{"id":416,"date":"2021-04-15T16:00:09","date_gmt":"2021-04-15T14:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/homestory\/?p=416"},"modified":"2021-04-15T16:00:09","modified_gmt":"2021-04-15T14:00:09","slug":"fazit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/homestory\/2021\/04\/15\/fazit\/","title":{"rendered":"Fazit"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wie kann man ein Fazit u\u0308ber etwas ziehen, dass einen weiter bescha\u0308ftigt? Wie kann man etwas abschlie\u00dfend einordnen, kommentieren und bewerten, dass man zwar innerhalb der universita\u0308ren Forschung und Bearbeitung abgeschlossen hat, jedoch jeden Tag, wenn auch nur gedanklich, weiter mit sich rumtra\u0308gt?<\/p>\n<p>Mit sich rumtragen. Etwas Tragen mu\u0308ssen. Diese Metapher halte ich an dieser Stelle fu\u0308r ausgesprochen treffend. Wenngleich mir die Bescha\u0308ftigung mit dem Thema Obdachlosigkeit ko\u0308rperlich keine gro\u00dfen Anstrengungen abverlangt hat, lag mir das Thema zeitweise schwer im Herzen. Die Geschichten der Menschen, mit denen wir gesprochen haben, habe ich wie eine schwere Tasche u\u0308ber der Schulter, wie eine Last, mit mir durch den Alltag getragen.<\/p>\n<p>Die Konfrontation mit dem Leid der Obdachlosen und die Auseinandersetzung mit den Schicksalen ebendieser ist dabei natu\u0308rlich nur eine gedankliche Last, etwas, dass sich in meinem Kopf abgespielt hat, wenn ich durch die Stadt gelaufen bin und bei Schnee und Eis jemanden auf der Stra\u00dfe habe sitzen sehen.<br \/>\nObwohl ich das Leid, dass sich jeden Tag um uns herum auf der Stra\u00dfe abspielt, nun deutlicher sehen kann, bin ich froh, mich mit dem Thema Obdachlosigkeit bescha\u0308ftigt zu haben. Ich sehe die Menschen, die mich ansprechen, um nach etwas Kleingeld zu fragen oder diejenigen, die in ihrem Schlafsack versteckt vor einem Gescha\u0308ft schlafen, mit anderen Augen. Gleichzeitig sehe ich mein eigenes Leben aus einer anderen Perspektive.<\/p>\n<p>Ein Fazit kann ich an dieser Stelle mehr schlecht als recht ziehen. Dennoch finde ich, wir haben mit unserer (Home) Story eine tolle Forschung entwickelt und uns mit einem wichtigen Thema auseinandergesetzt.<br \/>\nIch bin froh, dass wir nette Menschen gefunden haben, die uns ehrlich und offen etwas u\u0308ber ihr Schicksal und ihr Leben erza\u0308hlt haben und wir im Gegenzug diese Geschichten weitererza\u0308hlen ko\u0308nnen, um fu\u0308r das Thema Obdachlosigkeit zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>Wie immer schweift mein Blick beim Verfassen meiner Texte aus dem Fenster, um nachzudenken. Ich denke an den Tag im Dezember zuru\u0308ck, an dem ich meinen Text u\u0308ber Frank<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>geschrieben habe, an dem ich Franks bewegte Geschichte versucht habe zu erza\u0308hlen. Da zeigte der Blick aus meinem Fenster Schneeregen, es war kalt. Jetzt habe ich die Gardinen vorgezogen, damit die Sonne nicht blendet. Wenn es auch nur ein sehr kleiner Trost ist, so bin ich bei dem Blick hinaus am heutigen Tag zumindest froh, dass das Wetter sich bessert und niemand in der Nacht erfrieren wird.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann man ein Fazit u\u0308ber etwas ziehen, dass einen weiter bescha\u0308ftigt? 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