{"id":50,"date":"2019-07-14T17:37:54","date_gmt":"2019-07-14T15:37:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jannatimm\/?p=50"},"modified":"2019-07-14T17:37:54","modified_gmt":"2019-07-14T15:37:54","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jannatimm\/2019\/07\/14\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p>Eine richtig formatierte Version dieses Textes f\u00fcr Word hier: <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/jannatimm\/files\/2019\/07\/Abschlussreflexion.docx\">Abschlussreflexion<\/a><\/p>\n<ol>\n<li><em><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung f\u00fcr sich mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret Bezug auf a.) fachdidaktische Aspekte, indem Sie Erkenntnisse auf die Didaktiken ihrer <strong>eigenen beiden F\u00e4cher\u00a0<\/strong>beziehen und b.) zwei generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht mit Bezug zu den relevanten Quellen benennen.<\/span><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Unter den zentralsten theoretischen Erkenntnissen der Vorlesung BAUM-Het, steht an erster Stelle meine eigene Selbstreflexion. Die Grundlage vieler Vorlesungen war stehts die Voraussetzung, dass wir, als zuk\u00fcnftige Lehrkr\u00e4fte, unser eigenes Handeln hinterfragen und vor allem unsere Vorstellungen, erlernte Voreingenommenheit und Stereotypendenken kritisch hinterfragen (sollten). Konkret dreht es sich um die Art und Weise, wie wir Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler subjektiv einsch\u00e4tzen, aufgrund der grundlegenden Informationen, die wir \u00fcber sie haben. Das k\u00f6nnen zun\u00e4chst nur \u00c4u\u00dferlichkeiten sein, wie etwa Ausstrahlung (z.B.: selbstbewusst, sch\u00fcchtern), sichtbares Krankheitsbild\/Beeintr\u00e4chtigung, Kleidung, Hautfarbe, Religi\u00f6se Zeichen (z.B.: Kopftuch, Kreuz, Kippah) oder gelesenes Geschlecht. Dar\u00fcber hinaus \u00e4ndert sich unsere Einsch\u00e4tzung, aufgrund von zus\u00e4tzlichen Informationen, die Lehrkr\u00e4fte im Laufe der Zeit \u00fcber die SuS bekommen k\u00f6nnten, darunter zum Beispiel: Herkunft, Verhalten im Unterricht (z.B.: eher unruhig, eher ruhig, eher redebed\u00fcrftig), F\u00f6rderbedarf, sozialer Status, Verhalten und Status in der Klasse oder schulische Leistungen. Aufgrund dieser Impulse\/Wahrnehmungen erstellen wir eine subjektive Einsch\u00e4tzung einer Person. Dies tun wir unter anderem, weil unser Gehirn die Realit\u00e4t aus subjektiven Einsch\u00e4tzungen aufbaut und diese Einsch\u00e4tzungen im Alltag nicht nur hilfreich, sondern notwendig sind, um unsere Mitmenschen einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr mich als zuk\u00fcnftige Lehrerin ist es sp\u00e4ter wichtig, eine Einsch\u00e4tzung aus allen Wahrnehmungen zu gestalten, denn nur so lassen sich Noten verteilen, spezielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr einige Sch\u00fcler*innen geben oder der Unterricht in die richtige Richtung lenken. Doch in der Vorlesung \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t\u201c wurde stetig, in unterschiedlichen Formen (u.a. oft durch das Anzweifeln der Realit\u00e4tsn\u00e4he von bestimmten Stereotypen), zu einem kritischen Umgang mit diesen Einsch\u00e4tzungen geraten. Dieser kritische Umgang soll uns helfen, unsere ersten Einsch\u00e4tzungen zu relativieren und den SuS stets eine Chance zu geben, aus den Boxen, in die wir sie stecken, herauszukommen und zu beweisen, wie divers menschliche Kategorien sind. Diese Relativierung von subjektiver Wahrnehmung l\u00e4sst sich auf beide meiner F\u00e4cher anwenden, Englisch und Geschichte. Spezifisch f\u00fcr das Fach Englisch sollte mir jedoch konkret bewusst sein, dass zum Beispiel Herkunft\/Aussehen kein Faktor f\u00fcr Sprachsouver\u00e4nit\u00e4t oder auch Unverm\u00f6gen sein muss. Ich darf von Menschen mit Migrationshintergrund weder voreingenommene h\u00f6here oder niedrigere Erwartungen haben, sondern muss selbst erkennen, auf welchem Level sich die einzelnen SuS befinden. Im Fach Geschichte sollte mir stets bewusst sein, dass Menschen aus bestimmten Gruppen keine repr\u00e4sentativen Sprecher sind, sein m\u00fcssen und wom\u00f6glich auch nicht sein wollen. In der Geschichte gibt es viele unterschiedliche Ph\u00e4nomene, Gruppierungen, Klasseneinteilungen, Rassentheorien und Gesellschaftsschichten. Doch nur aufgrund meiner subjektiven Einsch\u00e4tzung sollte ich nicht bestimmte Meinungen von SuS erwarten oder spezifisch Sch\u00fcler*innen um eine \u00c4u\u00dferung bitten. Ein Beispiel daf\u00fcr w\u00e4re: Sollte ich wissen, dass es einen j\u00fcdischen Sch\u00fcler gibt, dann sollte ich ihn weder \u201eouten\u201c, noch sollte ich eine Stellungnahme zu Themen wie dem Holocaust oder Nahost-Konflikt erwarten<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Dar\u00fcber hinaus sollte ich mir bewusst sein, dass die Person mehr ist, als nur ihre Religion, die Hautfarbe oder der gesellschaftliche Stand. Dasselbe gilt zum Beispiel f\u00fcr Menschen mit Migrationshintergrund, die oftmals mit der Geschichte der spezifischen L\u00e4nder in Zusammenhang gebracht werden, wobei hierbei auch oft L\u00e4nder verwechselt oder \u201ein einen Topf\u201c geworfen werden. \u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Abgesehen vom Relativeren der eigenen subjektiven Wahrnehmung, sind mir durch die Vorlesung noch weitere grundlegende, erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse bewusst geworden. Darunter sind zun\u00e4chst einmal simple Begriffserkl\u00e4rungen gewesen, die ich zuvor nicht kannte oder falsch verstand. Darunter waren beispielsweise \u201eMehrsprachigkeit\u201c (aus dem Vortrag von Prof. Dr. Andrea Daase), \u201edoppelte Heterogenit\u00e4t\u201c (aus dem Vortrag von Prof. Dr. Andreas Klee), die unterschiedlichen F\u00f6rderschwerpunkte (aus dem Vortrag von Prof. Dr. Frank J. M\u00fcller) oder auch \u201einkludierende Exklusion\u201c (aus dem Vortrag von Dr. Eileen Schwarzberg). All diese Begriffe helfen mir nicht nur im Beruf als Lehrkraft, sondern dar\u00fcber hinaus auch in meinem Alltagsverst\u00e4ndnis.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Die zweite Erkenntnis bezieht sich ebenfalls auf Begriffe, jedoch nicht auf die Definitionen oder eine Erkl\u00e4rung dieser Begriffe, sondern die Auseinandersetzung mit der unterschiedlichen Behaftung und unterschiedlichen Definitionen von Begriffen. Prof. Dr. Andreas Klee beleuchtete dieses Ph\u00e4nomen der unterschiedlichen Bedeutung eines Begriffes oder Konzeptes f\u00fcr unterschiedliche Personen mit dem Beispiel \u201eDemokratie\u201c, ein Wort mit vielen unterschiedlichen Konnotationen. Auf eine andere Weise, jedoch mit demselben Effekt auf mich pers\u00f6nlich, behandelte Dr. Eileen Schwarzberg das Konzept zwischen \u201ebehindert sein\u201c und \u201ebehindert werden\u201c. Beide Vortr\u00e4ge gaben mir ein Bewusstsein f\u00fcr die Unterschiedliche Behaftung bestimmter begriffe und das unterschiedliche Nutzen dieser Begriffe.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ich bin mir bewusst, dass selbst dieses Beispiel ein besonders stereotypisches Beispiel ist, aber da es sich hier um Stereotypen dreht, ist es wiederum passend.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><em><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">2. Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen, schulstrukturelle Fragen, schulkulturelle Aspekte), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen in Ihrer Wahrnehmung aus eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Praktika, Berichte aus der Praxis) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? An welcher Stelle k\u00f6nnten Sie einzelne der unter 1 genannten Erkenntnisse zur Erkl\u00e4rung heranziehen?<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Gender und Mehrsprachigkeit sind, meiner Meinung nach, besonders aktuelle Themen. Vermutlich h\u00e4ngt dies mit modernen Entwicklungen zusammen (Gesellschaftliche Sensibilit\u00e4t auf Zuwanderung und die damit Verbundene Mehrsprachigkeit und das zunehmend mediale Behandeln von LGBT+-Themen) und den konservativen\/reaktion\u00e4ren Antworten darauf. Diese konservativen\/reaktion\u00e4ren Antworten sind eng verbunden mit den subjektiven Eindr\u00fccken bestimmten Personengruppen gegen\u00fcber. Diese, wie bereits in der ersten Aufgabe besprochen, m\u00fcssten hinterfragt und kritisch betrachtet werden, um Menschen zu erlauben, au\u00dferhalb bestimmter enger Kategorien zu leben.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><em><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">3. Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium im Bezug auf das Modulthema UMHET. Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl.<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Es wurde zwar in den Vorlesungen in denen ich war nicht besonders angesprochen, aber ich w\u00fcnsche mir einen kritischen Umgang mit dem Problem, dass es systematische, gesellschaftliche und staatliche Probleme gibt, die wir als einzelne Lehrkr\u00e4fte schlichtweg nicht \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Im Bezug auf erziehungswissenschaftliche Fragestellungen aus der Vorlesung w\u00fcnsche ich mir einen tieferen Einblick in den konkreten Umgang mit f\u00f6rderbed\u00fcrftigen SuS und einem interaktiveren Umgang mit Begriffsdisskussionen\/-definitionen. Letzteres interessiert mich besonders, da ich gerne auch die Ansichten meiner Komiliton*innen zu bestimmten Begriffen h\u00f6ren w\u00fcrde. Das w\u00fcrde nochmal verdeutlichen, dass die meisten Zuschreibungen\/Begriffe oftmals subjektiv sind und gemeinsam k\u00f6nnte man versuchen zu erkennen, ob es Gemeinsamkeiten gibt und an welcher Stelle die Vorstellungen sich trennen.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\"><em><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">4. Welche in den Vorlesungseinheiten von BAUMHET thematisierten Problematiken\/Aspekte sehen Sie f\u00fcr sich pers\u00f6nlich als besondere Herausforderung? Wie k\u00f6nnten Sie sich, im Uni-Kontext oder auch dar\u00fcber hinaus, auf diese Herausforderungen vorbereiten?<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Meine eigene Wahrnehmung wird oft von meinem eigenen Rassismus gepr\u00e4gt. Ich versuche viele erlernte und internalisierte Vorstellungen zu revidieren und mich stets zu informieren, um stereotypisierendem Denken aus dem Weg zu gehen. Doch seit meiner Kindheit lerne ich durch Gesellschaft, durch meine Familie und durch mein Umfeld rassistische Denkweisen (was keine Entschuldigung ist oder sein soll, sondern nur eine Erkl\u00e4rung). Meine Gedanken sind nie aggressiv oder in sich b\u00f6se, aber immer stereotypisierend und, wenn ausgesprochen, potentiell verletzend. Ich nehme beispielsweise oft an, dass nicht-wei\u00dfe Personen automatisch kein Deutsch sprechen und vermutlich aus einem anderen Land kommen. Vor einer Woche ertappte ich mich bei einer rassistischen Aussage im Bezug auf eine Situation im Bus, als ich meinem Freund davon erz\u00e4hlte. Ich sagte \u201eda war so ein deutscher Typ, der halt so einen Dunkelh\u00e4utigen voll sauer angesprochen hat\u201c. In diesem Satz ist offensichtlich Einiges falsch. Mit \u201edeutsch\u201c meinte ich letztendlich \u201eden wei\u00dfen Typ\u201c, was im Umkehrschluss bedeutet, dass ich \u201edeutsch\u201c mit \u201ewei\u00df\u201c assoziiere. Erst im Nachhinein fiel mir auf, dass ich die Situation als eine Auseinandersetzung zwischen \u201eeinem Deutschen\u201c und \u201eeinem Ausl\u00e4nder\u201c wahrgenommen hatte. Dabei hatten die beiden jungen M\u00e4nner nur unterschiedliche Hautfarben, woraus sich per se noch \u00fcberhaupt nichts schlie\u00dfen l\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">Dieser Alltagsrassismus pr\u00e4gt, meiner Meinung nach, die Gedankenwelt vieler Menschen, obwohl die meisten es vermutlich nicht zugeben m\u00f6chten. Zu einem gewissen Grad steckt nat\u00fcrlich immer ein Funken Wahrheit in Allem. Jedoch muss ich, wie in der ersten Aufgabe bereits erkl\u00e4rt, meine ersten Einsch\u00e4tzungen relativieren und \u00c4nderungen zulassen. Letztendlich kann ich konkret nur weiter meine allt\u00e4glichen Aussagen und Gedanken hinterfragen und an meinem Stereotypendenken arbeiten.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine richtig formatierte Version dieses Textes f\u00fcr Word hier: Abschlussreflexion Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung f\u00fcr sich mitgenommen haben. 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