Kategorien
Allgemein

Abschlussreflexion

  1. Die Nutzung von Mehrsprachigkeit als Ressource für den Unterricht kann sich auf individuelle Lernprozesse positiv auswirken. Diese Erkenntnis konnte ich verschiedener Beiträge der Ringvorlesung entnehmen. Die Tatsache, dass Mehrsprachigkeit weit verbreitet ist und die meisten Schülerinnen und Schüler über verschiedene Sprachkenntnisse, Dialekte, Akzente oder Soziolekte verfügen, zeigt, dass die Nutzung der Ressource Mehrsprachigkeit Einfluss auf die Lernprozesse haben kann. In dem Vortrag zur Heterogenität im Deutschunterricht wird aufgezeigt, dass verschiedene sprachliche Voraussetzungen im Unterricht genutzt werden können. Die Analyse von deutscher Rechtschreibung oder Grammatik im Unterricht kann demnach mit den sprachlichen Strukturen anderer Sprachenverglichen werden. Aus dem Vortrag wurde auch deutlich, dass die Einbeziehung der Erstsprache von Schüler*innen den Zugang zu den Lerninhalten erleichtern kann. Diese Erkenntnisse lassen sich nicht ausschließlich auf den Deutschunterricht beziehen. Auch in meinem Fach, Englisch, ist die Bezugnahme auf vorherige Sprachkenntnisse bedeutend. Durch die Verwandtschaft der verschiedenen Sprachen, können Vokabeln oder grammatische Strukturen der Erstsprache mit den englischen verglichen werden. Eine relevante Literaturquelle zur Mehrsprachig in der Schule und im Unterricht ist der Beitrag „Mehrsprachigkeit: Vom Störfall zum Glücksfall“ von Rosemarie Tracey aus dem Jahr 2014.
  2. Eine weitere zentrale Erkenntnis, die ich durch die Ringvorlesung mitnehmen konnte, ist die Tatsache, dass mit der Inklusion verschiedene Dilemmata einhergehen. Es wurde ein grundlegender Widerspruch in dem starken Individualförderungsbedarf inklusiver Klassen und dem Anspruch des kollektiven, gemeinschaftlichen Lernens aufgezeigt. Bei der Vermittlung von Lerninhalten muss die Lehrperson also den Ausgleich zwischen diesen beiden Polen finden. Im Englischunterricht müssten also Methoden verwendet werden, die einerseits auf den individuellen Bedarf von Schüler*innen eingehen und andererseits ein gemeinsames Lernen ermöglichen. Die Publikation „Differenz – Ungleichheit – Erziehungswissenschaft, Verhältnisbestimmungen im (Inter-)Disziplinären“ wurde von Isabell Diehm, Melanie Kuhn und Claudia Machold im Jahr 2017 herausgegeben und ist eine Literaturquelle, die sich mit den Herausforderungen der Inklusion auseinandersetzt

 

  1. Das dreigliedrige Schulsystem, welches ich in meiner eigenen Schulzeit kennengelernt habe, ist ein bedeutender Faktor im schulischen Umgang mit Heterogenität. Es entstanden Rivalitäten und Ausgrenzungen zwischen Schüler*innen verschiedener Schulformen. Das Konzept der Gesamtschule, welches ich in der Ringvorlesung kennengelernt habe, bietet hingegen bessere Voraussetzungen für die Inklusion und den Umgang mit Leistungsheterogenität in Schulen. Außerdem wurde in der Ringvorlesung eine kanadische Schule vorgestellt. Es wurde deutlich, dass dort eine inklusive Schulkultur gelebt wird. Das Zusammenwirken von Schüler*innen bei der Gestaltung einer Schule fördert Inklusion. Heterogene Schüler*innen und Schüler haben durch das aktive Einbringen in die Gestaltung der Schulkultur die Möglichkeit individuelle Erfahrungen und Wünsche einzubringen. Auch nimmt das Lehrer*innenhandeln eine große Rolle in dem Umgang mit Heterogenität ein. Lehrende müssen mit schwierigen Situationen umgehen können. Der Vortrag zu Antisemitismus hat gezeigt, dass es wichtig ist, Lehrer*innen für diese Themen zu sensibilisieren und sie im Umgang mit diesen zu schulen. Aus meiner eigenen Erfahrung habe ich gelernt, dass besonders die technischen und logistischen Gegebenheiten in Schulen den adäquaten Umgang mit Heterogenität behindern können. So konnte eine körperlich behinderte Person an meiner ehemaligen Schule nicht an allen Angeboten der Schule teilnehmen, da es keinen Fahrstuhl in der Schule gab. Um allen Schüler*innen gleiche Chancen zu bieten, müssen Schulen in die Lage versetzt werden, Inklusion auch logistisch zu ermöglichen.

 

  1. Über die Schule als sozialen Raum der Begegnung würde ich in meinem weiteren Studium gerne mehr lernen. Die Beispielschule aus Kanada hat gezeigt, dass alternative Schulkonzepte Inklusion befördern können. Das Prinzip der offenen Schule ist. Dabei besonders interessant. Es wäre spannend mehr über die Möglichkeiten eine Schule in eine Gemeinschaft einzubinden, zu erfahren. Die Frage wie eine Schule also gestaltet werden kann, dass sie in allen Aspekten inklusiv ist, hat bei mir besonderes Interesse geweckt. Ich würde mir mehr Inhalte in der Vorlesung wünschen, die sich mit Inklusion außerhalb des Unterrichts befassen. Außerdem war es interessant über die verschiedenen sprachlichen Voraussetzungen von Schüler*innen zu lernen. Die Differenzierung von Sprachfähigkeiten und Lernfähigkeiten war ein wichtiger Aspekt. Es war spannend darüber nachzudenken, wie man mit Schüler*innen, die eine gute Lernfähigkeit haben, jedoch schlechte Deutschkenntnisse besitzen, umgeht. Der Aspekt der Mehrsprachigkeit wurde intensiv behandelt in der Vorlesung. Ich wünsche mir, dass ich im weiteren Verlauf meines Studiums weitere Begegnungen mit diesem Thema haben werde

 

Abschlussreflexion Jarno Behrens

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.