Fachdidaktische Sicht der Heterogenität – Leistungsheterogenität

In einer Physik-Fachkonferenz würde ich zunächst einmal die heterogenen Interessen der Geschlechter ansprechen. Danach käme die Individualität eines jeden Schülers in Erwähnung, denn die SuS besitzen einen uneinheitlichen Wissensbasis. Zudem unterscheiden sich ihre Kognition, Affektion und Meta-Kognition voneinander.

Ich habe mein Abitur an einem Bremerhavener-Gymnasium absolviert. Das beste Unterrichtskonzept hatte meiner Ansicht nach unsere Mathematik-Leistungskurslehrerin. Sie führte den Unterricht nämlich so, dass wir jede Stunde nach einem festgelegten Unterrichtsplan die Themen abarbeiteten und in verschiedenen Arbeitsphasen zur jeder Aufgabenstellung Übungen bearbeiteten. Daher wurde der Unterricht abwechslungsreich, interessant und angenehm. Alle konnten den Unterricht folgen und einen vergleichbaren Wissensbasis der Schulmathematik aneignen. Weder wurden die Leistungsstarken unterfordert, noch die schwächeren benachteiligt. Hingegen hatten wir im Physik-Leistungskurs einen monotonen Unterricht, da wir jede Stunde eigenständig den Stoff lernen sollten. Unser Lehrer war der Meinung, dass wir mit dieser Methode selbstständiges Lernen und Anwenden übten. Dabei kam es zur äußeren Differenzierungen, da die Leistungsstarken miteinander kommunizierten und ihre Gedanken austauschten, wobei die Leistungsschwachen nicht mithalten konnten ggf. nichts verstanden.

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Ein einfaches Beispiel zum Verständnis ist eine Grundschulaufgabe aus der Mathematik (Klasse 2):

Kopfrechnen! Die SuS sollen folgende Rechnungen lösen: 3·4=? ;  5·5=? ;  9·10=? . (Selbstverständlich wurde Vorwissen bereits gelehrt!)

Stufe1: Hier bekommen die SuS diese Aufgaben gestellt, dabei gibt es keine Hilfe! Eigenständiges Kopfrechnen ist angesagt.

Stufe2: Hier bekommen die SuS folgenden Hinweis:

3·4=4+…=? ;  5·5=5+…=? ;  9·10=10+…=?

Also wird auf eine mögliche Rechnung über das Additionsverfahren der Vielfachen hingewiesen.

Stufe3: Hier bekommen die SuS direkt folgende Beziehung gestellt:

3·4=4+4+4=? ;  5·5=5+5+5+5+5=? ;  9·10=10+10+10+10+10+10+10+10+10=?

Also müssen die SuS nur noch die Summe bilden, um das Ergebnis zu den Rechenaufgaben der Multiplikation zu erhalten. Dabei lernen sie auch das Verfahren der Multiplikation als eine Mengenvorstellung, die den Anzahl der Addition verständlich macht.

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Wenn die SuS die Rechnungen korrekt ausführen und den Prinzip der Rechenmethode verstanden haben, ist zu erkennen, dass diese Methode gelungen ist. Falls es Probleme oder Verteilungen in bzw. Neigungen zu den Stufen gab, wird die Individualität und Heterogenität zu sehen sein.

Vielen Dank an die Leser!

Ein Gedanke zu „Fachdidaktische Sicht der Heterogenität – Leistungsheterogenität

  1. Hallo C.Özdemir,
    ich finde der Betrag zum Thema der Leistungsheterogenität ist dir gut gelungen und ich muss dir zustimmen, dass vor allem Physik wahrscheinlich von einem bestimmten Geschlecht favorisiert wird.

    Was die Gestaltung des Unterrichts angeht, bevorzuge ich ebenfalls abwechslungsreichen gruppenbasierten Unterricht über das „eigenständige“ Lernen, vor allem wenn dadurch die etwas lernschwächeren benachteiligt werden (so etwas sollte nicht vorkommen). Aber auch das eigenständige Lernen hat Vorteile wenn es richtig umgesetzt wird und schwächere Schüler ausreichend unterstützt werden um ihren Weg selbst zu finden.

    Dein Beispiel für eine Grundschulaufgabe im Bereich der Mathematik finde ich überaus gut durchdacht. Wahrscheinlich ist es für uns selbstverständlich, dass Multiplikation einfach nur das mehrfache Addieren der selben Zahl ist, aber das der Multiplikation das Mengenverständnis zu Grunde liegt ist ein hervorragender Weg um es Kindern zu erklären.

    MfG, Keven.

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