{"id":10,"date":"2018-04-26T17:17:53","date_gmt":"2018-04-26T15:17:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/inabarwich\/?p=10"},"modified":"2018-04-26T17:17:53","modified_gmt":"2018-04-26T15:17:53","slug":"24-04-2018-sprachliche-heterogenitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/inabarwich\/2018\/04\/26\/24-04-2018-sprachliche-heterogenitaet\/","title":{"rendered":"24.04.2018 sprachliche Heterogenit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Beim Umgang mit Heterogenit\u00e4t muss auf die verschiedensten Dinge R\u00fccksicht genommen werden. Beispielsweise auf das Geschlecht oder das Leistungsniveau der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen. In den naturwissenschaftlichen F\u00e4chern (wie z.B. Chemie oder Physik) zeigen Studien wie unterschiedlich Jungen und M\u00e4dchen behandelt werden und dementsprechend \u201eLeistung\u201c in diesen F\u00e4chern erbringen. M\u00e4nnliche Sch\u00fcler werden laut diesen Ergebnissen h\u00e4ufiger f\u00fcr ihre fachlichen Leistungen gelobt als M\u00e4dchen. Diese werden in der Hauptsache f\u00fcr gute Leistungen im Bereich Ordnung und Gewissenhaftigkeit hervorgehoben. Dies kann allgemeine Annahmen von Sch\u00fclerinnen, das Naturwissenschaften \u201eJungssache\u201c sei best\u00e4rken, da ihre nicht minder guten fachlichen Leistungen weniger gew\u00fcrdigt werden.<br \/>\nHinzu kommt das im Allgemeinen die Interessen der m\u00e4nnlichen Sch\u00fcler beim Vermitteln der Unterrichtsinhalte besser abgedeckt zu sein scheinen, als die der weiblichen Sch\u00fclerinnen. Oftmals werden Beispiele aus der Technik gew\u00e4hlt, die laut Studien vor allem f\u00fcr die Sch\u00fcler interessant sind. M\u00e4dchen, deren Interessen eher im Bereich des menschlichen K\u00f6rpers etc. liegen, kommen dabei ein wenig zu kurz, obwohl die Inhalte ebenso gut mit Beispielen aus diesen Bereichen vermittelt werden k\u00f6nnten.<br \/>\nDiese Kombination der Art wie Physikunterricht aufgebaut ist, f\u00fchrt dazu, dass Sch\u00fclerinnen tendenziell schlechter in Physik abschneiden als Sch\u00fcler. Ist man sich diesen allerdings Tatsache bewusst kann durch ein gezieltes ver\u00e4ndern z.B. der Unterrichtsbeispiele, die zur Vermittlung genutzt werden ein besserer Umgang mit Heterogenit\u00e4t durch das Geschlecht gew\u00e4hrleistet werden. Es wurden keine Studien vorgestellt, die sich mit dem Fach Chemie besch\u00e4ftigen. Ich gehe allerdings davon aus, dass die Ergebnisse dort \u00e4hnlicher Natur sind und auch hier durch gezieltere Behandlung von Jungen und M\u00e4dchen und dem Anpassen der Unterrichtsbeispiele eine Verbesserung erreicht werden kann.<\/p>\n<p>Ich selber habe in meiner Schulzeit selten Ma\u00dfnahmen wie oben beschrieben bewusst erlebt. Meine Erinnerungen an Unterrichtsmuster die gezielt zum besseren Umgang mit der Heterogenit\u00e4t meiner Klasse oder meiner Kurse gew\u00e4hlt wurden, sind sehr diffus und wenig konkret. Klare Konzepte wie z.B. eine Aufgabendifferenzierung nach Leistungsniveaus, habe ich durch den Besuch eines reinen Gymnasiums von der 5. Bis zur 12. Klasse nicht kennen gelernt. Trotzdem hatte ich die Schulzeit \u00fcber immer das Gef\u00fchl, dass mit sehr viel Sorgfalt und Engagement auf unsere Unterschiede R\u00fccksicht genommen wurde. <\/p>\n<p>Die Beispiel Aufgabe bezieht sich auf das Fach Geschichte. Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen kriegen eine Quelle, in diesem Fall eine Fotografie vorgelegt, die sie Analysieren und in den historischen Kontext einordnen sollen. Leistungsstarke Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen w\u00fcrden von mir alleine die Quelle und die Arbeitsauftr\u00e4ge erhalte. Sie m\u00fcssen selbstst\u00e4ndig die wichtigsten Merkmale der Quelle herausarbeiten und ebenso selbst\u00e4ndig den historischen Kontext erkennen und die Quelle in diesen einordnen. Ein bisschen weniger leistungsstarke Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen w\u00fcrden von mir kleine Hilfen f\u00fcr die Analyse erhalten. Beispielsweise grunds\u00e4tzliche Fragen, die bei einer Bildanalyse immer beantworten werden m\u00fcssen oder besondere Merkmale auf die geachtet werden sollten. F\u00fcr die leistungsschwachen Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen w\u00fcrde ich zus\u00e4tzlich noch Hilfe f\u00fcr den historischen Kontext geben, z.B. Daten bedeutend historische Ereignisse, die mit der Fotografie in Verbindung stehen. Geht das Konzept auf sollten alle Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen in der Lage sein eine Bildanalyse durchzuf\u00fchren und diese zu verschriftlichen. Der Fokus kann dabei problemlos auf das Schreiben an sich gelegt und werden und Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen jeglichen Leistungsniveaus k\u00f6nnen einen Ansatzpunkt f\u00fcr ihren Text finden.<\/p>\n<p>Diese Annahme l\u00e4sst sich nicht durch Studien best\u00e4tigen, eher das Gegenteil ist der Fall. Leistungsschwache Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen profitieren scheinbar in punkto Motivation und Lernerfolg von leistungsstarken Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen. Die schulische Trennung von leistungsstarken und leistungsschwachen Personen scheint also auf den ersten Blick wenig sinnvoll. \u00c4hnlich Studien zeigen allerdings auch das leistungsstarke Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen vor allem von der Zusammenarbeit mit Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen \u00e4hnlichen Leistungsniveaus profitieren. Daraus ergibt sich f\u00fcr mich die Schlussfolgerung das der Unterricht an \u201eGesamt\/Oberschulen\u201c etc. der richtige Weg ist, zeitweise, vielleicht f\u00fcr bestimmte F\u00e4cher oder Unterrichtszeiten, eine Trennung nach Leistungsniveaus sinnvoll sein kann. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Umgang mit Heterogenit\u00e4t muss auf die verschiedensten Dinge R\u00fccksicht genommen werden. Beispielsweise auf das Geschlecht oder das Leistungsniveau der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen. In den naturwissenschaftlichen F\u00e4chern (wie z.B. 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