{"id":5,"date":"2021-05-15T18:35:47","date_gmt":"2021-05-15T16:35:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hwagener21\/?p=5"},"modified":"2021-05-15T18:36:25","modified_gmt":"2021-05-15T16:36:25","slug":"5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hwagener21\/2021\/05\/15\/5\/","title":{"rendered":"RV05"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center\"><strong>Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Gymnasialen Oberstufe<\/strong><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>An Ihrem Gymnasium gibt es eine \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013 Vorklasse, in welcher sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. F\u00fcr einige wird nun der endg\u00fcltige \u00dcbergang diskutiert. Ein Gro\u00dfteil der Lehrkr\u00e4fte pl\u00e4diert \u2013 mit Verweis auf die noch nicht vollst\u00e4ndig ausreichenden (bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse \u2013 sie an eine Oberschule zu \u00fcberweisen, obwohl die Sch\u00fcler*innen hinsichtlich ihrer Lernf\u00e4higkeit und ihrer Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen f\u00fcr das Gymnasium mitbringen und gerne an der Schule bleiben w\u00fcrden. Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Jede\/r SuS verdienen die Chance an einer Schule, welche auf ihrem Lernniveau unterrichtet, auch unterrichtet zu werden und sollten diese auch nutzen sofern sie der Meinung sind, dass dies die richtige Wahl f\u00fcr sie ist. Hierbei sollte man sich als Lehrkraft daf\u00fcr einsetzen, dass die SuS wom\u00f6glich n\u00f6tigen Nachhilfeunterricht kriegen, oder dass an der Schule sprachsensibler Fachunterricht angeboten wird, was die Sprachliche Kompetenz der SuS f\u00f6rdert (Prof. Dr. Daase: Folie 45\/RV05(Leisen 2010: 3ff)).\u00a0 Zudem gibt es mehrere SuS in der Vorklasse, weshalb es wom\u00f6glich auch SuS gibt, die die gleiche Sprache sprechen und sich gegenseitig mit Aufgaben, welche sie alleine nicht verstehen helfen k\u00f6nnen, sofern sie in dieselbe Klasse kommen, wie es auch auf Folie 41 in Prof. Dr. Daases Pr\u00e4sentation als Beispiel angef\u00fchrt wird. Die SuS und deren Eltern sollten allerdings \u00fcber die Anforderungen und damit einhergehenden Risiken aufgekl\u00e4rt werden und somit in der Lage sein eine informierte Wahl \u00fcber den weiteren Verlauf ihrer Schullaufbahn zu treffen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit \u2013 in der hier verstandenen breiten Sicht \u2013 in Schule und Unterricht (selbst als Sch\u00fcler*in und\/oder Praxiserfahrungen) haben Sie bislang gemacht? Diskutieren Sie die Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">In meinem Leben als Sch\u00fcler erinnere mich an zwei F\u00e4lle in denen Mehrsprachigkeit ein wichtiges Thema war. Zum einen gab es in meiner Mittelstufenklasse zum Ende hin eine aus dem Balkan gefl\u00fcchtete Sch\u00fclerin, welche weder Englisch noch Deutsch gen\u00fcgend beherrschte und in meiner gymnasialen Oberstufenklasse gab es f\u00fcr ein Jahr eine aus dem Iran gefl\u00fcchtetes Sch\u00fclerin, welche auch weder Englisch noch Deutsch beherrschte. An das M\u00e4dchen aus dem Balkan erinnere ich mich sehr wenig, daher kann ich nicht viel dazu sagen, ich meine aber, dass sich leider wenig Kontakt mit ihr in der Klasse entwickelte, weswegen sie auch wenig Sprachkompetenz entwickeln konnte. Mit der Sch\u00fclerin in der Oberstufe hat es sich ein wenig besser verhalten, sie wurde hier \u00f6fter in den Unterricht und Gruppenarbeiten eingebunden und eine Mitsch\u00fclerin freundete sich ein wenig mit ihr an. Ich verbrachte beide Stufen an der gleichen Schule, einer Oberschule, welche meines Wissens nach keine eigene Vorsprachenklasse aufgewiesen hat und mit Sicherheit keinen sprachsensiblen Fachunterricht, weswegen auch der Sch\u00fclerin in der Oberstufe nicht viel geholfen werden konnte und sie hat das Abi zumindest nicht an unserer Schule beendet.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Aus Praxiserfahrungen erinnere ich mich an mein Orientierungspraktikum an einer Oberschule, an welcher viele SuS einen Migrationshintergrund aus Osteuropa aufweisen. Besonders zwei M\u00e4dchen fehlte es ein wenig an Sprachkompetenz au\u00dferhalb ihrer Muttersprache Russisch, weswegen sie sich im Englischunterricht oft gegenseitig halfen. Dies erinnerte mich wieder an das oben genannte Beispiel auf Folie 41, wurde von den Lehrkr\u00e4ften allerdings unterbunden, da Sie der Meinung waren, sie w\u00fcrden sich gegenseitig ablenken. Zudem ist zu erw\u00e4hnen, dass das Lernniveau der beiden M\u00e4dchen sehr unterschiedlich war.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Was m\u00f6chten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zuk\u00fcnftige Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche F\u00e4higkeiten fehlen Ihne daf\u00fcr noch?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Als Lehrkraft muss man auf die Bed\u00fcrfnisse und Voraussetzungen einer\/eines jeden\/jeder SuS achten, das beinhaltet mit wachsender Menge SuS die mehrsprachigkeit und damit auch die M\u00f6glichkeit f\u00fcr schw\u00e4chere Sprachkompetenz in Deutsch. Hierauf muss man als Lehrkraft vorbereitet sein und sich informieren, welche M\u00f6glichkeiten man diesen Sch\u00fclern bieten kann, um ihnen ein angemessenes Lernniveau zu bieten. Welche Aussichten es gibt, sind je nach Schule und Standort anders, man sollte sich aber \u00fcber m\u00f6glichen, sprachsensiblen Fach-, oder Nachhilfeunterricht, oder auch \u00fcber Lehrkr\u00e4fte mit hilfreichen Sprachkenntnissen, oder kulturellen Hintergr\u00fcnden, die einem mit den Sch\u00fclern unterst\u00fctzen k\u00f6nnten informieren.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein? Welche Rahmenbedingungen m\u00fcssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit ihrer Sch\u00fcler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Zu aller erst muss an jeder Schule an der Mehrsprachigkeit das Lernniveau mancher SuS beeintr\u00e4chtigt, die M\u00f6glichkeit f\u00fcr sprachsensiblen Fachunterricht gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Schulen in einer mehrsprachigen Gesellschaft sollte allerdings auch Mehrsprachigkeit bei den Lehrkr\u00e4ften f\u00f6rdern. Fortbildungen die grundlegende Sprachkenntnisse f\u00fcr die an den Schulen jeweils geforderten Sprachgruppen k\u00f6nnen dies unterst\u00fctzen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Ansonsten k\u00f6nnte man dem Unterricht vorerst auch fachfremde Hilfslehrkr\u00e4fte mit den jeweiligen Sprachkenntnissen zur Verf\u00fcgung stellen, die die jeweiligen SuS im Unterricht unterst\u00fctzen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Alles in Allem ist Schule und Unterricht eine sich immer weiter entwickelnde Institution, die sich auch vor allem anhand der Gesellschaft messen und wachsen muss. Daher wird die wachsende Mehrsprachigkeit der Gesellschaft auch zwangsl\u00e4ufig zu einer wachsenden Mehrsprachigkeit in der Schule f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Gymnasialen Oberstufe &nbsp; An Ihrem Gymnasium gibt es eine \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013 Vorklasse, in welcher sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. F\u00fcr einige wird nun der endg\u00fcltige \u00dcbergang diskutiert. 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