{"id":38,"date":"2024-08-31T17:23:04","date_gmt":"2024-08-31T15:23:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/inan\/?p=38"},"modified":"2024-08-31T17:23:04","modified_gmt":"2024-08-31T15:23:04","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/inan\/2024\/08\/31\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong>Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene, gerne auch mehr) theoretischen Erkenntnisse (auf allgemeine Konzepte oder empirische Studien aufbauend), die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei Bezug auf:<\/strong><br \/>\n<strong>a.) unterschiedliche fachdidaktische Aspekte. \u00dcbertragen Sie, wenn m\u00f6glich, die in der Ringvorlesung gewonnenen Erkenntnisse auf die Didaktiken der von Ihnen studierten F\u00e4cher.<\/strong><br \/>\n<strong>b.) generelle Erkenntnisse zur Beziehungsarbeit in Schule und Unterricht.<\/strong><br \/>\n<strong>Bitte benennen Sie f\u00fcr Aufgabenteil 1 konkret mindestens zwei relevante Literaturquellen\u00a0 (Namen, Jahr, Titel). Hinweis: Die Vorlesungsfolien stellen keine Literaturquellen dar. Sie k\u00f6nnen jedoch gerne auf die Literatur zur\u00fcckgreifen, auf die auf den Folien verwiesen wird.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>a) Eine der zentralen Erkenntnisse, die ich gewonnen habe, ist die Bedeutung von Mehrsprachigkeit und inklusiver Bildung. Inklusion gewinnt in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung und ist unverzichtbar. Es ist jedoch offensichtlich, dass uns daf\u00fcr oft die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen fehlen. Trotz dieser Herausforderungen erm\u00f6glicht Inklusion, dass jedes Kind eine faire Chance auf Bildung und individuelle F\u00f6rderung erh\u00e4lt. Sie f\u00f6rdert das gesellschaftliche Miteinander und beugt Ausgrenzung vor (Emmerich 2016: 48f.).<\/p>\n<p>Ebenso bedeutsam ist der Umgang mit Mehrsprachigkeit. Unzureichende Deutschkenntnisse sollten nicht nur als ein Hindernis und Risiko f\u00fcr den Bildungserfolg betrachtet werden (Daase 2023, 70). Vielmehr k\u00f6nnen auch Sch\u00fcler*innen, deren Muttersprache Deutsch ist, ihre Sprachkompetenzen weiterentwickeln, insbesondere in spezifischen Bereichen wie der wissenschaftlichen Fachsprache (Maas 2008, 43).<\/p>\n<p>b) Ein zentraler Aspekt erfolgreicher Beziehungsarbeit besteht f\u00fcr mich darin, den Umgang mit meiner eigenen Meinung zu reflektieren. Ich war mir lange unsicher, in welchem Ma\u00dfe ich mich politisch oder moralisch \u00e4u\u00dfern darf. Erst als ich auf den Beutelsbacher Konsens gesto\u00dfen bin, konnte ich mich in der Hinsicht gut orientieren. Besonders beeindruckend fand ich dabei, wie dieser Konsens die Demokratie st\u00e4rken kann, indem er Sch\u00fcler*innen ermutigt, ihre Meinungen auszutauschen. So wird ihr politisches Denken gef\u00f6rdert und die Bildung einer eigenen Meinung angeregt (Frech\/Richter 2017, 14).<\/p>\n<p>2.<strong>Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen\/-strukturen, schulkulturelle Aspekte, Handeln von Lehrkr\u00e4ften), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen im R\u00fcckblick auf ihre eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Berichte aus der Praxis, ggf. auch schon eigene Praxiserfahrungen) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? Hier k\u00f6nnen Sie aus Ihrer Sicht besonders gelungene oder auch weniger gelungene Beispiele reflektieren. Inwiefern helfen Ihnen die Inhalte der Vorlesung, eine solche Einsch\u00e4tzung vorzunehmen? Nehmen Sie konkret Bezug auf entsprechende Begriffe, Theorien, Konzepte, die Sie jetzt kennengelernt haben.<\/strong><\/p>\n<p>Die zentrale Erkenntnis, die ich aus der Ringvorlesung gewonnen habe, betrifft die grunds\u00e4tzliche Sichtweise auf Heterogenit\u00e4t. Dort wurde deutlich, dass Heterogenit\u00e4t als eine Bereicherung und nicht als ein Problem betrachtet werden sollte. Das eigentliche Problem liegt nicht in der Vielfalt selbst, sondern in der oft unzureichenden Art und Weise, wie Schulen mit dieser Vielfalt umgehen (vgl. Trautmann\/Wischer 2011, S. 17-18). Diese Einsicht wurde in meinem Orientierungspraktikum noch einmal best\u00e4tigt, als ich in die Einteilung mehrerer Klassen gesehen habe. Dabei wurde bewusst darauf geachtet, m\u00f6glichst heterogene Klassen zu bilden. Dank der Vorlesung konnte ich die Beweggr\u00fcnde hinter dieser Herangehensweise besser verstehen.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend wurde an meiner fr\u00fcheren Schule diese positive Perspektive auf Heterogenit\u00e4t h\u00e4ufig nicht umgesetzt. Insbesondere Mehrsprachigkeit wurde dort eher als Problem betrachtet und weniger als Chance. Statt die Vielfalt der Sprachen als Ressource zu nutzen, wurden Verbote gegen den Gebrauch anderer Sprachen verh\u00e4ngt. Durch die Vorlesung und die Erfahrungen an meiner Praktikumsschule habe ich jedoch erkannt, wie viele M\u00f6glichkeiten ein anderer Umgang mit Mehrsprachigkeit er\u00f6ffnen kann. An meiner Praktikumsschule wurden beispielsweise mehrere Sprachkurse angeboten<em>.<\/em> Diese Angebote erm\u00f6glichten es den Sch\u00fclerinnen, auch in ihren Erstsprache Fortschritte zu machen, was wiederum positive Auswirkungen auf ihr allgemeines schulisches Lernen hatte. Eine Studie von Meyer &amp; Prediger (2011) zeigt, dass die Einbeziehung und Wertsch\u00e4tzung der Erstsprache das allgemeine Verst\u00e4ndnis von mathematischen Zusammenh\u00e4ngen verbessern kann. Die beschriebenen Sprachkurse sind nur eine von vielen M\u00f6glichkeiten, Mehrsprachigkeit sinnvoll zu nutzen und Heterogenit\u00e4t als Chance statt als Hindernis zu begreifen.<\/p>\n<p>3.<strong> Zu welchen, mindestens zwei, Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium in Bezug auf das Modulthema UMHET? Welche haben Sie vermisst? Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl.<\/strong><\/p>\n<p>In der Vorlesung wurde die Bedeutung der Gestaltung und Zug\u00e4nglichkeit von Unterrichtsmaterialien hervorgehoben. Da wir uns noch am Anfang unseres Studiums befinden und bisher wenig didaktisches Wissen erworben haben, h\u00e4tte ich mir ausf\u00fchrlichere Informationen zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien sowie zu den verschiedenen Methoden gew\u00fcnscht. Besonders betont wurde, dass Unterrichtsmaterialien auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse der Sch\u00fcler*innen abgestimmt werden sollten.<\/p>\n<p>Ein weiteres zentrales Thema war der Beutelsbacher Konsens, der Lehrkr\u00e4fte dazu verpflichtet, nicht nur eine neutrale Haltung einzunehmen, sondern auch aktiv gegen diskriminierende oder extremistische Ansichten vorzugehen (Gessner et al., 2016). Schon vor Beginn meines Studiums habe ich mir h\u00e4ufig Gedanken dar\u00fcber gemacht, wie es m\u00f6glich ist, vollkommen neutral zu bleiben und wie man in unterschiedlichen Situationen angemessen reagiert. Ich m\u00f6chte mehr dar\u00fcber erfahren, wie Lehrkr\u00e4fte Sch\u00fcler*innen dabei unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, ihre Meinungen frei zu \u00e4u\u00dfern, ohne extremistische oder diskriminierende Positionen einzunehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>Daase, A. (2023): Migrationsbezogene Mehrsprachigkeit und Deutsch als Zweitsprache in der Schule. In: Georgi, Viola B.;\u00a0 Karaka\u015fo\u011flu, Y. (Hrsg.): Allgemeinbildene Schulen in der Migrationsgesellschaft. Diversit\u00e4tssensilble Ans\u00e4tze und Perspektiven. Stuttgart. Kohlhammer Verlag.S. 70- 85.<\/p>\n<p>Emmerich, Marcus: Differenz und Differenzierung im Bildungssystem: Schulische Grammatik der Inklusion\/Exklusion \u2013 In: Moser, Vera [Hrsg.]; L\u00fctje-Klose, Birgit [Hrsg.]: Schulische Inklusion. Weinheim; Basel : Beltz Juventa 2016, S. 42-57. Online unter: <a href=\"https:\/\/www.pedocs.de\/volltexte\/2019\/17173\/pdf\/Emmerich_2016_Differenz_und_Differenzierung_im_Bildungssystem.pdf\">https:\/\/www.pedocs.de\/volltexte\/2019\/17173\/pdf\/Emmerich_2016_Differenz_und_Differenzierung_im_Bildungssystem.pdf<\/a><\/p>\n<p>Frech, S.; Richter, D. (2017): Einf\u00fchrung: Wie ist der Beutelsbacher Konsens heute zu verstehen?. In: Frech, S.; Richter, D.: Der Beutelsbacher Konsens. Bedeutung, Wirkung, Kontroversen. Schwalbach: Wochenschau Verlag. S.9-20.<\/p>\n<p>Gessner, et al. (2016): Beutelsbacher Konsens und die Gefahr der politischen Lethargie.<\/p>\n<p>Maas, Utz (2008): Sprache und Sprachen in der Migrationsgesellschaft. G\u00f6ttingen: V&amp;R unipress.<\/p>\n<p>Trautmann, Mathias\/Wischer, Beate (2011): Heterogenita\u0308t in der Schule. Eine kritische Einfu\u0308hrung. VS-Verlag.<\/p>\n<p>Meyer, M. &amp; Prediger, S. (2011). Vom Nutzen der Erstsprache beim Mathematiklernen. Fallstudien zu Chancen und Grenzen erstsprachlich gest\u00fctzter mathematischer Arbeitsprozesse bei Lernenden mit Erstsprache T\u00fcrkisch. In S. Prediger &amp; E. \u00d6zdil (Hrsg.), Mathematiklernen unter Bedingungen der Mehrsprachigkeit \u2013 Stand und Perspektiven der Forschung und Entwicklung. M\u00fcnster: Waxmann, S. 185-204.<\/p>\n<div class=\"mt-1 flex gap-3 empty:hidden -ml-2\">\n<div class=\"items-center justify-start rounded-xl p-1 flex\">\n<div class=\"flex items-center\"><button class=\"rounded-lg text-token-text-secondary hover:bg-token-main-surface-secondary\" aria-label=\"Read Aloud\"><\/button><button class=\"rounded-lg text-token-text-secondary hover:bg-token-main-surface-secondary\" aria-label=\"Kopieren\"><\/button><button class=\"rounded-lg text-token-text-secondary hover:bg-token-main-surface-secondary\" aria-label=\"Regenerieren\"><\/button><\/p>\n<div class=\"flex\"><\/div>\n<div class=\"flex items-center pb-0\">\n<div class=\"[&amp;_svg]:h-full [&amp;_svg]:w-full icon-md h-4 w-4\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene, gerne auch mehr) theoretischen Erkenntnisse (auf allgemeine Konzepte oder empirische Studien aufbauend), die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. 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