cher\u00fcbergreifende Aufkl\u00e4rungsarbeit geleistet werden. M\u00f6glicherweise sollten auch au\u00dferschulische Akteure, die sich dem Kampf gegen Antisemitismus verschrieben haben, hinzugezogen werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Schulzeit wurden Veranstaltungen mit von Antisemitismus Betroffenen durchgef\u00fchrt. Als Lehrkraft w\u00fcrde ich mich daf\u00fcr einsetzen, dass diese auch an meiner Schule stattfinden. Sollte beispielsweise die M\u00f6glichkeit bestehen mit einem\/einer Holocaust-\u00dcberlebenden ins Gespr\u00e4ch zu treten, w\u00fcrde ich diese nutzen, da ich aus meiner eigenen Erfahrungen sagen kann, welchen Einfluss diese Veranstaltungen auf Sch\u00fcler*innen haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sch\u00fcler*innen m\u00fcssen dieses Thema umfassend verstehen. Deshalb sollte man es ihnen nicht nur durch Lehrervortr\u00e4ge nahebringen. Ich sehe es als wichtig an, dass das Thema f\u00fcr Sch\u00fcler*innen greifbar ist. Deshalb w\u00fcrde ich mich daf\u00fcr einsetzen, dass die schule Projekte gegen Antisemitismus durchf\u00fchrt und f\u00f6rdert.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Welche Ber\u00fchrungspunkte hatten Sie bereits mit dem Thema Antisemitismus? Beschreiben Sie f\u00fcr Sie wichtig erscheinende Situationen und wie Sie diese vor dem Hintergrund dieser Vorlesung bewerten w\u00fcrden. 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