{"id":18,"date":"2018-05-31T17:33:00","date_gmt":"2018-05-31T15:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/inabarwich\/?p=18"},"modified":"2018-05-31T17:33:00","modified_gmt":"2018-05-31T15:33:00","slug":"beitrag-29-05-2018-inklusion-2-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/inabarwich\/2018\/05\/31\/beitrag-29-05-2018-inklusion-2-0\/","title":{"rendered":"Beitrag 29.05.2018 Inklusion 2.0"},"content":{"rendered":"<p>1. Wie in der Vorlesung an verschiedenen Beispielen deutlich gemacht wurde, kann die Aussonderung von Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen mit F\u00f6rderbedarf an F\u00f6rderzentren einige sehr negative Konsequenzen haben. Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen haben dann au\u00dfer den Lehrkr\u00e4ften und weiterem Personal keinen oder wenig Kontakt mit Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen ohne F\u00f6rderbedarf. Dies kann, wie in der Vorlesung geschildert, zu einer gegenseitigen Imitation von Verhalten f\u00fchren. Als Beispiel wurde hier die Aneignung eines hinkenden Lauf-Stils genannt, obwohl dieser f\u00fcr die Person gar nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen bleiben abgesondert von der restlichen Welt und haben keine Chance von dieser zu profitieren (gilt im \u00dcbrigen auch umgekehrt). Das Aussondern dr\u00fcckt jedem Kind einen Stempel auf, der gesellschaftlich bestimmte Konsequenzen hat, wie z.B. dass es nicht f\u00fcr den ersten Arbeitsmarkt geeignet w\u00e4r. Die individuellen St\u00e4rken und Eigenschaften, die \u00fcber den F\u00f6rderbedarf hinausgehen werden dabei, so scheint es zu mindestens, sowohl von der Gesellschaft als auch von den Personen selbst vergessen.<br \/>\n2. In den Diagnosen F\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung und Entwicklung bzw. Lernen sind erstmal wenig Informationen enthalten. Laut der Website, des in Leipzig ans\u00e4ssigen Institut f\u00fcr Bildungscoaching, werden die F\u00f6rderschwerpunkte wie folgt grob definiert. Unter dem F\u00f6rderschwerpunkt Wahrnehmung und Entwicklung bzw. in anderen Teilen Deutschlands geistige Entwicklung, werden Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen mit einer geistigen Behinderung eingeordnet. Auf der Website wird eine geistige Behinderung ab einen Intelligenzquotienten unter 70 Punkten beschrieben. Dazu in Abgrenzung steht der F\u00f6rderschwerpunkt Lernen. Kinder, die diesem F\u00f6rderschwerpunkt zugeordnet werden, haben Lernschwierigkeiten wie z.B. eine Leserechtschreibschw\u00e4che oder Dyskalkulie. Weitere, speziell das Kind betreffende, Informationen geben diese Diagnosen nicht. Um den Unterricht f\u00fcr diese Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen anzupassen sind in jedem Falle weitere Informationen \u00fcber die individuelle Person n\u00f6tig. Welche Bed\u00fcrfnisse hat das Kind? Welche Schw\u00e4chen m\u00fcssen besonders beachtet werden? Was sind die St\u00e4rken des Kindes, die gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen? Wie sah die bisherige F\u00f6rderung des Kindes aus? Welche Strategien und Konzepte haben gut funktioniert? Welche eher weniger?<br \/>\n3. Ehrlicherweise kann ich keine genau Antwort darauf geben. Ich kann aus heutiger Perspektive nicht sagen, wie ich der Vielfalt meiner Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen gerecht werden kann. Ich bin eine einzige Person bzw. gemeinsam mit einer Sonderp\u00e4dagogin oder einem Sonderp\u00e4dagogen zu zweit f\u00fcr eine Klasse von wahrscheinlich 25-30 Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen verantwortlich. Mit gr\u00f6\u00dfter Wahrscheinlichkeit wird sich diese Klasse aus Kindern aller \u201eLeistungsniveaus\u201c, Interessen und Vorgeschichten zusammensetzten. Ich pers\u00f6nlich bin aber keine Freundin davon jetzt schon L\u00f6sungen f\u00fcr ein Problem zu entwickeln, was noch nicht existiert. Ich kann nur jetzt schon sagen, dass es mir wichtig sein wird, die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen und ihre Bed\u00fcrfnisse ernst zu nehmen. Gerade mit j\u00fcngeren Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen scheint es mir sehr wichtig regelm\u00e4\u00dfig \u201eKlassenlehrerstunden\u201c abzuhalten und die Themen gegenseitigen Respekts und Akzeptanz zu einem festen Bestandteil der Klassendynamik zu machen. Des Weiteren k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass ein offenes Ohr f\u00fcr die Eltern der Kinder sehr wichtig sein kann. So haben nicht nur die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen die Chance ihre Probleme zu thematisieren, sondern auch Eltern k\u00f6nnen mit mir gemeinsam daran arbeiten ihrem Kind die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Unterst\u00fctzung zuteilwerden zu lassen. Wie genau ich Kindern mit einem besonderen F\u00f6rderbedarf gerecht werden kann, kann ich auch aus heutiger Perspektive nicht sagen. Ich denke, dass es jedes Mal aufs Neue n\u00f6tig ist, die Kinder, ihre St\u00e4rken, Schw\u00e4chen und Probleme kennen zu lernen und gemeinsam mit den Eltern, den Sonderp\u00e4dagogen und weiteren Lehrerkollegen ein gutes und einheitliches Unterrichtskonzept zu entwickeln. Den Vorschlag aus der Vorlesung sich auch mit den vorherigen Schulen auseinander zu setzten halte ich, wenn umsetzbar, ebenfalls f\u00fcr sehr sinnvoll. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Wie in der Vorlesung an verschiedenen Beispielen deutlich gemacht wurde, kann die Aussonderung von Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen mit F\u00f6rderbedarf an F\u00f6rderzentren einige sehr negative Konsequenzen haben. Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen haben dann au\u00dfer den Lehrkr\u00e4ften und weiterem Personal keinen oder wenig Kontakt mit Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen ohne F\u00f6rderbedarf. 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