{"id":19,"date":"2020-07-20T11:48:38","date_gmt":"2020-07-20T09:48:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/heterogenitaet2020\/?p=19"},"modified":"2020-07-20T11:48:38","modified_gmt":"2020-07-20T09:48:38","slug":"rv13-prof-dr-yasemin-karakasoglu-schule-in-kanada","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/heterogenitaet2020\/2020\/07\/20\/rv13-prof-dr-yasemin-karakasoglu-schule-in-kanada\/","title":{"rendered":"RV13: Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu &#8211; Schule in Kanada"},"content":{"rendered":"<p><strong>1.) Wenn Sie an die Schwerpunktvorlesungen zu Migration (RV02 Karakasoglu) und Inklusion RV06 (Frau Schwarzenberg) und RV07 (Herr M\u00fcller) zur\u00fcckdenken, wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Inklusionsverst\u00e4ndnis zwischen Kanada und dem, was Sie in der Vorlesung \u00fcber Deutschland gelernt haben? Bitte nennen Sie mindestens 2 Aspekte und begr\u00fcnden Ihre Wahl mit Bezug zu den Vorlesungsinhalten.<\/strong><\/p>\n<p>Kanada verfolgt bei seiner Schulbildung ein sehr inklusives Konzept. Sch\u00fcler*Innen werden individuell gef\u00f6rdert und an einer Schule unterrichtet. Anders ist es in Deutschland, wo es verschiedene Schulformen gibt, in welche die Sch\u00fcler*Innen je nach Leistung und individuellem F\u00f6rderbedarf \u201eeinsortiert\u201c werden. Es geht darum, m\u00f6glichst homogene Klassengemeinschaften zu schaffen, in denen allen Sch\u00fcler*Innen der gleiche Stoff vermittelt werden kann und alle ein m\u00f6glichst homogenes Leistungsbild zeigen. Individuelle F\u00f6rderung ist in diesem System nicht vorgesehen und in diesem System steckt durch die Kategorisierung in z.B. Gymnasium, Gesamtschule, Sonderschule, auch immer eine Ausgrenzung und Exklusion. In den letzten Jahren hat ein Wandel hin zur Inklusion und somit auch zu mehr Heterogenit\u00e4t im Klassenzimmer stattgefunden. Das Selbstverst\u00e4ndnis, das in Kanada existiert, ist damit zwar noch l\u00e4ngst nicht erreicht, jedoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung.<\/p>\n<p>Ein zweiter Punkt ist der Umgang mit Migrant*Innen, die mit einer anderen Muttersprache an die Schule kommen. In Kanada werden diese langfristig mit Englischkursen begleitet, um ihnen eine m\u00f6glichst gute Sprachkompetenz zu erm\u00f6glichen. Die Sprachf\u00f6rderung kann bis zum Ende der Schulzeit gehen und auch die Muttersprache wird weiterhin gef\u00f6rdert. In Deutschland stehen zum Deutschlernen dagegen nur etwa 1-2 Jahre zur Verf\u00fcgung. Ziel ist hierbei, die Migrant*Innen m\u00f6glichst schnell an die Klassengemeinschaft anzupassen. Auch eine F\u00f6rderung der Muttersprache bleibt dabei meistens aus.<\/p>\n<p>Ich denke, dass man anhand dieser beiden Punkte hier in Deutschland noch viel von Kanada lernen kann.<\/p>\n<p><strong>2.) Eine plastische Vorstellung von der Umsetzung der im Vortrag geschilderten Leitlinien<br \/>\nder kanadischen Schulpolitik in der Praxis vermittelt der Blog aus meinem Forschungs- und Entwicklungsprojekt TraMiS (Transnationale Mobilit\u00e4t in Schule) unter folgendem Link. Bitte lesen Sie ihn sich durch. Welche Fragen stellen sich Ihnen als angehende Lehrer*in hinsichtlich der \u00dcbertragbarkeit von dort erw\u00e4hnten inklusiven Ma\u00dfnahmen und Projekten auf den deutschen Schulkontext. Begr\u00fcnden Sie ihre Perspektive:<\/strong><\/p>\n<p><strong>https:\/\/tramis.de\/2020\/01\/wie-funktioniert-inklusive-interkulturalitaet-das-konzept-des-peaceful-village-an-der-gordon-bell-highschool-in-winnipeg-kanada\/<\/strong><\/p>\n<p>Mir stellt sich zun\u00e4chst die Frage, warum der Staat in Deutschland solche Projekte nicht f\u00f6rdert. Nach meiner Erfahrung sind es oft individuelle Lehrkr\u00e4fte, die sich f\u00fcr derartige Projekte oder Ma\u00dfnahmen einsetzen und diesen wird es auch nicht unbedingt einfach gemacht. Dennoch denke ich, dass es sicherlich M\u00f6glichkeiten gibt, diese Projekte in Ans\u00e4tzen als AGs oder \u00c4hnliches in den Schulalltag zu integrieren.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re zudem interessant zu wissen, wie viel mehr Personal, R\u00e4umlichkeiten und Platz im Lehrplan ben\u00f6tigt werden w\u00fcrden, um ein solches Konzept an einer durchschnittlichen deutschen Schule durchzuf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) 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