Aufgaben zum 11. Vorlesungstermin – bei Prof. Dr. Andreas Klee

  1. Diskutieren sie die Relevanz der Arbeitshypothese der „doppelten Heterogenität“ für eines ihrer Fächer und stellen sie dies anhand einen konkreten Unterrichtsinhaltes dar.

Die „doppelte Heterogenität“ steht für die Möglichkeit einen Fachbegriff auch auf eine andere Art und Weise zu deuten. Das rührt meist daher, dass dieser im Alltag eine andere Bedeutung besitzt und SuS diese ihnen schon bekannte Bedeutung nicht hinterfragen, während die Lehrkraft die im Unterrichtszusammenhang falsche Interpretation häufig nicht bemerkt und aufdeckt. So kann es passieren, dass lange Zeit an den SuS vorbeigeredet wird und für diese der Unterrichtsinhalt keinen Sinn ergibt. Ich studiere die Fächer Musik und Biologie auf Lehramt und in beiden gibt es meiner Meinung nach die Möglichkeit für solche Missverständnisse, auch wenn sie im Biologieunterricht von größerer Bedeutung sind, da dort mehr noch mit präziser Sprache und Fachbegriffen umgegangen werden muss. Eine große Quelle für Missverständnisse ist beispielsweise das häufig genutzte Zitat von Darwin „Survival of the fittest“. Viele SuS denken, wer fit ist, wäre körperlich stark und ausdauernd, da dies die deutsche Bedeutung in der Alltagssprache ist. Streng genommen bedeutet „to fit“ aber „passen“ und so heißt der Satz übersetzt „Überleben der Angepasstesten“. Diese müssen nicht zwingend stark oder ausdauernd sein, dies bedeutet nämlich einen größeren Energieverbrauch – in einer ressourcenarmen Umgebung ist dies also nicht unbedingt eine sinnvolle Anpassung. Dieser Zusammenhang muss gut dargelegt werden, da die SuS sonst einen komplett falschen Eindruck von der Evolutionstheorie erhalten. In der Musik fällt mir ein Beispiel ein, dass mir selbst einige Zeit Schwieirgkeiten bereitet hat. Im Unterricht fiel gelegentlich der Begriff „Dynamik“, eine genauere Erklärung fiel nie (oder ich hatte im entscheidenden Moment nicht zugehört). Da ich aus dem Alltag den Begriff „dynamisch“ kannte, dachte ich, der Begriff beziehe sich auf das Tempo eines Musikstückes, denn wer etwas dynamisch tut, der tut es „agil“, „regsam“ und „lebhaft“ (laut Duden). Später erst fand ich heraus, dass sich Dynamik auf die Lautstärke bezieht, was für mich weniger gut zu der Alltagsbedeutung des Adjektives „dynamisch“ passte.

2. Skizzieren sie unter Bezugnahme auf einen konkreten Unterrichtsinhalt drei methodische Varianten zur unterrichtspraktischen „Erhebung“ von SchülerInnenvorstellungen.

Erstens könnte man einen Satz aus dem Unterrichtszusammenhang an die Tafel schreiben und nach der Bedeutung fragen und anschließend klären, wie der Begriff sich im Sachzusammenhang von seiner alltäglichen Bedeutung unterscheidet.

Zweitens könnte man den Schülern die Aufgabe geben, mit ihrem Sitznachbarn über die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten zu diskutieren und anschließend besprechen, was die SuS herausgefunden haben.

Drittens könnte man die SuS (konkret auf das Beispiel „Survival of the fittest“ bezogen) in deutsch- und englischsprachigen Wörterbüchern nachsehen lassen, was die unterschiedliche Bedeutung des gleichen Wortes sein kann und den Satz anschließend ins deutsche übersetzen lassen.

3. Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe in Bezug auf unterschiedliche Sprachwirklichkeiten von SchülerInnen und LehrerInnen.

Welche Methoden nutzt die Lehrkraft, um mehrdeutige Begriffe im Sachzusammenhang korrekt darzustellen und die Schülervorstellungen zu berücksichtigen, um Missverständnisse zu vermeiden? Sind die Schüler anschließend sicher im Umgang mit den neuen Begriffen?

Ein Gedanke zu „Aufgaben zum 11. Vorlesungstermin – bei Prof. Dr. Andreas Klee“

  1. Hallo Linda,
    einen sehr schönen und aussagekräftigen Beitrag hast du hier geschrieben. Ich finde deine Ideen aus Aufgabe zwei beziehen sich sehr schön auf deine vorherigen Erläuterungen und auch die Beobachtungsaufgabe schließt gut daran an, sodass es sich lohnt diese im Hinterkopf zu behalten für Praktika (vor allem POEs). Deine Fächer geben sehr schöne und passende Beispiele für diese Thematik her und es war sehr interessant das zu lesen, weil mir bei meinen Fächern auf anhieb keine Beispiele eingefallen sind.
    Liebe Grüße
    Mona

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