{"id":13,"date":"2018-05-10T16:31:09","date_gmt":"2018-05-10T14:31:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/inabarwich\/?p=13"},"modified":"2018-05-10T16:31:09","modified_gmt":"2018-05-10T14:31:09","slug":"beitrag-zur-vorlesung-vom-08-05-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/inabarwich\/2018\/05\/10\/beitrag-zur-vorlesung-vom-08-05-2018\/","title":{"rendered":"Beitrag zur Vorlesung vom 08.05.2018"},"content":{"rendered":"<p>1. Als Seiteneinsteiger werden Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen bezeichnet, die in erste Generation nach Deutschland kommen. Ihre Erstsprache ist daher in den meisten F\u00e4llen nicht Deutsch und muss zwecks Integration, z.B. dem Besuch einer deutschsprachigen Schule, als Zweit- (oder auch Dritt-, Viert-)Sprache erlernt werden. Problematisch ist, dass die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen dabei nicht \u00fcber dasselbe Ma\u00df an Vorkenntnissen verf\u00fcgen. Je nach ihrem urspr\u00fcnglichen Herkunftsland oder der Dauer und Art ihre Fluchterfahrung bzw. Migrationserfahrung gestaltet sich die Schulbiographie unterschiedlich. Teilweise liegen sehr ausf\u00fchrliche Schulerfahrung vor, die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen sind alphabetisiert (zu meist in einer anderen Sprache und anderem Alphabet). Das Erlernen einer weiteren Sprache in Schrift und Artikulation scheint daher leichter als bei Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen, die zun\u00e4chst die allgemeine F\u00e4higkeit des Lesens und Schreibens erlernen m\u00fcssen. Gemeinsam mit den unterschiedlichen Altersstufen und verschiedenen Grundbegabungen hinsichtlich des Erlernens einer Sprache f\u00fchrt dies zu einer gro\u00dfen Spannbreite an Bed\u00fcrfnissen. Eine vollst\u00e4ndige Teilnahme am Unterricht sowohl im sozialen als auch inhaltlichen Bereich ist erst mit ausreichenden Sprachkenntnissen m\u00f6glich.<br \/>\nDiese werden in den bremischen Konzepten zum Teil ber\u00fccksichtigt. Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, die noch nicht lesen und schreiben k\u00f6nnen, lernen diese zun\u00e4chst unabh\u00e4ngig von der Deutschensprache. Erst sp\u00e4ter besuchen sie einen Vorkurs und auch ihre Regelklasse. Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, die schon in einer anderen Sprache lesen und schreiben gelernt haben besuchen diese Kurse sofort. Nach einem Jahr wird der \u00dcbergang in ihre Regelklasse vorgenommen. <\/p>\n<p>2. Ich verf\u00fcge \u00fcber keinerlei Praxiserfahrungen. Ich habe meine Schulzeit \u00fcber ein Gymnasium besucht, welches bis zur \u201eFl\u00fcchtlingswelle\u201c aus dem Jahre 2015 keine Vorklasse anbot. Erst im Jahr 2016 wurde eine solche Klasse eingerichtet. Ich selber stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Abitur und hatte daher keinen Kontakt zu Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen dieser Klasse im Unterricht. Aus der Erfahrung meines Bruders, der dieselbe Schule drei Jahrg\u00e4nge unter mir besuchte (bzw. aktuell besucht), wei\u00df ich das der Aufbau der Vorklasse nach dem in der Vorlesung besprochen Modells organisiert war. Die Vorklasse wurde von Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen ganz unterschiedlicher Herkunft und Altersstufe besucht. Nach und nach wurden diese Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen in die Regelklassen integriert, zun\u00e4chst stundenweise in bestimmten F\u00e4chern, sp\u00e4ter ganz. Wie genau diese Sprachf\u00f6rderung gestaltet war, kann ich allerdings nicht sagen.<\/p>\n<p>3. Meine Tante unterrichtet die F\u00e4cher Geschichte und Musik an einer Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein. In ihrer eigenen Klasse (Jahrgangstufe 6) befinden sich aktuelle zwei Sch\u00fclerinnen, die den Vorkurs an ihrer Schule besucht habe und jetzt vollst\u00e4ndig am Regelunterricht teilnehmen. Ihren Beobachtungen zu Folge ist die Lesekompetenz der beiden Sch\u00fclerinnen nach einem Jahr Vorklasse noch nicht soweit entwickelt das ein problemloses teilnehmen am Regelunterricht m\u00f6glich ist. Sie betont dabei, dass es keinesfalls am Willen der beiden M\u00e4dchen mangelt und sie viel mehr der Meinung ist, dass ein Jahr Vorkurs nicht ausreicht um die deutsche Sprache zu erlernen. Auch f\u00fcr vermeintlich weniger sprachintensive F\u00e4cher wie Musik oder Mathe scheinen die Lesekompetenzen nicht auszureichen um ein unproblematisches teilnehmen am Unterricht zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nIhre Erfahrungen scheinen sich mit dem in der Vorlesung besprochenen Inhalten zu decken. Die dort vorgestellten Studien aus den USA sprechen von einer durchschnittlichen Zeit zwischen 5-10 Jahren die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen in der neu erlernten Zweitsprache brauchen, um die Unterschiede zu den anderen Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen vollst\u00e4ndig aufzuholen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Als Seiteneinsteiger werden Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen bezeichnet, die in erste Generation nach Deutschland kommen. Ihre Erstsprache ist daher in den meisten F\u00e4llen nicht Deutsch und muss zwecks Integration, z.B. dem Besuch einer deutschsprachigen Schule, als Zweit- (oder auch Dritt-, Viert-)Sprache erlernt werden. 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