{"id":570,"date":"2020-05-20T20:18:19","date_gmt":"2020-05-20T18:18:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/?p=570"},"modified":"2020-09-15T10:17:14","modified_gmt":"2020-09-15T08:17:14","slug":"die-columbuskaje-kaje-der-traenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/05\/20\/die-columbuskaje-kaje-der-traenen\/","title":{"rendered":"Die Columbuskaje &#8211; Kaje der Tr\u00e4nen"},"content":{"rendered":"<p>(Beitrag von Dorothee Herdtweck &amp; Seher Sarig\u00fcl)<\/p>\n<p>Die Geschichte des Wahrzeichen Bremerhavens beginnt im Jahre 1861. Zu dieser Zeit ist die <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/05\/05\/lerneinheit-2-die-geschichte-des-norddeutschen-lloyd\/\">Norddeutsche Lloyd (NDL)<\/a> f\u00fcr den Auswandererverkehr bekannt. Bereits zwischen 1861 und 1869 wurden neun eiserne Schraubendampfer vom NDL f\u00fcr den Transfer von Menschen nach Nordamerika bestellt. Der Lloyd lie\u00df 1869 f\u00fcr die \u201eAbfertigung\u201c der Passagiere eine Wartehalle mit Bahnanschluss an der Westkaje des neuen Hafens anfertigen. In den Jahren 1872 bis 1876 folgte dann der Kaiserhafen, welcher durch eine Schleuse mit dem neuen Hafen verbunden wurde. Da die neuen Lloyd Dampfer immer gr\u00f6\u00dfer wurden und ihre Zahl weiter anstieg, wurde im Jahr 1881 die halbrunde Ostkaje des Kaiserhafens gegen\u00fcber der Schleuse zur\u00fcckgenommen (Focke\/Peters 2015: 7).<!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_573\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-573\" class=\"size-medium wp-image-573\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-2-300x194.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-2-300x194.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-2-1024x663.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-2-768x497.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-2-463x300.jpg 463w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-2.jpg 1428w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-573\" class=\"wp-caption-text\">An der westlichen Vorhafenkaje der Gro\u00dfen Kaiserschleuse hat um 1910 die luxuri\u00f6s ausgestattete PRINZ FRIEDRICH WILHELM des NDL festgemacht. Der fast 187 Meter lange Zweischornsteiner war der bis dahin gr\u00f6\u00dfte Neubau der Tecklenborg-Werft in Geestem\u00fcnde und bediente ab Sommer 1908 die Route Bremerhaven-New York. \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 (Quelle: Focke 2015: 12)<\/p><\/div>\n<p>Da die Schiffe ohne Schleuse und bei gleich hohem Wasser nur Fahrten zwischen der Weser und dem Hafenbecken des neuen Hafens \u201ef\u00fchren\u201c konnten, wurde \u00f6fter an der s\u00fcdlichen Vorhafenkaje oder an der Weserkaje, vor der heute stehenden Strandhalle, angelegt (Focke\/Peters 2015: 7). Die bisherigen Hafenanlagen konnten dem steigenden Wachstum des Fahrgast- und Auswandererverkehrs zwischen Bremen \u00fcber Bremerhaven nicht standhalten. Dadurch, dass die neuesten Lloyd Dampfer ebenfalls die Kaiserschleuse nicht mehr passieren konnten, wurde dementsprechend im Strom be- und entladen. Aus diesem Grunde schlug der NDL einen gr\u00f6\u00dferen schleusenfreien Hafen mit Anlegebr\u00fccken nah am Weserfahrwasser vor. Diese Idee konnte vorerst nicht durchgesetzt werden, da es technisch nicht realisierbar war. Deshalb wurden die Dampfer vorerst auf der oldenburgischen Weserseite in Nordenham verlagert, wodurch der Nordamerika-Verkehr dort von 1890 bis 1897 vollzogen wurde (Focke\/Peters 2015: 7). Im Jahre 1897 war der neue und erweiterte Kaiserhafen fertig. Erst nach der gr\u00f6\u00dferen Kaiserschleuse kehrten die NDL-Liner nach Bremerhaven zur\u00fcck. Zwischen 1897 und 1907 waren die Nordatlantik-Schnelldampfer, wie \u201eDER GROSSE\u201c oder \u201eKAISER WILHELM\u201c an der Spitze und geh\u00f6rten zu den schnellsten Schiffen zwischen Europa und den USA. Sie erm\u00f6glichten, \u00e4hnlich wie der neue Hafen, eine Verkn\u00fcpfung von Z\u00fcgen und Schiffen. Dies erleichterte f\u00fcr die Passagiere das Be- und Aussteigen, sowie das Beladen der Schiffe. Dies war der Vorreiter der Jahrzehnte sp\u00e4ter geplanten Columbuskaje. Bei kontinuierlich steigender Anzahl des Passagier- und Warenverkehrs forderte der NDL Bremen dazu auf, eine Gebietserweiterung zu errichten, um den Hafen ausbauen zu k\u00f6nnen.\u00a0 Die Verwendung der Kohle konnten die NDL Dampfer ab 1909 an dem Kaiserhafen III \u00fcbernehmen. 1916 musste der Bau der Nordschleuse kriegsbedingt unterbrochen werden, die Planung wurde jedoch 1923, trotz der wirtschaftlichen Inflation, fortgef\u00fchrt und 1927 wurde schlussendlich auch der Bau weitergef\u00fchrt (Focke\/Peters 2015: 8).<\/p>\n<div id=\"attachment_580\" style=\"width: 424px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-580\" class=\" wp-image-580\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/lageplan-300x139.jpg\" alt=\"\" width=\"414\" height=\"200\" \/><p id=\"caption-attachment-580\" class=\"wp-caption-text\">Der Lageplan zeigt links den Vorhafen der Kaiserschleuse mit der bisherigen Lloydhalle, dar\u00fcber die zur\u00fcckspringende Seeb\u00e4derkaje und in der Planmitte den neuen Columbusbahnhof. (Quelle: Focke 2015: 21)<\/p><\/div>\n<p>1923 wurde die Entscheidung gef\u00e4llt, die Bremerhavener Fahrgastanlagen zu erweitern. Es sollte eine Kaimauer am offenen Weserstrom, n\u00f6rdlich der bisherigen Kaiserkaje entstehen. Zeitgleich wurde eine zweite Schleuse gebaut, wobei die gesamte Planung das neue Flaggschiff des NDL, die COLUMBUS, welches 1924 in Dienst ging, ber\u00fccksichtigt wurde. Durch die Bestellung der beiden Turbinen-Schnelldampfer BREMEN und EUROPA musste die Au\u00dfenweser vertieft werden, da sonst kein Anlanden m\u00f6glich gewesen w\u00e4re (Focke\/Peters 2015: 19). Bremerhaven stand als Auswandererhafen von jeher immer in Konkurrenz zu Hamburg, welches seine H\u00e4fen kontinuierlich modernisierten. Trotz des R\u00fcckgangs der Passagieruahlen aufgrund der US-Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen in den 1920er Jahren wurde 1924 mit dem Bau der Columbuskaje begonnen. Sie wurde zu Ehren des Entdeckers von Amerika und nach dem Flaggschiff des NDL (COLUMBUS) benannt. Die Columbuskaje hatte 1000 Meter L\u00e4nge und ruhte auf 12.500 Baupf\u00e4hlen und wurde 1925 weitestgehend fertiggestellt (Focke\/Peters 2015: 19). Nach dem Vorbild der Gro\u00dfen Kaiserschleuse wurde direkt an die Kaje von 1926 bis 1927 ein Bahnhof gesetzt, damit die G\u00e4ste direkt aus dem Zug das Schiff besteigen konnten und somit lange Wege vermieden werden konnten. Dadurch wurde auch das Beladen der Schiffe einfacher (Focke\/Peters 2015: 19). 1927 kurz vor der feierlichen Er\u00f6ffnung an der Jahrhundertfeier Bremerhavens, welche mit der Ankunft der Columbus vonstattengehen sollte, brach die Kaimauer auf 100 Meter weit ein, wodurch die Einweihung der Kaje auf 1928 verschoben worden war. Die Verst\u00e4rkung in Form einer metallenen Spundmauer kostete 2,7 Millionen Reichsmark (Hartog 2008: 24). Von 1927 bis 1931 wurde mit dem Bau der Nordschleuse begonnen, welche ein Vorhafen, Kammer, Wendebecken, eine Drehb\u00fchne f\u00fcr den Schienen und Stra\u00dfenverkehr und Betriebsgeb\u00e4ude umschloss. Ebenso wurde 1930 und 1931 das Kaiserdock II auf 335 Meter verl\u00e4ngert. Damit waren bis zum 2. Weltkrieg alle Umbauma\u00dfnahmen abgeschlossen und Columbuskaje war der Dreh- und Angelpunkt im Linienverkehr zwischen Nordamerika und Europa. (Focke\/Peters 2015: 19)<\/p>\n<div id=\"attachment_582\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-582\" class=\"size-medium wp-image-582\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-8-250x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-8-250x300.jpg 250w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-8-855x1024.jpg 855w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-8-768x920.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-8.jpg 1142w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><p id=\"caption-attachment-582\" class=\"wp-caption-text\">Abfahrten der gro\u00dfen Passagierschiffe waren besonders in den 1950er-Jahren attraktive Ereignisse, bei denen wie hier von der BERLIN des NDL oft Tausende an die Columbuskaje gelockt wurden. (Quelle: Focke 2015: 66)<\/p><\/div>\n<p>Am 18.September 1944 wurden die Lloydhalle zwischen dem Vorhafen und der Seeb\u00e4derkaje, der Columbusbahnhof sowie die \u00d6lbunker an der Columbuskaje durch Luftangriffe zerst\u00f6rt (Focke\/Peters 2015: 35; Hartog 2008: 31). Die Dockh\u00e4fen der Nord- und Kaiserschleuse hatten jedoch weniger abbekommen und dienten nach Kriegsende zur Nachschubversorgung der amerikanischen Streitkr\u00e4fte, wobei diese ebenso de Columbuskaje beschlagnahmten (Hartog 2008: 31). Von 1945 bis 1950 bestand der einzige Passagiertransport daher haupts\u00e4chlich aus amerikanischen Truppen und \u201eDisplaced Persons\u201c, welche durch den Krieg ihre Heimat verloren hatten und in Amerika oder Kanada neu anfangen wollten (Focke\/Peters 2015: 35). Daher tr\u00e4gt die Kaje auch ihren Zweitnamen: &#8222;Die Kaje der Tr\u00e4nen.&#8220; Dort konnte man immer jemanden mit Tr\u00e4nen in den Augen treffen, ob zum Abschied in Trauer, da man die geliebte Heimat verlie\u00df oder auch Tr\u00e4nen der Gl\u00fcckseligkeit, da man mit neuer Hoffnung auf einen Neuanfang in einer fremden Welt blicken konnte. Da die Lloydhalle im Krieg zerst\u00f6rt wurde baute Bremerhaven eine Holzhalle auf dem Platz der zerst\u00f6rten Lloydhalle am Vorhafen der Kaiserschleuse. Diese bestand komplett aus Holz, war 2500 m\u00b2 gro\u00df und kostete 2,5 Millionen DM (Focke\/Peters 2015: 35). Durch die Aufhebung des Auswanderungsverbots der Alliierten 1950 wurde Bremerhaven wieder zu einem Auswandererhafen f\u00fcr ganz Europa. Da die Liegenschaften nicht ausreichten, wurde die westliche Vorhafenkaje der Kaiserschleuse 1951 verst\u00e4rkt und es entstand ein 250 Meter langer neuer Liegeplatz f\u00fcr Passagierschiffe (Hartog 2008: 34).<\/p>\n<div id=\"attachment_586\" style=\"width: 363px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-586\" class=\" wp-image-586\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-6-300x148.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"181\" \/><p id=\"caption-attachment-586\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf die Columbuskaje von S\u00fcden. Vorn die Zufahrt zur Kaiserschleuse, in der linken Bildmitte die alte Lloydhalle, hinten rechts die \u00dcberseeh\u00e4fen in ihrem gesamten Ausma\u00df. Vor der Abfertigungshalle hat die BREMEN festgemacht; am linken oberen Bildrand befindet sich die Einfahrt zur Nordschleuse. \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 (Quelle: Focke 2015:27)<\/p><\/div>\n<p>1952 wurde ein neuer Seebahnhof in Planung gegeben. Dieser kostete 13 Millionen DM (f\u00fcnf-mal so viel wie die Zollabfertigungshalle von 1950) und schloss an die Fahrgasthalle der h\u00f6lzernen Zollabfertigung der Vorhafenkaje an (Focke\/Peters 2015: 45). Der erste Passagierdampfer, der lediglich Linienfahren machte und welcher nach dem 2. WK an der Columbuskaje andockte, war die UNITED STATES im Januar 1953. Ein Jahr sp\u00e4ter legte mit der GRIPSHOLM (ab 1955 BERLIN) das erste deutsche Schiff an der Columbuskaje an. Die Leitungsf\u00e4higkeit der Columbuskaje und dem neuen Columbusbahnhofs zeigte sich das erste- und zugleich letzte Mal 1954, als an einem Tag sieben Passagierschiffe mit insgesamt 3700 Menschen abgefertigt wurden (Focke\/Peters 2015: 45). Von 1954 bis 1956 wurden an der Columbuskaje insgesamt 232.343 Auswanderer gez\u00e4hlt, wobei der H\u00f6hepunkt 1956 mit 87.914 Emigranten lag (Focke\/Peters 2015: 45). Ende der 1950er Jahre spielte das Auswandern \u00fcber Bremerhaven jedoch kaum noch eine entscheidende Rolle mehr. Ein kleiner H\u00f6hepunkt zum Ende war jedoch, dass am 1. Oktober 1958 Elvis Presley unter Jubelgesang seiner Fans als GI in Bremerhaven von Board ging. An dieses Ereignis erinnert bis heute noch eine Metalltafel, die an der Kaje eingelassen worden ist. Im Jahr 1958 wurde trotz des sinkenden Passagierschiffverkehrs ein 2. Passagierterminal f\u00fcr 21,1 Millionen DM gebaut, welcher 1962 betriebsbereit war, der Columbusbahnhof II\u00a0(Focke\/Peters 2015: 75).<\/p>\n<div id=\"attachment_587\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-587\" class=\"size-medium wp-image-587\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-9-300x183.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-9-300x183.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-9-1024x624.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-9-768x468.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-9-492x300.jpg 492w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-9.jpg 1418w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-587\" class=\"wp-caption-text\">Am 1. Oktober 1958 betrat Rock`n-Roll-Star Elvis Presley als GI auf der Columbuskaje deutschen Boden, bejubelt von tausenden Fans. Presley kam mit dem Truppentransporter USS GENERAL G.M. RANDALL aus New York. Die 61. Army-Band begr\u00fc\u00dfte ihn und seine Kameraden mit dem Lied &#8222;In M\u00fcnchen steht ein Hofbr\u00e4uhaus&#8220;. (Quelle: Focke 2015:69)<\/p><\/div>\n<p>Das mehrgeschossige Abfertigungsgeb\u00e4ude aus Stahlbeton wurde in den Zeitungen gefeiert und hoch angesehen. Allerdings wurde der neue Columbusbahnhof II kaum genutzt. Die erste F\u00e4hrverbindung zwischen Gro\u00dfbritannien und Deutschland f\u00fchrte die PRINS HAMLET durch. Das F\u00e4hrschiff konnte durch eine bewegliche Rampe Autos auf mehreren Ebenen transportieren (Focke\/Peters 2015: 75). Durch den hohen Erfolg wurde der F\u00e4hrdienst im Winter mit der VIKING III weiter genutzt (Focke\/Peters 2015: 75). Im Jahre 1966 wechselte die PRINS HAMLET nach Hamburg, sodass die Linie in Bremerhaven im Sommer nicht mehr genutzt werden konnte und der Pendelverkehr zwischen England und Deutschland sich nach Hamburg verlagerte. Dadurch kam es in Bremerhaven zu immer weniger Buchungen, wodurch die Bremerhavener Linie 1982 eingestellt wurde (Focke\/Peters 2015: 75).<\/p>\n<p>Schon im Jahre 1969 verl\u00e4sst die UNITED STATES die Columbuskaje, sowie 1964 die AMERICA. Dadurch, dass die riesigen Liner Bremerhaven nicht mehr anfuhren, folgte eine Ruhephase an der Columbuskaje, woraus folgte, dass der sowieso schon ausged\u00fcnnte Transatlantikverkehr am 22.Dezember 1971 in Bremerhaven endete. Dieses Datum signalisierte nicht nur den Schlusspunkt der Linienfahrten, sondern ebenso das Ende einer Epoche der Schifffahrtsgeschichte in Bremerhaven. Im Oktober 1973 wurde der Columbusbahnhof I abgerissen, da Platz f\u00fcr eine St\u00fcckguthalle ben\u00f6tigt worden war (Focke\/Peters 2015: 97). \u201eEinen Tag nach dem endg\u00fcltigen Beschluss zum Abriss des Columbusbahnhofs I verlie\u00df am 17. Mai 1974 die BRITANIS der Chandris-Reederei als letztes Auswandererschiff Bremerhaven.\u201c (Focke\/Peters 2015: 76). Bremerhaven entfernte sich immer mehr von der Bezeichnung als \u201eAuswandererstadt\u201c, die sich 140 Jahre trug. Vieles ver\u00e4nderte sich in den Jahren und schlussendlich wurde der Columbusbahnhof II 2000-2003 zu einem modernen Kreuzfahrt-Terminal namens Columbus Cruise Center Bremerhaven umgebaut, um sich an Kreuzfahrtmarkt zu beteiligen und den Passagierhafen zu st\u00e4rken (Focke\/Peters 2015: 97).<\/p>\n<div id=\"attachment_588\" style=\"width: 422px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-588\" class=\" wp-image-588\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/bild-12-300x230.jpg\" alt=\"\" width=\"412\" height=\"319\" \/><p id=\"caption-attachment-588\" class=\"wp-caption-text\">Dieses Bild zeigt den Zustand nach dem 1.September 1975, als die St\u00fcckguthalle nach einem Jahr Bauzeit in Betrieb ging. Seitdem ist die attraktive Landzunge im S\u00fcden f\u00fcr das Publikum nicht mehr zug\u00e4nglich. Die Fahrgastanlage II (links oben) blieb in ihrer urspr\u00fcnglichen Form erhalten. \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 (Quelle: Focke 2015:103)<\/p><\/div>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Hartog, Arno (2008): Bremerhavens Tor zur Welt: 80 Jahre Columbuskaje Bremerhaven. Bremen: Edition Temmen.<\/li>\n<li>Focke, Harald \/ Peters, Dirk J. (2015): Die Columbuskaje in Bremerhaven. Erfurt: Sutton Verlag.<\/li>\n<li>Schwerdtfeger, Hartmut \/ Kiedel, Klaus-Peter (2002): Zeitsprung:1877 \u2013 2002 BLG Logostig Group. Delmenhorst: Aschenbeck&amp;Holstein, S. 101-105.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Beitrag von Dorothee Herdtweck &amp; Seher Sarig\u00fcl) Die Geschichte des Wahrzeichen Bremerhavens beginnt im Jahre 1861. Zu dieser Zeit ist die Norddeutsche Lloyd (NDL) f\u00fcr den Auswandererverkehr bekannt. 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