{"id":25,"date":"2019-08-15T19:37:43","date_gmt":"2019-08-15T17:37:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/horrorvacui\/?p=25"},"modified":"2019-08-15T19:37:43","modified_gmt":"2019-08-15T17:37:43","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/horrorvacui\/2019\/08\/15\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li>Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung der Ringvorlesung f\u00fcr sich mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret Bezug auf a.) fachdidaktische Aspekte, indem Sie Erkenntnisse auf die Didaktiken ihrer eigenen beiden F\u00e4cher beziehen und b.) zwei generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht mit Bezug zu den relevanten Quellen benennen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Ringvorlesung hat mir in erster Linie die hohe Komplexit\u00e4t des Themas \u201eHeterogenit\u00e4t\u201c vor Augen gef\u00fchrt. Denn obwohl mir der Begriff nicht fremd war und man sich bereits durchaus fr\u00fcher schon mit der Thematik auseinander gesetzt hat, so hat mich dann doch die Vielf\u00e4ltigkeit der Vorlesungsthemen \u00fcberrascht. Spannend und interessant war hier der Aspekt, dass die Themen zum Teil den einzelnen F\u00e4chern zugeordnet wurden, so dass hier eine ideale Verbindung zwischen dem Fach und den Bezug zur Heterogenit\u00e4t, den dieses hat, geschaffen wurde. W\u00e4hrend der Vorlesung wurde also nicht nur der Begriff n\u00e4her gekl\u00e4rt, sondern auch, wo und auf welche Art und Weise Heterogenit\u00e4t vorzufinden ist und wie man auf diesen Umstand reagiert. Vor allem aber habe ich festgestellt, dass Heterogenit\u00e4t zu oft immer noch, auch von mir, als Problem, das es zu l\u00f6sen gilt, angesehen wird und nicht als Bereicherung und auch als Notwendigkeit in einer Gesellschaft.<\/p>\n<p>In meinen beiden F\u00e4chern Religionswissenschaft und Musik, ist Heterogenit\u00e4t sehr unterschiedlich zu bewerten. Denn w\u00e4hrend in dem einen Fach Vielf\u00e4ltigkeit gew\u00fcnscht ist oder sogar schlichtergreifend keine Rolle spielt \u2013 denn nicht umsonst hei\u00dft es, dass Musik eine universelle Sprache sei \u2013 so kann Heterogenit\u00e4t im Fach Religion zu einem problematischen Sachverhalt werden. Nicht nur au\u00dferhalb der Schule stellt diese Vielf\u00e4ltigkeit innerhalb einer Religion oder zwischen verschiedenen Religionen eine bekannte Problematik dar, weshalb auch im Unterricht die Lehrkraft stets mit Fingerspitzengef\u00fchl arbeiten sollte, um ein friedliches und ruhiges Klassenklima zu erschaffen, in denen die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerrinnen Raum zum Diskutieren finden. So hat die Vorlesung \u201e\u00dcber j\u00fcdisches Leben reden \u2013 (k)ein Tabu?\u201c noch einmal verinnerlicht, dass Religion eine identit\u00e4tsbildende Rolle im Leben der Sch\u00fcler haben kann. Dadurch kann das Fach Religion beziehungsweise Religionswissenschaft ein den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen emotional sehr nahe stehendes Fach sein, in denen eine gewisse Sensibilit\u00e4t von der Lehrkraft gefordert ist. Musik ist ein Fach, in dem meiner Meinung nach Heterogenit\u00e4t ein St\u00fcck weit weniger als Problematik angesehen wird. Nat\u00fcrlich ist es auch davon abh\u00e4ngig wie die Lehrkraft den Unterricht anleitet, aber grunds\u00e4tzlich spielt Leistungsheterogenit\u00e4t in diesem Fach weit weniger eine Rolle und auch die Sprachbarriere kann deutlich niedriger sein. Auch die Integration scheint w\u00e4hrend dieses Unterrichtes einfacher zu sein. Der wichtigste Aspekt f\u00fcr einen Musiklehrer ist es allerdings, die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen nicht aufgrund ihrer unterschiedlichen Musikalit\u00e4t \u2013 in dem Fach der wesentliche, heterogene Aspekt &#8211; auszugrenzen, sondern so gut wie m\u00f6glich zu f\u00f6rdern. Denn das Fach ist bereits naturgegeben ein sehr offenes Fach und Musik eine Sprache, die jeder versteht. Erziehungswissenschaftlich sind mir vor allem zwei Aspekte besonders in Erinnerung geblieben. Zum einen die Leistungsheterogenit\u00e4t, die in der Vorlesung \u201eIndividualisierung von Unterricht als schulp\u00e4dagogische Antwort auf Leistungsheterogenit\u00e4t\u201c von Herrn Prof. Dr. Idel n\u00e4her erl\u00e4utert wurde, als auch das Bewusstwerden \u00fcber Integration in den Schulen, welches in der Vorlesung von Prof. Dr. Frank J. M\u00fcller \u201eAuf dem Weg zu einer Schule f\u00fcr alle \u2013 gemeinsames Lernen am gemeinsamen Gegenstand oder gemeinsame Lernsituationen?\u201c besprochen wurde. Durch die Vorlesung habe ich mich zum ersten Mal wirklich mit dem Begriff \u201eLeistungsheterogenit\u00e4t\u201c besch\u00e4ftigt und war vor allem erstaunt \u00fcber die Erkenntnis, wie sehr diese nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag die Menschen pr\u00e4gt. W\u00e4hrend ich von meiner Schulzeit nur den \u201eklassisch strengen\u201c Frontalunterricht kannte, so wurde mir jetzt verdeutlich, welche Vorteile der individualisierte Unterricht haben kann. So k\u00f6nnten beispielsweise heterogene Lerngruppen gebildet werden, um einen Ausschluss aufgrund der Leistung eines Sch\u00fclers oder Sch\u00fclerin, entgegen zu wirken. In Bezug zum Thema \u201eIntegration\u201c habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass man beispielsweise durch einen Ausschluss von Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen mit F\u00f6rderbedarf, ihnen die Chance verwehrt durch die Sch\u00fclergemeinschaft ihre Entwicklung zu beschleunigen oder auch wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Sch\u00fclern und Sonderp\u00e4dagogen in dieser Hinsicht ist.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Welche Faktoren zum schulischen Umgang mit Heterogenit\u00e4t (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen, schulstrukturelle Fragen, schulkulturelle Aspekte), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen in Ihrer Wahrnehmung aus eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Praktika, Berichte aus der Praxis) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? An welcher Stelle k\u00f6nnten Sie einzelne der unter 1 genannten Erkenntnisse zur Erkl\u00e4rung heranziehen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie bereits unter Beantwortung der ersten Frage kurz erw\u00e4hnt, hat mich vor allem der Frontalunterricht stark gepr\u00e4gt. Meine Schule war recht klein, mit nur sehr wenigen Sch\u00fclern und \u00e4lteren Lehrern, die kein Interesse daran hatten, f\u00fcr sie neue Unterrichtsformen auszuprobieren. So wurde auch teilweise keinerlei R\u00fccksicht auf Leistungsunterschiede oder Lerntempi genommen, obwohl das an meiner Schule, durch die geringe Sch\u00fcleranzahl, sogar ohne enormen Aufwand m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Tats\u00e4chlich nahm man das als Sch\u00fcler ohne weiteres Hinterfragen hin, da das der \u201eNormalzustand\u201c war. Erst jetzt durch die Ringvorlesung wurde mir bewusst, in wie weit man Unterricht \u00e4ndern kann und wie vielf\u00e4ltig Unterrichtsformen sein k\u00f6nnen. Dass es individualisierten Unterricht gibt, das war f\u00fcr mich nahezu eine neue Erkenntnis. Aus heutiger Sicht h\u00e4tte ich mir gew\u00fcnscht, dass die Lehrer f\u00fcr diesen offener gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Weiterhin wurde meine Schulzeit auch dadurch gepr\u00e4gt, dass wir eine relativ homogene Sch\u00fclerschaft waren, an unserer Schule gab es so gut wie keinen Sch\u00fcler mit Migrationshintergrund und auch keinen Sch\u00fcler mit speziellen F\u00f6rderbedarf, weiterhin war es ein Gymnasium mit musikbetonten Schwerpunkt \u2013 alles in allem also eine Schulzeit, die nicht sehr durch Heterogenit\u00e4t gepr\u00e4gt war. Umso interessanter und spannender fand ich jetzt nat\u00fcrlich die Vorlesungen zu diesem Thema. In der Vorlesung \u201eAuf dem Weg zu einer Schule f\u00fcr alle \u2013 gemeinsames Lernen am gemeinsamen Gegenstand oder gemeinsame Lernsituationen?\u201c, habe ich f\u00fcr das Thema Integration ein ganz neues Bewusstsein entwickelt.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium in Bezug auf das Modulthema UMHET. Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Besonders spannend finde ich die Mehrsprachigkeit, die immer mehr eine Rolle in der Schule spielt. Das Interesse liegt zum einen daran, dass ich wie bereits erw\u00e4hnt, nur wenig Erfahrung in meiner Schulzeit mit dieser Thematik sammeln konnte. Weiterhin bin ich der Meinung, dass die Mehrsprachigkeit in der Schule auch zuk\u00fcnftig ein entscheidender Aspekt f\u00fcr die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen sein wird. Ich w\u00fcrde gerne mehr dar\u00fcber erfahren, welche M\u00f6glichkeiten es f\u00fcr die Sch\u00fcler mit geringen Deutschkenntnissen gibt, diese zu verbessern und zu erweitern und vor allem wie man die gro\u00dfe Sprachvielfalt gezielt im Unterricht einsetzten kann, so dass diese zur Bereicherung f\u00fcr alle Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen werden kann.<\/p>\n<p>Weiterhin h\u00e4tte ich Interesse mehr zum Thema \u201e gendersensible P\u00e4dagogik\u201c zu erfahren. Wie ich bereits in meinem Blog geschrieben habe \u2013 <em>\u201eObwohl sich in dem letzten Jahrhundert sicher einiges ge\u00e4ndert hat, was die Genderp\u00e4dagogik betrifft, so gibt es dennoch weiterhin Aspekte, die zeigen, dass bestimmte Sichtweisen und Vorurteile immer noch nicht abgelegt worden sind. Schlicht und ergreifend wohl auch deshalb, da dieser Prozess in der Gesellschaft immer noch nicht abgeschlossen ist \u2013 und letztendlich ist die Schule ein Abbild dieser.\u201c <\/em>\u00a0&#8211; vertrete ich die Meinung, dass die Schule eben auch ein Ort der Bildung diesbez\u00fcglich ist. So kann die Schule, beziehungsweise die Lehrkr\u00e4fte, bestimmte Sichtweisen f\u00f6rdern oder dazu beitragen, dass diese sich \u00e4ndern. Ich w\u00fcrde also gerne mehr dar\u00fcber erfahren, wie man zum Bespiel bestehenden Vorurteilen, die teilweise auch schon in den K\u00f6pfen von Kindern fest verankert sind, p\u00e4dagogisch l\u00f6sen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten Erkenntnisse, die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung der Ringvorlesung f\u00fcr sich mitgenommen haben. 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