{"id":22,"date":"2020-08-30T22:37:44","date_gmt":"2020-08-30T20:37:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/janlucht\/?p=22"},"modified":"2020-08-30T22:37:44","modified_gmt":"2020-08-30T20:37:44","slug":"abschluss-reflexion-heterogenitaet-an-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/janlucht\/2020\/08\/30\/abschluss-reflexion-heterogenitaet-an-der-schule\/","title":{"rendered":"Abschluss Reflexion Heterogenit\u00e4t an der Schule"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\"><span style=\"font-size: 18pt\"><strong>\u00a01)<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Die pr\u00e4gnanteste Erkenntnis war f\u00fcr mich, dass man die Klasse als homogenen Raum wahrnehmen sollte. Das ist deshalb f\u00fcr mich so besonders, da ich zuvor einem Ideal von Gleichheit in Bezug auf den Unterricht hatte. Doch auch wie unsere Gesellschaft, bildet auch ein Klassenverband eine heterogene Gruppe, welche auch als solche wahrgenommen werden muss. Die fatalen Folgen und Beispiele von Homogenisierungsma\u00dfnahmen, wurden auch in dieser Vorlesungsreihe klar veranschaulicht. Was ich noch hervorheben<\/span> <span style=\"font-size: 12pt\"><span style=\"font-family: times new roman, times, serif\">sollte, ist der Umgang mit anderen Kulturen im Unterricht. Als erster Punkt wird nun der Fremdsprachenunterricht aufgef\u00fchrt. Gerade wenn man Sch\u00fclerInnen aus einem Land, welches als Lerninhalt einer Stunde di-ent, in der Klasse hat, muss man hier genau und wissenschaftlich unterrichten und nichteine Karikatur des Landes vermitteln. Stattdessen sollte man den Sch\u00fclern ein Bild von Transkulturalit\u00e4t vermitteln. Eine gute Erg\u00e4nzung dieser Vermittlung, liefert das Byram-Modell, welches im Jahre 1997 von Michael Stuart Byram entwickelt wurde. Dieses Model eignet sich gut zur Veranschaulichung interkultureller Kommunikation. So erm\u00f6glicht das Byram-Modell eine Reflexion \u00fcber andere Kulturen,<\/span> in dem einzelne Kulturen sorgf\u00e4ltig<\/span> <span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">abgehandelt werden, anstatt Stereotype darzustellen. Wichtig ist hierbei, dass man nach den f\u00fcnf Savoirs vor gehen sollte. Diese Beinhalten das ersten Savoirs, das Wissen. Das zweite Savoir, genannt Savoir \u00eatre, die Einstellungen eines interkulturellen Sprechers. Au\u00dferdem das Savoir comprendre, die F\u00e4higkeit, eine andere Kultur zu verstehen. Des weiteren das Savoir apprendre, die F\u00e4higkeit, neues Wissen zu erwerben und zuletzt das Savoir sengager, die F\u00e4higkeit, fremde Kulturen kritisch zu reflektieren. Eine weitere und f\u00fcr mich noch gravierendere Erkenntnis ist, dass viele Kinder mit Migra-tionshintergrund stereotypische zugeordnet, bzw. Voreingenommen beurteilt werden.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">1<\/span><\/p>\n<div class=\"canvasWrapper\"><\/div>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Diese Kinder, so machten es die Vortr\u00e4ge w\u00e4hrend der Vorlesung deutlich, werden heute noch zu oft als eine Art Botschafter der Nation ihrer Eltern gesehen. Hinzu kommt, dass diese Kinder h\u00e4ufig unter einer strukturellen Diskriminierung leiden. Diese wird durch ein hierarchisches System zwischen der deutschen Bev\u00f6lkerung mit deutschen Wurzeln und der Bev\u00f6lkerung deren Vorfahren nicht aus Deutschland stammen, gest\u00e4rkt. Einen Umgang mit diesem Problem als Lehrkraft sucht Mona Massumi in ihrem Buch Di-versit\u00e4t in der Lehrerinnenbildung. Die Autorin fordert mehr LehrerInnen mit Migrationshintergrund an Schulen und zudem eine st\u00e4rkere Sensibilisierung von Lehrkr\u00e4ften f\u00fcr Heterogenit\u00e4t, vor allem bei der Herkun-ft der Sch\u00fcler. Erschreckend empfand ich im Vortrag von Dr. Sabine Horn und Clara Suchodolski, wie schwer der Schulalltag f\u00fcr Sch\u00fclerInnen j\u00fcdischen Glaubens oder der j\u00fcdischen Kulturge-meinschaft ist. Hier habe ich die unterschiedlichen Arten des Antisemitismus kennengelernt. Doch habe Ich hier jedoch auch gemerkt, wie wichtig es ist, hier sich mit diesem Feld zu besch\u00e4ftigen und hierbei vorbeugend aufzukl\u00e4ren. Dabei w\u00fcrde ich mich, mit meiner pers\u00f6nlichen Wahl des Faches Geschichte in der Verantwortung sehen. Denn h\u00e4ufig ist ein Gro\u00dfteil des beobachtbaren Anti-semitismus in Deutschland die Leugnung des Holocausts ist. Diese Leugnung l\u00e4sst sich durch eine gute historische Aufarbeitung und Aufkl\u00e4rung gut entkr\u00e4ften.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\"><span style=\"font-size: 18pt\"><strong> 2)<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Meine Schule w\u00e4hrend der Mittelstufe, war die Gesamtschule Brokstra\u00dfe im Bremer Stein-tor. Dort wurde versucht die einzelnen Sch\u00fclerInnen in ihrer Heterogenit\u00e4t zu akzeptieren. Statt am frontalen Unterricht teilzunehmen, arbeiteten die Sch\u00fclerInnen an so genannten Bausteinen und zwar formal in ihrem eigenen Tempo. Diese Bausteine waren Ordner mit Arbeitsauftr\u00e4gen, welche bearbeitet werden mussten. Abgeschlossen wurde der Baustein mit einen Test. So wurde der Unterricht an die jeweilige Leistung der einzelnen Sch\u00fclerInnen individuell angepasst. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">2<\/span><\/p>\n<div class=\"canvasWrapper\"><\/div>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Diese Form des Unterrichtens hatte aber auch seine Defizite. Viele der Sch\u00fclerInnen waren nicht nur in ihrer Pers\u00f6nlichkeit heterogen, auch die Leistungen innerhalb der Klasse waren stark unterschiedlich. Viele Sch\u00fclerInnen lie\u00dfen sich mit der Bearbeitung viel Zeit, was den LehrerInnen erst dann auffiel, als die Leistungsunterschiede schon drastische Z\u00fcge angenommen hatten. Die Sch\u00fclerInnen, die von dieser Schule auf ein Gymnasium wechselten, hatten gro\u00dfe Probleme mit der Umstellung und auch h\u00e4ufig einen geringeren Wissensschatz als Sch\u00fcler anderer Schulen. Die LehrerInnen meiner Mittelstufen-Schule fanden keine andere M\u00f6glichkeit Sch\u00fclerIn-nen zu motivieren, um die starken Leistungsunterschiede auszugleichen, als mit der Drohung sie w\u00fcrden sitzen bleiben. Somit wurde aus der gut gemeinten Theorie, dass sich die Sch\u00fclerInnen eigenst\u00e4ndig In-halte erarbeiten, um so ihre Selbstwirksamkeit zu st\u00e4rken, eine Praxis, die eine gro\u00dfe Eigenverantwortung der Sch\u00fclerInnen einforderte, die einige nicht erf\u00fcllen konnten. Hierbei fand ich die Formulierung von Kepser in seinem Vortrag \u00fcber Inklusion so passend, in dem er in seiner Kritik an Karl Heinz Dammer sagte: \u201cDer Ruf nach inklusiven, d.h. individualisiertem Unterricht passt perfekt in eine neolib-erale Gesellschaft, die den (wirtschaftlichen) Erfolg des selbstverantwortlichen Einzelnen zum obersten Ziel macht und dabei Machtverh\u00e4ltnisse verschleiert. Dabei zeigt sich, dass die propagierten neuen Lernkulturen den neuen neoliberalen Arbeitskulturen frappierend \u00e4hnlich sind: Selbstmanagement, Coaching, Lernjobs, Evaluation, Lernkontrakte.\u201d Zwar handelt das Zitat von der Inklusion von Sch\u00fclerInnen, passt aber auch mit der Kritik an der Unterrichtsindividualisierung zu meiner ehemaligen Schule \u00fcberein.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\"><span style=\"font-size: 18pt\"><strong>3)<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Was mich interessiert ist der in den von Kepser thematisierter Widerspruch, dass man auf der einen Seite jugendliche Jungen als Leser von Jugendliteratur verliert und andererseits versucht geschlechterneutrale B\u00fccher zu f\u00f6rdern. Dabei w\u00fcrde mich interessieren, wie man versucht geschlechterneutrale Literatur f\u00fcr Jungen interessant zu machen, aber dennoch auf Themen zur\u00fcckgreift, welche von Jungen favorisiert werden, um diesen das Lesen n\u00e4her zu bringen. Vermisst habe ich in der Vortragsreihe kein Thema, eher im Gegenteil. Ich habe bislang die Vielseitigkeit der Heterogenit\u00e4t in der Schule untersch\u00e4tzt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">3<\/span><\/p>\n<div class=\"canvasWrapper\"><\/div>\n<p><span style=\"font-family: times new roman, times, serif;font-size: 12pt\">Ich war also demnach immer wieder mit neuen Feldern konfrontiert, welche einen zeigen, wie divers sich eine Klasse zusammensetzt und wie fatal die nicht Beachtung der Hetero-genit\u00e4t, von Seiten der LehrerInnen f\u00fcr die Klasse sein kann.<br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u00a01) Die pr\u00e4gnanteste Erkenntnis war f\u00fcr mich, dass man die Klasse als homogenen Raum wahrnehmen sollte. Das ist deshalb f\u00fcr mich so besonders, da ich zuvor einem Ideal von Gleichheit in Bezug auf den Unterricht hatte. 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