{"id":11,"date":"2018-05-23T16:27:14","date_gmt":"2018-05-23T14:27:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/?p=11"},"modified":"2018-05-23T16:28:29","modified_gmt":"2018-05-23T14:28:29","slug":"dr-eileen-schwarzenberg-meint-inklusion-wirklich-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hannosblog\/2018\/05\/23\/dr-eileen-schwarzenberg-meint-inklusion-wirklich-alle\/","title":{"rendered":"Dr. Eileen Schwarzenberg: Meint Inklusion wirklich alle?"},"content":{"rendered":"<p>Meint Inklusion wirklich alle?<\/p>\n<p>Hinter dieser Fragestellung verbirgt sich eine komplexe Diskussion die von allen deutschen Bundesl\u00e4ndern verschieden behandelt wird.<\/p>\n<p>Einleitend visualisiert Frau Dr. Eileen Schwarzenberg die Verteilung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf in Deutschland im Schuljahr 2012\/13 mit Hilfe eines Diagramms. Deutlich wird hierbei, dass etwa 40,7% der SuS mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf Defizite im Bereich \u201eLernen\u201c aufzeigen. Der prozentual n\u00e4chstgr\u00f6\u00dfte Anteil liegt mit 16,4% beim F\u00f6rderschwerpunkt \u201egeistige Entwicklung\u201c. Des Weiteren haben ca. 14,5 % der SuS F\u00f6rderbedarf im Bereich der sozialen und emotionalen Entwicklung, um nur die drei prozentual st\u00e4rksten F\u00f6rderschwerpunkte zu nennen. Folglich ist zu vernehmen, dass es eine Vielzahl von Einfl\u00fcssen den Schulalltag oder das Leben von SuS beeintr\u00e4chtigen oder behindern.<\/p>\n<p>Doch was genau ist eine Behinderung?<\/p>\n<p>Hierzu gibt es zwei relevante theoretische Modelle.<\/p>\n<p>Zum einen das medizinische Modell und zum anderen das soziale Modell.<\/p>\n<p>Das medizinische Modell, das nach dem ersten Weltkrieg entwickelt wurde, beruht auf einem biomedizinischen Ansatz bei dem die \u201eBehinderung\u201c als \u201ek\u00f6rperliche, geistige oder psychische\u201c Beeintr\u00e4chtigung einer Person verstanden wird. Der Umgang mit der Behinderung setzt sich bei diesem Modell die l\u00e4ngerfristige Heilung der Person oder deren Eingliederung in die Gesellschaft zum Ziel. Entschieden wird bei Personen zwischen: Eine Person ist behindert; Eine Person ist nicht behindert.<\/p>\n<p>Das soziale Modell hingegen entstand aus einer Art Reaktion auf das medizinische Modell in den 1960er Jahren. Behinderung wird als Ergebnis einer Gesellschaft betrachtet, was die Ursache der Behinderung au\u00dferhalb des Individuums stellt. Folglich fordert dieses Modell ebenso soziale und physische Barrierefreiheit \u2013 hierf\u00fcr sollen Umwelt und Dienstleistungen angepasst werden um f\u00fcr Personen mit physischen und psychischen Beeintr\u00e4chtigungen Zug\u00e4nglichkeit zu schaffen.<\/p>\n<p>Somit ist festzuhalten, dass das soziale Modell mit dem \u201ewhole school approach\u201c also der \u201efull inclusion\u201c gut zu vereinbaren ist, denn um Dienstleistungen und Umwelt anzupassen ist eine grundlegende Ver\u00e4nderung des Bildungssystems von N\u00f6ten.<\/p>\n<p>Im Gegensatz hierzu ist das medizinische Modell mit dem \u201etwo track aprroach\u201c in Verbindung zu bringen. Dabei wird eine Vielzahl an Beschulungsformen angeboten die SuS mit einer \u201eBehinderung\u201c durch separate \u201ePflege\u201c und \u201eHeilung\u201c eine Eingliederung in die Gesellschaft garantieren sollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In meiner Zeit in der Grundschule in Niedersachsen war ich Teil eines Jahrgangs bei dem es eine sogenannte \u201eCo-op\u201c Klasse gab \u2013 also eine Kooperationsklasse, die in F\u00e4chern wie Sport, Musik, Werken, Kunst und Textil mit den anderen beiden Klassen des Jahrgangs mit unterrichtet wurden. Diese Klasse bestand aus SuS mit unterschiedlichen k\u00f6rperlichen oder geistigen Beeintr\u00e4chtigungen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde diese Ma\u00dfnahme dem \u201eParallelsystem\u201c also dem \u201etwo track approach\u201c zu ordnen wenngleich einige F\u00e4cher gemeinsam unterrichtet wurden. Die SuS der \u201eCo-op\u201c Klasse wurden soweit ich mich Erinnere von geschulten Lehrkr\u00e4ften unterrichtet und betreut.<\/p>\n<p>Als damals unaufgekl\u00e4rter und unreflektierter Grundsch\u00fcler hatte ich ehrlich gesagt gegen solch eine Art von Unterricht in dem ich mit \u201eBehinderten\u201c arbeite eher eine Abneigung gegen\u00fcber. Doch dank guter Erziehung war ich von Beginn an freundlich und habe schnell gemerkt, dass diese SuS der \u201eCo-op\u201c Klasse auch \u201enur\u201c Kinder sind die zur Schule gehen, mit dem Unterschied, dass sie Beeintr\u00e4chtigungen haben f\u00fcr die sie nichts k\u00f6nnen. Ich habe mich somit schnell an diese Art von Ma\u00dfnahme gew\u00f6hnt und muss im Nachhinein sagen, dass es pr\u00e4gende Erfahrungen sowie bewegende Momente gab, die man so nicht im Schulalltag mitbekommt. Es hat uns SuS die M\u00f6glichkeit gegeben beiderseitige Erfahrung zu sammeln die alles SuS zu Gute kamen.<\/p>\n<p>Ich stelle es mir vor allem sehr interessant vor in so einer Umgebung oder \u00e4hnlicher wie in meiner Grundschulzeit die Observationsrolle zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re interessant als Au\u00dfenstehender zu beobachten \u201ewie\u201c und auf \u201ewelche Art und Weise\u201c SuS sich untereinander kennen lernen, helfen, verstehen, kritisieren oder zusammenarbeiten. Mit Hauptaugenmerk auf das beiderseitige Interesse und auch m\u00f6glichen didaktischen Hilfen der Lehrkr\u00e4fte im Hinblick auf Segregation Integration und Inklusion. Die Art und Weise wie die Lehrkraft die heterogenen Gruppen zu einander f\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meint Inklusion wirklich alle? Hinter dieser Fragestellung verbirgt sich eine komplexe Diskussion die von allen deutschen Bundesl\u00e4ndern verschieden behandelt wird. 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