{"id":33,"date":"2024-08-28T12:08:12","date_gmt":"2024-08-28T10:08:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/heldogan\/?p=33"},"modified":"2024-08-28T12:08:12","modified_gmt":"2024-08-28T10:08:12","slug":"abschlussreflexion-sose-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/heldogan\/2024\/08\/28\/abschlussreflexion-sose-24\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion SoSe 24"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Aufgabe 1a, b)<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Die Ringvorlesung, an die ich mich erinnerte, als ich die erste Aufgabe gesehen hatte, betrifft die vierte Vorlesung, Dort ging es um die Frage, ob eine Lehrkraft ihre\/seine Meinung \u00e4u\u00dfern darf und wo dabei die Grenzen gesetzt sind. Ich habe diese Frage schon immer als \u00e4u\u00dferst faszinierend empfunden und es war mir als angehende Lehrerin von Bedeutung zu erfahren, wie die Meinungsfreiheit im Unterricht umgesetzt wird. Es ist entscheidend, dabei Neutralit\u00e4t zu wahren, aber in welchem Ausma\u00df darf man letztendlich im Unterricht seine Meinung \u00e4u\u00dfern?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Zu der Beantwortung der Frage eignet sich der \u201eBeutelsbacher Konsens\u201c als hilfreich, indem n\u00e4her drauf eingegangen wird, welche Aussagen get\u00e4tigt werden d\u00fcrfen und welche nicht. Das \u201e\u00dcberw\u00e4ltigungsverbot\u201c besagt im selben Kontext, dass Sch\u00fcler\/-innen nicht daran gehindert werden d\u00fcrfen, unabh\u00e4ngig davon, welche Methoden sie verwenden. Wenn dies allerdings der Fall ist, dann handelt es sich um eine Indoktrination und nicht um eine freie Meinungsbildung (Wehling 1977, S. 179f.) Hinzukommt, dass es notwendig ist, die Kontroversit\u00e4t eines Themas in vollem Umfang zu ber\u00fccksichtigen. Dabei d\u00fcrfen den Sch\u00fcler\/-innen keine informationen vorenthalten werden (Wehling 1977, S. 179f.). Dennoch darf eine Lehrkraft seine\/ihre Meinung \u00e4u\u00dfern, unter der Bedingung, dass die eigene Meinung der Lehrkraft nicht als einzige richtige dargestellt wird und die Meinungen der Sch\u00fcler\/innen nicht aussen vor gelassen werden (Giesinger 2021).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Die gewonnenen Erkenntnisse waren f\u00fcr mich von gro\u00dfem Wert, da in meinem zweiten Fach,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Religionswissenschaften, eine Vielzahl unterschiedlicher Auffassungen existiert, die Diskussionen \u00fcber Werte und Moralvorstellungen betreffen k\u00f6nnen. Als Lehrkraft ist es mir nun m\u00f6glich, das zul\u00e4ssige Diskussionsspektrum abzusch\u00e4tzen. Des Weiteren ist zu ber\u00fccksichtigen, dass im Bundesland Bremen der bekenntnisfreie Religionsunterricht gilt, was impliziert, dass die Lehrkraft nicht der Pflicht unterliegt, sich zu einer Religionsgemeinschaft zu bekennen. Des Weiteren ist sicherzustellen, dass die verschiedenen Ansichten ausgewogen dargestellt werden, ohne dabei die eigene Meinung als die einzig richtige zu pr\u00e4sentieren. Der &#8222;Beutelsbacher Konsens&#8220; gew\u00e4hrleistet dies, indem er daf\u00fcr sorgt, dass Diskussionen respektvoll und friedlich gef\u00fchrt werden, ohne dabei die Lehrkraft aus den Augen zu verlieren und ein faires Miteinander zu erm\u00f6glichen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Das Thema der Ringvorlesung 12 stellte f\u00fcr mich eine \u00e4hnliche Herausforderung dar wie die bereits erw\u00e4hnte Vorlesung. Im Rahmen des Vortrags wurden die Themen \u201ePolitische Heterogenit\u00e4t und Emotionalit\u00e4t&#8220; er\u00f6rtert. Der Begriff<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u201epolitische Heterogenit\u00e4t&#8220; bezeichnet die Vielfalt an unterschiedlichen Interessen, Meinungen und Werten, die sich innerhalb einer Gruppe manifestieren. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass Lehrkr\u00e4fte emphatisch sind, denn die Empathie spielt bei diversen Meinungen eine signifikante Rolle, um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ein und dasselbe Thema zu entwickeln (Schr\u00f6der, 2020). In Bezug auf meine beiden F\u00e4cher Germanistik und Religionswissenschaft ist es von entscheidender Bedeutung, Verst\u00e4ndnis zu zeigen, da in diesen F\u00e4chern h\u00e4ufig Themen angesprochen werden, die zu intensiven und emotionalen Diskussionen f\u00fchren k\u00f6nnen. F\u00fcr die Gestaltung der Beziehung zwischen Lehrkraft und Sch\u00fcler*in ist es erforderlich, den gegenw\u00e4rtigen Standpunkt der Sch\u00fcler*innen im Kontext des Themas zu erfassen. Die Ber\u00fccksichtigung der individuellen Problemlagen der Sch\u00fcler*innen ist eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr, dass die Lehrkraft die Sch\u00fcler*innen in ihren Lernprozessen wirksam unterst\u00fctzen kann. Es ist zu erwarten, dass Lehrkr\u00e4fte in Zukunft verst\u00e4rkt eine positive Herangehensweise an die Gestaltung von Lernprozessen anstreben werden (Schr\u00f6der 2020).<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Aufgabe 2)<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Im Rahmen der Ringvorlesung wurde ein Vortrag pr\u00e4sentiert, der bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Dies lag daran, dass ich meine Schulerfahrung auf das Thema \u00fcbertragen konnte und mein damaliges Selbst von diesem Thema gepr\u00e4gt war. Es handelt sich hierbei um ein komplexes Geflecht von Faktoren, das im deutschen Schulsystem weit verbreitet ist. Der Begriff Diskriminierung bezeichnet die Benachteiligung oder Herabw\u00fcrdigung von Personen oder Gruppen aufgrund von bestimmten Merkmalen. Im Kontext der schulischen Bildung sind Sch\u00fcler:innen sowohl indirekt als auch direkt von Diskriminierung und Segregation betroffen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Auch die Bezeichnung &#8222;F\u00f6rdersch\u00fcler&#8220; kann zu einer Diskriminierung sowie Segregation innerhalb der Sch\u00fclerschaft f\u00fchren. Dies kann bei den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zu einer subjektiven Herabstufung in der gedachten Hierarchie innerhalb des Klassenraums f\u00fchren. Die Heterogenit\u00e4t innerhalb des Klassenraums muss mit der gebotenen Sensibilit\u00e4t und Aufmerksamkeit beobachtet und behandelt werden, um gr\u00f6\u00dfere Disparit\u00e4ten und Interferenzen zwischen den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern innerhalb der Klasse zu vermeiden. Ein Gro\u00dfteil der Vorlesungsreihe konnte anhand verschiedener Beispiele, wie etwa dem der Inklusion, anschaulich vermittelt und dargestellt werden. Die Erkenntnis, dass eine Vielzahl von Instanzen existiert, bei denen Menschen durch verschiedene Parameter wie den Unterschied zwischen, der Herkunft, den Familienverh\u00e4ltnissen oder dem Gender ein- und ausgeschlossen werden k\u00f6nnen, war f\u00fcr mich neu und daher relativ anschaulich und interessant.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich w\u00e4hrend meiner Schulzeit einmal gefragt wurde, wie lange ich denn schon in Deutschland gewesen sei und warum ich so gut deutsch spreche. Das Thema wurde zudem in einem Vortrag behandelt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem er\u00f6rtert, welchen Einfluss die Beantwortung dieser Frage auf das Wohlbefinden des Sch\u00fclers haben kann. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich mich in dieser Situation unwohl und ausgegrenzt gef\u00fchlt habe. Des Weiteren ging ich davon aus, dass mir eine derartige Frage nicht gestellt worden w\u00e4re, w\u00e4re mein \u00c4u\u00dferes dem europ\u00e4ischen Klischee entsprechend.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Aufgabe 3)<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Im Verlauf meines weiteren Studiums m\u00f6chte ich mich mit zwei Zentralen Fragestellungen auseinandersetzen. Zum einen ist von Interesse, in welchem Umfang Lehrkr\u00e4fte ihre pers\u00f6nliche Meinung im Unterricht \u00e4u\u00dfern d\u00fcrfen. Die Vorlesung hat aufgezeigt, dass die Abgrenzung zwischen zul\u00e4ssiger und unzul\u00e4ssiger Meinungs\u00e4u\u00dferung im schulischen Kontext mit Schwierigkeiten verbunden ist.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Au\u00dferdem halte ich es f\u00fcr besonders wichtig, die emotionalen Belastungen zu behandeln, die Sch\u00fcler*innen mit sich bringen. Ich w\u00fcrde gerne herausfinden, wie ich als Lehrkraft mit den Anliegen und Belastungen umgehen kann, denen ich gegen\u00fcberstehen muss. Ich bin vor allem neugierig darauf, wie ich mit m\u00f6glicherweise aggressivem Verhalten oder traumatischen Erfahrungen umgehen kann, die Sch\u00fcler*innen schildern. Ich w\u00fcrde gerne versuchen, meine eigenen Erfahrungen zu vernachl\u00e4ssigen und mich ausschlie\u00dflich auf die Erfahrungen des Sch\u00fclers oder der Sch\u00fclerin zu konzentrieren, um unterst\u00fctzend zu sein.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass es unverzichtbar ist, Strategien zu entwickeln, um in solchen Situationen ad\u00e4quat zu reagieren und die eigene emotionale Gesundheit zu erhalten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Au\u00dferdem ist auch die Mehrsprachigkeit ein bedeutendes Thema, das ich genauer untersuchen m\u00f6chte. Vor allem, wie man als Lehrer*in mit Sch\u00fcler*innen umgeht, die mehrsprachig aufgewachsen sind. Um die verschiedenen sprachlichen Hintergr\u00fcnde der Sch\u00fcler*innen zu ber\u00fccksichtigen, m\u00f6chte ich untersuchen, wie man diese Vielfalt effektiv in den Lehrprozess integrieren kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\"><b>Literaturverzeichnis:<\/b><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Giesinger, Johannes (2021): Vermitteln und Mitteilen: Die Meinung der Lehrperson in der Diskussion kontroverser Themen. In: Johannes Drerup, Miguel Zulaica y Mugica und Douglas Yacek (Hg.): D\u00fcrfen Lehrer ihre Meinung sagen? Demokratische Bildung und die Kontroverse \u00fcber Kontroversit\u00e4tsgebote. Stuttgart: Kohlhammer, S. 19-30.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Schr\u00f6der, Hendrik (2020): Emotionen und politisches Urteilen. Eine politikdidaktische Untersuchung. Wiesbaden: Springer VS.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Wehling, Hans-Georg (1977): Konsens \u00e0 la Beutelsbach? Nachlese zu einem Expertengespr\u00e4ch. In: Siegfried Schiele und Herbert Schneider (Hg.): Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart, S. 173-184.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Aufgabe 1a, b) Die Ringvorlesung, an die ich mich erinnerte, als ich die erste Aufgabe gesehen hatte, betrifft die vierte Vorlesung, Dort ging es um die Frage, ob eine Lehrkraft ihre\/seine Meinung \u00e4u\u00dfern darf und wo dabei die Grenzen gesetzt sind. 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