{"id":53,"date":"2016-06-03T11:51:04","date_gmt":"2016-06-03T09:51:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/issch\/?p=53"},"modified":"2016-06-03T11:51:04","modified_gmt":"2016-06-03T09:51:04","slug":"experiencing-maths","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/issch\/2016\/06\/03\/experiencing-maths\/","title":{"rendered":"Experiencing Maths"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sollte Mathematikunterricht weiter an einer alltagsweltlichen \u00d6ffnung festhalten?<\/strong><\/p>\n<p>Ja! Vor allem gerade zu Beginn der Einf\u00fchrung bzw. Weiterf\u00fchrung der Mathematik in der Oberschule\/Gymnasium, da so Sch\u00fclerInnen, die Mathe nicht unbedingt als <em>ihr Fach<\/em> empfinden, daf\u00fcr motiviert werden k\u00f6nnen, indem konkrete Bez\u00fcge zu ihrer allt\u00e4glichen Lebenswelt hergestellt werden. Wenn verdeutlicht wird, wo \u00fcberall Mathematik in unserer Umgebung zu finden ist, dann er\u00f6ffnet sich den Sch\u00fclerInnen ein ganz anderer Erfahrungs- und Bezugsraum, als wenn lediglich irgendwelche Formeln oder geometrischen Figuren an die Tafel gemalt werden ohne sie in einen Kontext zu setzen, der den Sch\u00fclerInnen zug\u00e4nglich ist.\u00a0 Ich spreche hier aus pers\u00f6nlicher Erfahrung.\u00a0 In meiner Schulzeit in Deutschland am Gymnasium hatte ich keinen einzigen Mathematiklehrer (hier kommt auch der <em>Gender Aspekt<\/em> mit rein:\u00a0 Es waren alles m\u00e4nnliche Lehrer; an der ganzen Schule gab es keine einzige MathematiklehrerIN), es waren insgesamt vier, die alle daran gescheitert sind, mir die Mathematik irgendwie nahe zu bringen, einfach, weil sie selbst viel mehr Wert darauf legten, ihr Ego aufzupolieren, in dem sie im reinsten Fachjargon sprachen und das <em>Beibringen der Mathematik<\/em> oder einen <em>Zugang zur Mathematik<\/em> zu schaffen quasi gar keine Rolle spielte.\u00a0 Vielmehr war unter den Lehrern die Auffassung stark vertreten, dass ein Sch\u00fcler entweder <em>Mathe kann<\/em> oder <em>nicht kann.<\/em> Der Zugang zur Mathematik wurde wie eine F\u00e4higkeit behandelt, die jemandem entweder angeboren ist, oder eben nicht. \u00a0So war bei den Sch\u00fclerInnen, die nach der Auffassung der Lehrer kein Mathe konnten, sowieso schon Malz und Hopfen verloren, um es mal salopp zu formulieren. Dies \u00e4nderte sich schlagartig als ich ein Jahr im Ausland verbrachte und dort einen hervorragenden Mathelehrer und eine hervorragende Mathelehrerin hatte.\u00a0 Sie haben Mathe endlich mal <em>erkl\u00e4rt<\/em>! Und es nicht als ein Mysterium behandelt zu dem scheinbar nur Auserw\u00e4hlte einen Zugang haben.\u00a0 Ich begann zu begreifen, wie die Mathematik aufgebaut ist, das System, nach dem es funktioniert.\u00a0 Das hatten mir alle vorangegangen Lehrer komplett vorenthalten.\u00a0 Und ich hege sogar den Verdacht, mit Absicht vorenthalten, bei manchen vielleicht auch, weil sie es nicht besser wussten und\/oder konnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sollte Mathematikunterricht weiter an einer alltagsweltlichen \u00d6ffnung festhalten? Ja! Vor allem gerade zu Beginn der Einf\u00fchrung bzw. 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