{"id":6,"date":"2018-04-26T17:09:22","date_gmt":"2018-04-26T15:09:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/?p=6"},"modified":"2018-04-26T17:09:22","modified_gmt":"2018-04-26T15:09:22","slug":"beitrag-zu-dr-christoph-kulgemeyer-sprachliche-heterogenitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/2018\/04\/26\/beitrag-zu-dr-christoph-kulgemeyer-sprachliche-heterogenitaet\/","title":{"rendered":"Beitrag zu: Dr. Christoph Kulgemeyer: Sprachliche Heterogenit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Hallo liebe Leser,<\/p>\n<p>anl\u00e4sslich der derzeitigen Konferenzdiskussion des Kollegiums \u00fcber Ma\u00dfnahmen zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t m\u00f6chte ich gerne zwei m\u00f6gliche Ans\u00e4tze mit einbringen. Somit k\u00f6nnte man in einem ersten Schritt ein Augenmerk auf die Textgestaltung von Aufgaben und sonstigen Texten gelegt werden. Demnach sollten diese Texte nach Textverst\u00e4ndlichkeitskriterien optimiert werden. Diese Verbesserung kommt nachweislich den schwachen SuS zugute, ohne dabei die starken zu benachteiligen.<\/p>\n<p>Ein weiterer m\u00f6glicher Ansatz des Umgangs mit Heterogenit\u00e4t hat das Ziel die affektive Heterogenit\u00e4t zu beeinflussen. Inhaltlich bedeutet dies, dass Wert auf eine Kontextualisierung der Lerninhalte gelegt wird. SuS brauchen einen realen Bezug zum gelehrten, andererseits ist oftmals die von den Lehrern gew\u00fcnschte Motivation nicht zu erwarten. Dies w\u00e4re eine Ma\u00dfnahme, die nachweislich, vor allem den weiblichen Sch\u00fclern, hilft, sich auf Aufgaben einzulassen und sich mit ihnen auseinander zu setzen. M\u00e4nnliche Sch\u00fcler erfahren aus dieser Ma\u00dfnahme bewiesenerma\u00dfen keinen Nachteil. So kann ich pers\u00f6nlich sagen, dass vor allem in Naturwissenschaftlichen meiner Erfahrung nach ein Praxisbezug oftmals sehr hilfreich ist.<\/p>\n<p>In meiner Schulzeit durfte ich, wie die meisten Sch\u00fcler, viele verschiedene Lehrkr\u00e4fte sowie Lehrmethoden kennen lernen. Ich f\u00fcr meinen Teil habe mich schon in der Sekundarstufe 1 meiner Schule, in einem Dorf in Niedersachsen, kritisch mit den Lehrmethoden von einigen Lehrkr\u00e4ften auseinandergesetzt. Dabei ist mir bei verschiedenen Methoden ein unterschiedlicher Lerneffekt aufgefallen. Somit ist mir zum Beispiel im Physikunterricht die unterschiedliche Wirkung von Experimentvarianten aufgefallen. Wir haben, vor allem zu Beginn des 7. Schuljahres, eine Reihe von sehr eng gef\u00fchrten Sch\u00fclerexperimenten durchgef\u00fchrt. Dabei ist mir oftmals bereits w\u00e4hrend der Ausf\u00fchrung aufgefallen, dass der Lerneffekt bei diesem \u201estumpfen\u201c Anleitungen abarbeiten sehr gering ausf\u00e4llt. Eigenes mitdenken oder ausprobieren war dabei nicht erw\u00fcnscht bzw. nicht notwendig, da die Vorgaben pr\u00e4zise deklariert waren. Im deutlichen Gegensatz dazu sehe ich das Demonstrationsexperiment, bei dem die Lehrkraft die M\u00f6glichkeit hat, schrittweise die Zusammenh\u00e4nge und das zu erwartende Ergebnis zu erkl\u00e4ren. Das Sch\u00fcler durch individuelle Pr\u00e4konzepte, Beobachtungen falsch interpretieren k\u00f6nnen, sei erstmal dahingestellt, denn dies kommt meiner Meinung nach unter anderem auf das Erkl\u00e4rungstalent der Lehrkraft an und ob sie sich dabei altersgem\u00e4\u00df verst\u00e4ndlich ausdr\u00fcckt. Somit gab es nach einer Reihe Sch\u00fclerexperimenten das erste Demonstrationsexperiment, bei dem im Fokus auf den Lerneffekt eine deutliche Steigerung zu bemerken war. Aufgrund der positiven Resonanz meiner Klasse auf das Demonstrationsexperiment wurden folgende Experimente weiterhin demonstrativ von der Lehrkraft durchgef\u00fchrt. Nat\u00fcrlich muss es Abwechslung geben, aber wir als Klasse haben mit der Lehrkraft die Vereinbarung getroffen haupts\u00e4chlich auf diese Art des Experiments zur\u00fcckzugreifen und vor allem dann, wenn der experimentierte Stoff als Klausurrelevant zu bezeichnen war.<\/p>\n<p>Daher musste ich bei dem Ergebnis der Vorlesungsinternen Abstimmung stutzen, da zu meiner Verwunderung ein Gro\u00dfteil der Anwesenden das Sch\u00fclerexperiment als die bessere der Experimentierweisen deuteten. Somit wird wieder deutlich, dass jeder durch seine individuelle Erfahrung eigene Pr\u00e4konzepte zu unterschiedlichen Fragestellungen hat und dadurch auch voreingenommen sein kann. Es h\u00e4tte ja auch sein k\u00f6nnen, dass ich mit meiner Auffassung nicht mit dem statistischen Mittel \u00fcbereinstimme, dann w\u00e4re ich aufgrund meiner Erfahrung sehr verwundert gewesen. M\u00f6glicherweise haben andere SuS eine gegenteilige Erfahrung gemacht und sind somit \u00fcber das statistische Mittel verwundert w\u00e4hrend sie mit der Vorlesungsumfrage \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aufgabe f\u00fcr den Mathematikunterricht mit gestuften Lernhilfen:<\/p>\n<p>Aufgabenstellung: Berechnen Sie das Volumen des Klassenraums.<\/p>\n<p>N\u00fctzliche Daten:<\/p>\n<p>Breite: 10 m<\/p>\n<p>L\u00e4nge: 11m<\/p>\n<p>H\u00f6he 1: 3,5m<\/p>\n<p>H\u00f6he 2: 4,5m<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Lernhilfe: Skizzieren Sie den Klassenraum und tragen sie die Daten ein<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li>Bei dieser ersten Lernhilfe wir den SuS die M\u00f6glichkeit geboten sich die Fragestellung zu visualisieren und ein eindeutiges Bild von der Aufgabe zu bekommen.<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"2\">\n<li>Lernhilfe: Erinnern Sie sich an die Formel f\u00fcr das Volumen eines K\u00f6rpers: Fl\u00e4che * H\u00f6he<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li>Bei dieser Lernhilfe wird den SuS die Grundformel vermittelt, jedoch muss die Formel an die K\u00f6rper angepasst werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"3\">\n<li>Lernhilfe: Teilen Sie den Klassenraum in zwei dreidimensionale K\u00f6rper und addieren sie die Volumina<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li>Bei dieser Lernhilfe wird den SuS die nicht erkannt haben, dass das Volumen eines Raumes in Abschnitte unterteilt werden kann deutlich gemacht, wie die Aufgabe letztendlich zu l\u00f6sen ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Unterricht wird durch die einzel nachfrage der SuS aufgezeigt werden, ob die Lernhilfen geschickt gew\u00e4hlt wurden oder nicht. N\u00e4mlich, wenn viele Verst\u00e4ndnis Fragen aufkommen muss einem als Lehrkraft deutlich werden, dass man die Aufgabe ungeschickt oder schwer verst\u00e4ndlich formuliert hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo liebe Leser, anl\u00e4sslich der derzeitigen Konferenzdiskussion des Kollegiums \u00fcber Ma\u00dfnahmen zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t m\u00f6chte ich gerne zwei m\u00f6gliche Ans\u00e4tze mit einbringen. Somit k\u00f6nnte man in einem ersten Schritt ein Augenmerk auf die Textgestaltung von Aufgaben und sonstigen Texten gelegt werden. Demnach sollten diese Texte nach Textverst\u00e4ndlichkeitskriterien optimiert werden. Diese Verbesserung kommt nachweislich den &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/2018\/04\/26\/beitrag-zu-dr-christoph-kulgemeyer-sprachliche-heterogenitaet\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Beitrag zu: Dr. Christoph Kulgemeyer: Sprachliche Heterogenit\u00e4t<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":10015,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207],"tags":[23844],"class_list":["post-6","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-rv04"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10015"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6\/revisions\/7"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}