{"id":26,"date":"2023-06-07T18:22:17","date_gmt":"2023-06-07T16:22:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jasminatblog\/?p=26"},"modified":"2023-06-07T18:22:17","modified_gmt":"2023-06-07T16:22:17","slug":"mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-gymnasialen-oberstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jasminatblog\/2023\/06\/07\/mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-gymnasialen-oberstufe\/","title":{"rendered":"Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der gymnasialen Oberstufe"},"content":{"rendered":"<ul style=\"font-weight: 400\">\n<li>An Ihrem Gymnasium gibt es einen \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013\u00a0Vorkurs, in welchem sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf\u00a0die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. F\u00fcr einige wird nun der\u00a0endg\u00fcltige \u00dcbergang in die Regelklasse diskutiert. Ein Gro\u00dfteil der Lehrpersonen\u00a0pl\u00e4diert \u2013 mit Verweis auf die noch nicht vollst\u00e4ndig ausreichenden\u00a0(bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse \u2013 die Sch\u00fcler*innen an eine Oberschule\u00a0zu \u00fcberweisen, obwohl die Sch\u00fcler*innen hinsichtlich ihrer Lernf\u00e4higkeit und ihrer\u00a0Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen f\u00fcr das Gymnasium mitbringen und\u00a0gerne an der Schule bleiben w\u00fcrden, da sie dort durch die Teilintegration in die\u00a0Regelklassen auch schon Kontakte zu anderen Sch\u00fcler*innen gekn\u00fcpft haben.\u00a0Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Hierzu kann man sagen, dass man nicht nur auf die Sprachkompetenzen beziehungsweise Deutschkenntnisse der Seitensteiger*innen achten, sondern Vorhallen auf ihr Lernpotenzial. In dem oben genannten Beispiel werden die Sprachkenntnisse kritisiert. Hinsichtlich des Lernpotenzials sind alle Seiteneinsteiger*innen kompetent genug, das Gymnasium zu absolvieren. Aber w\u00fcrden die Seiteneinsteiger*innen in den Regelklassen mitkommen? Nun, da sie zumindest einen Vorkurs absolviert haben, besitzen die Seitensteiger*innen einige Deutschkenntnisse. Meistens wird hier jedoch nicht Allt\u00e4gliches deutsch vermittelt, sondern eher sogenanntes \u201eSchulbuch Deutsch\u201c. In den Schulklassen herrscht ein eher allt\u00e4glicherer gebrauch. Nat\u00fcrlich darf das Fachjargons nicht fehlen, wozu wir zum ersten Problem f\u00fcr die Seitensteiger*innen kommen. Viele W\u00f6rter kann Managua dem Kontext erschlie\u00dfen als Nicht-Muttersprachler, aber es ist anders wenn es um gewisse Fachtermini geht. Dies k\u00f6nnte f\u00fcr einige ein Problem darstellen und sie k\u00f6nnten mit dem Lernstoff zur\u00fcckfallen. Jedoch sieht man anhand von einigen Austauschsch\u00fclern, wie hilfreich und gut es ist, Sprachen Lerner ins \u201ekalte Wasser zuschmei\u00dfen\u201c. Im Austausch mit Muttersprachlern und im aktiven Leben mit der zulernender Sprache, ist die Aneignung dieser um weiten einfacher als stumpf die viel zu komplexe deutsche Grammatik zu lernen. Eine Austauschsch\u00fclerin hat fast flie\u00dfend deutsch reden k\u00f6nnen nach 5 Monaten in unserer Klasse. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Seiteneinsteiger*innen immer jeweils ein Jahr einen Vorkurs besuchen und dann in einer Regelklasse unterrichtet werden sollen. Wichtig ist am Ende ein Zusammenspiel von Sprache und Lernkompetenz.<\/p>\n<ul style=\"font-weight: 400\">\n<li>Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit \u2013 in der hier verstandenen breiten\u00a0Sicht \u2013 in Schule und Unterricht (selbst als Sch\u00fcler*in\u00a0 und\/oder\u00a0Praxiserfahrungen als unterrichtende Person) haben Sie bislang gemacht?\u00a0Reflektieren Sie diese Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Ich habe eine relativ l\u00e4ndlich gelegene Schule besucht. In meiner Grundschulklasse war ich zum Beispiel die einzige, die Bilingual aufgewachsen ist und einen Migrationshintergrund hatte. Ab der f\u00fcnften Klasse war dies nicht mehr so, da wir viel Zuwachs von weiteren Kindern bekamen. Einige waren Mehrsprachige Kinder. In meiner elften Klasse hatte ich einen Jungen in meiner Klasse, der aus S\u00fcdafrika kam. Er konnte flie\u00dfend Englisch und eine weitere, afrikanische Sprache. Ich lernte ihn kennen, wo er schon drei Jahre in Deutschland war. Mir wurde erst klar, dass er erst drei Jahre in Deutschland ist, als er mir selber das sagte. Er hatte einen starken Akzent, jedoch sprach er fast fl\u00fcssig Deutsch. Pr\u00e4sentationen hat er fehlerfrei und ohne Zettel gehalten. Des Weiteren hatten wir ein Albanisches M\u00e4dchen, die aus Griechenland kam. Sie besuchte ein Sprachkurs, welcher unsere Schule anbot und nach einem halben Jahr durfte sie in eine der Realschulklassen. Sie konnte ebenfalls schnell die Sprache lernen und spricht heute ebenfalls fast fehlerfrei deutsch, jedoch mit einem Akzent. Negative Erfahrungen bez\u00fcglich Mehrsprachiger Sch\u00fcler gab es auch in meiner Klasse. Wir hatten einen t\u00fcrkischen Jungen in unserer Klasse, dessen Eltern mit ihm nur t\u00fcrkisch reden. Deutsch sprach er nur in der Schule und mit Freuden. Er sprach Akzent frei, jedoch gab es hier und da ein paar Artikel Verwechslungen in seinem Sprachgebrauch. Einmal hat unsere Deutschlehrerin dies mitbekommen und hat ihn vor unserer Klasse blo\u00dfgestellt und ihm gesagt, er solle Deutsch lernen, obwohl er die Sprache an sich beherrscht.<\/p>\n<ul style=\"font-weight: 400\">\n<li>Was m\u00f6chten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zuk\u00fcnftigen\u00a0Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche F\u00e4higkeiten fehlen\u00a0Ihnen daf\u00fcr noch? Was wollen Sie daf\u00fcr tun?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Als Lehrpersonal w\u00fcrde ich den Sch\u00fclern beibringen, dass sie das Potenzial hinter der Mehrsprachigkeit entdecken und diese mit Verst\u00e4ndnis begeben, Mehrsprachigkeit ist n\u00e4mlich nicht so wie es in manchen Schulen vermittelt wird ein Defizit oder eine Lernbehinderung. ,,Jede sprachliche Vorerfahrung ist also bedeutsam f\u00fcr den Ausbau der \u00a0sprachlichen Mittel\u201c (Gogolin, 2020) Die Kinder dessen Muttersprache nicht Deutsch ist brauchen lediglich ein bisschen Starthilfe im deutschen Schulsystem. Des Weiteren sollte die laut Gogolin Die Mehrsprachigkeit anerkannt werden als Bildungsvorraussetzung (vgl. Gogolin, 2020). Ich w\u00fcrde mir als Kompetenz aneignen, dass ich allen Sch\u00fclern, trotz Sprachbarrieren, die Inhalte gut vermitteln kann.<\/p>\n<ul style=\"font-weight: 400\">\n<li>Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein? Welche\u00a0Rahmenbedingungen m\u00fcssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit Ihrer\u00a0Sch\u00fcler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten\u00a0k\u00f6nnen?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Das wichtigste ist die Anerkennung der Sprachen von den Kindern oder Seiteneinsteiger*innen. Das passiert am besten, \u201ewenn der Erwerb sowohl der Muttersprache als auch der deutschen Sprache als wichtig gewertet und altersgem\u00e4\u00df gef\u00f6rdert wird\u201c (Dr. M. Helbrock, 2012). Des Weiteren darf Intelligenz mit der Sprachf\u00e4higkeit nicht gleichgesetzt werden. Jemand der die Sprache nicht versteht, kann nicht die selbe Leistung wie ein Muttersprachler hervorbringen. Hierbei sollten Lehrer vor allem sensibilisiert werden, um die Seitensteiger*innen zu verstehen und nicht direkt als leistungsschwach abzustempeln. Ebenso sollte, wie bereits erw\u00e4hnt, F\u00f6rderungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Seiteneinsteiger*innen stattfinden. \u201eSprachf\u00f6rderung muss Teil des Bildungs-und F\u00f6rderprogramm jeder Schule sein\u201c (Dr. M. Helbrock, 2012).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Quellenverzeichnis<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Gogolin,Ingrid, Hansen, Antje, McMonagle, Sarah &amp; Rauch, Dominique (Hrsg.)(2020): <em>Handbuch Mehrsprachigkeit und Bildung<\/em>. Wiesbaden: Springer VS, S.170<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Gogolin,Ingrid, Hansen, Antje, McMonagle, Sarah &amp; Rauch, Dominique (Hrsg.)(2020): <em>Handbuch Mehrsprachigkeit und Bildung<\/em>. Wiesbaden: Springer VS, S.171<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Helbrock, Dr. Maria (2012): <em>Sprachbarriere vermindert Lernerfolg, Bildungschancen und ein gutes Miteinander<\/em>&#8211; Schulentwicklung durch Sprachf\u00f6rderung, Schulpsychologische Bildungsberatung, Landesschulrat f\u00fcr Voralberg, S.3<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">Helbrock, Dr. Maria (2012): <em>Sprachbarriere vermindert Lernerfolg, Bildungschancen und ein gutes Miteinander<\/em>&#8211; Schulentwicklung durch Sprachf\u00f6rderung, Schulpsychologische Bildungsberatung, Landesschulrat f\u00fcr Voralberg, S.3<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">\n<p style=\"font-weight: 400\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An Ihrem Gymnasium gibt es einen \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013\u00a0Vorkurs, in welchem sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf\u00a0die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. 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