{"id":18,"date":"2020-04-01T15:01:31","date_gmt":"2020-04-01T13:01:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/healthpromotion\/?p=18"},"modified":"2020-04-01T16:28:42","modified_gmt":"2020-04-01T14:28:42","slug":"medienexposition-ueber-covid-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/healthpromotion\/2020\/04\/01\/medienexposition-ueber-covid-19\/","title":{"rendered":"Medienexposition \u00fcber COVID-19"},"content":{"rendered":"<h4>Zusammenfassung und Diskussion von:<\/h4>\n<p>Garfin, D. R., Silver, R. C., &amp; Holman, E. A. (2020). The novel coronavirus (COVID-2019) outbreak: Amplification of public health consequences by media exposure.\u00a0<em>Health Psychology.<\/em>\u00a0Advance online publication.\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/hea0000875\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/hea0000875<\/a><\/p>\n<h4><strong>Kernaussagen:<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>W\u00e4hrend Krisensituationen ist zuverl\u00e4ssige und akkurate Berichterstattung sehr wichtig.<\/li>\n<li>Durch unklare und furchteinfl\u00f6\u00dfende Berichterstattung k\u00f6nnen sowohl psychische Belastung als auch Probleme in der Gesundheitsversorgung entstehen.<\/li>\n<li>Soziale Medien sollten gezielt zur Kommunikation akkurater Risiko- und Gesundheitsinformation genutzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Hintergrund<\/h4>\n<p>Im Rahmen der Corona-Krise nimmt auch die Berichterstattung \u00fcber die Pandemie sowie \u00fcber die gesellschaftlichen, sozialen, und \u00f6konomischen Folgen der Pandemie zu. W\u00e4hrend es auf der einen Seite sehr wichtig ist, zeitnah akkurate und wichtige Informationen zu einer Gesundheitskrise wie der aktuellen Pandemie zu kommunizieren, kann die Menge und potenziell angstausl\u00f6sende Inhalte \u00c4ngste und Probleme in der Gesundheitsversorgung ausl\u00f6sen.<\/p>\n<h4>Zusammenfassung<\/h4>\n<p>Garfin et al. leiten aus ihren eigenen und verwandten Forschungsarbeiten zu psychischer Gesundheit in Folge von \u00f6ffentlichen Krisensituationen (insbesondere 9\/11, die Attentate auf den Boston Marathon und die Ebola-Krise) Erkenntnisse \u00fcber die Berichterstattung aktueller Gesundheitskrisen ab.<\/p>\n<h4>Ergebnisse<\/h4>\n<h4>Welche negativen Folgen kann Berichterstattung haben?<\/h4>\n<ul>\n<li>Unklare Berichterstattung oder Berichterstattung \u00fcber eine unklare Lage kann zu einer Zunahme von Ger\u00fcchten und damit Fehlinformationen f\u00fchren.<\/li>\n<li>Abstrakte und schwer wahrnehmbare Risiken wie eine neuartige Viruserkrankung l\u00f6sen mehr \u00c4ngste aus als bekannte (und m\u00f6glicherweise ebenso schwerwiegende) Erkrankungen<\/li>\n<li>Berichterstattung, die rei\u00dferische Begriffe und potenziell furchterregende Bilder benutzt, kann \u00c4ngste ausl\u00f6sen.<\/li>\n<li>Studien im Zusammenhang mit 9\/11 konnten einen direkten Zusammenhang zwischen dem Ausma\u00df von konsumierter Berichterstattung (Stunden pro Tag) und psychischen sowie k\u00f6rperlichen Gesundheitsproblemen feststellen \u2013 insbesondere Symptome posttraumatischer Belastungsst\u00f6rungen waren noch nach mehreren Jahren nachzuweisen.<\/li>\n<li>Berichterstattung kann zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Belastung der Versorgungssysteme f\u00fchren, insbesondere dann, wenn Notaufnahmen und Notrufnummern ohne Vorliegen eines Notfalls in Anspruch genommen werden, aber auch, wenn aus Furcht vor Versorgungsengp\u00e4ssen medizinisch wichtige Produkte wie Desinfektionsmittel oder Atemschutzmasken gehortet werden.<\/li>\n<li>Ein verantwortungsvoller Umgang mit sozialen Medien durch Akteure im Gesundheitssystem k\u00f6nnte helfen, mit potenziell unklarer Berichterstattung besser umzugehen.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Wie k\u00f6nnen negative Folgen von Berichterstattung vermieden werden?<\/h4>\n<ul>\n<li>Akkurate und zeitnahe Information ist in Krisensituationen unabdingbar, vor allem auch, um Missverst\u00e4ndnissen und \u00c4ngsten in der Bev\u00f6lkerung vorzubeugen.<\/li>\n<li>Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass Berichterstattung klar und so wenig missverst\u00e4ndlich wie m\u00f6glich geschieht.<\/li>\n<li>Durch strategischen Einsatz von sozialen Medien kann Fehlinformationen, die sich vor allem in sozialen Medien schnell verbreiten, vorgebeugt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Einordnung der Studie<\/h4>\n<p>Dieser Kommentar weist auf einen wichtigen, oft vernachl\u00e4ssigten Aspekt von Berichterstattung in Krisensituationen hin. Neben der Zeitn\u00e4he sind vor allem die G\u00fcte, Verst\u00e4ndlichkeit und Eindeutigkeit von Nachrichten wichtig, um \u00c4ngste und Sorgen in der Bev\u00f6lkerung vorzubeugen.<\/p>\n<p>Auch wenn dieser Kommentar im Anbetracht der Aktualit\u00e4t der COVID-19-Krise keine aktuellen Daten verwenden kann, scheinen die R\u00fcckschl\u00fcsse aus fr\u00fcheren Studien zu vergleichbaren nationalen und internationalen Krisensituationen zul\u00e4ssig. Das Risiko, durch unklare Berichterstattung (ganz zu schweigen von rei\u00dferischen Berichten) psychische Probleme hervorzurufen, sollte nicht vernachl\u00e4ssigt werden.<\/p>\n<p>Vor allem im deutschen Kontext, in dem durch die f\u00f6derale Struktur die Umsetzung von gesundheitlichen Ma\u00dfnahmen heterogen ausfallen kann, sind diese Ergebnisse wichtig \u2013 weil sie aufzeigen, wie wichtig eindeutige und klar kommunizierte Informationen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung und Diskussion von: Garfin, D. R., Silver, R. C., &amp; Holman, E. A. (2020). 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