{"id":1582,"date":"2020-07-22T15:24:53","date_gmt":"2020-07-22T13:24:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/?p=1582"},"modified":"2020-07-26T14:33:32","modified_gmt":"2020-07-26T12:33:32","slug":"aufarbeitung-der-bremer-kolonialgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/07\/22\/aufarbeitung-der-bremer-kolonialgeschichte\/","title":{"rendered":"Aufarbeitung der Bremer Kolonialgeschichte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Bremen spielte eine wichtige Rolle im deutschen <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/07\/01\/lerneinheit-11-kolonialismus-postkoloniale-perspektiven\/\">Kolonialismus<\/a>. Bremer <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/04\/26\/lerneinheit-2-hafengeschichten\/\">Kaufleute<\/a> wie Adolf L\u00fcderitz und Heinrich Vogelsang waren stark in den Kolonialhandel involviert. Au\u00dferdem war Bremen als Hafenstadt generell ein zentraler wirtschaftlicher Akteur (buten un binnen 2019) und Umschlag- und Veredlungsort von kolonialen Waren wie Baumwolle, <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/07\/22\/kaffee-vom-monopol-mokkas-zum-kolonialen-exportschlager\/\">Kaffee<\/a> und <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/07\/22\/koloniale-produkte-tabak\/\">Tabak<\/a>. Der vom Bremer Hermann Heinrich Meier (nach dem bis heute die H.-H.-Meier-Allee benannt ist) mitgegr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/05\/05\/lerneinheit-2-die-geschichte-des-norddeutschen-lloyd\/\">Norddeutsche Lloyd<\/a> (baute au\u00dferdem die Verbindung nach West- und S\u00fcdafrika aus und legte damit die Basis f\u00fcr die systematische Unterwerfung der dortigen Bev\u00f6lkerung (buten und binnen 2019). Daher war es kein Zufall, dass im Jahr 1931 das Reichskolonialehrendenkmal (Gustafsson 2003: 308) \u00a0&#8211; heute das Antikolonialdenkmal \u2013 in Bremen errichtet wurde. W\u00e4hrend des NS-Regimes trug Bremen sogar den Titel <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/2020\/07\/22\/postkoloniale-perspektiven-auf-die-bremer-haefen\/\">\u201eStadt der Kolonien\u201c<\/a>, was der Bedeutung der Stadt im deutschen Kolonialismus Ausdruck verleihen sollte. Im Folgenden wird der Stand der Aufarbeitung der Bremer Kolonialvergangenheit dargestellt, wobei der besondere Fokus auf dem \u201eBremischen Erinnerungskonzept Kolonialismus\u201c liegt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Anf\u00e4nge der Aufarbeitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Seit den 1970\/80ern haben sich bremische Kultureinrichtungen, allen voran das \u00dcbersee-Museum mit dem Thema der deutschen und bremischen Kolonialgeschichte besch\u00e4ftigt. Neben dem Staatsarchiv wirkte das \u00dcbersee-Museum beispielsweise an der Entstehung des Buchs \u201eWei\u00df auf schwarz. 100 Jahre Einmischung in Afrika. Deutscher Kolonialismus und afrikanischer Widerstand\u201c (Bremische B\u00fcrgerschaft 2018) mit. In den 1980ern engagierten sich zudem Gruppierungen wie die Anti-Apartheid-Bewegung und das Namibia Projekt (Gustafsson 2003: 429) in der Thematik und somit wurden breite Bremer Bev\u00f6lkerungsschichten mit der Rolle Bremens im Kolonialismus konfrontiert. Diskurse \u00fcber die Verantwortung und den Umgang Bremens mit seiner Geschichte keimten auf. Der zentral in der Stadt stehende Elefant geriet immer st\u00e4rker in den \u00f6ffentlichen Diskurs und die B\u00fcrgerschaft beschloss im Jahr 1989 auch im Kontext der europ\u00e4ischen Aktion \u201eSt\u00e4dte gegen\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Apartheid\">Apartheid<\/a>\u201c das Denkmal in ein Antikolonialdenkmal umzuwidmen. Im M\u00e4rz 1990 erlangte Namibia dann die Unabh\u00e4ngigkeit und Bremen \u201efeierte\u201c mit. Seit dem Jahr 2001 ist Bremen eine Partnerstadt von Namibias Hauptstadt Windhoek.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>\u201eBremisches Erinnerungskonzept Kolonialismus\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Februar 2016 beschloss die Bremische B\u00fcrgerschaft auf Antrag des B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen und der SPD ein \u201eBremisches Erinnerungskonzept Kolonialismus\u201c. Der Antrag nahm insbesondere Bezug auf den V\u00f6lkermord an den Herero und Nama in den Jahren 1904 bis 1908. Das damalige Gebiet der Herero und Nama hatte der bereits erw\u00e4hnte Adolf L\u00fcderitz durch einen unlauteren Vertrag im Jahr 1884 in Besitz genommen. Beim Genozid wurden ca. 85.000 Herero und Nama (Spiegel 2015) von deutschen Truppen get\u00f6tet. Lange Zeit hatte die deutsche Bundesregierung keine Stellung zu diesen Verbrechen genommen und im Jahr 2012 sogar ein<\/p>\n<div id=\"attachment_1588\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1588\" class=\" wp-image-1588\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/0001-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"377\" \/><p id=\"caption-attachment-1588\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Antrag von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen und SPD zum Bremischen Erinnerungskonzept Kolonialismus. Quelle: Bremische B\u00fcrgerschaft 2016<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">en V\u00f6lkermord negiert.\u00a0 Erst im Jahr 2015, mehr als 100 Jahre nach den Gr\u00e4ueltaten, sprach die deutsche Bundesregierung erstmals von einem \u201eKriegsverbrechen und V\u00f6lkermord\u201c (Spiegel 2015). Entsch\u00e4digungs-zahlungen lehnt die Bundesrepublik allerdings weiterhin ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Erkl\u00e4rtes Ziel des Bremischen Erinnerungskonzept Kolonialismus ist die Aufarbeitung der Rolle Bremens im deutschen Kolonialismus und der bis in heute bestehenden Folgen. In Folge der Annahme des Antrages wurde eine Gespr\u00e4chsrunde unter dem Namen \u201eKoloniales Erbe\u201c initiiert, die in den Jahren 2017 bis 2019 insgesamt vier Mal stattfand. In diesen Gespr\u00e4chs-runden wurde u.a. der Status Quo der Aufarbeitung, Bildungs- und Auf-kl\u00e4rungsangebote von Bremer Akteur*innen, die zuk\u00fcnftige Bildungspolitik und viele weitere Punkte besprochen und dokumentiert. In den Gespr\u00e4chsrunden sind durchaus viele gute Handlungs-ans\u00e4tze und Handlungsempfehlungen entstanden, jedoch wurde f\u00fcr deren Um-setzung kein konkreter Zeitplan erstellt. Auch eine \u00dcberpr\u00fcfung der angestrebten Ziele fehlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Stra\u00dfennamen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Aspekt, der ebenfalls im Bremischen Erinnerungskonzept niedergeschrieben und oftmals medial diskutiert wird, ist das Thema der Stra\u00dfennamen. Einige Bremer Stra\u00dfen sind bis heute nach Personen benannt, die sich durch den deutschen Kolonialismus bereicherten und\/oder brutale Verbrechen in dieser Zeit begingen. Bekanntestes Beispiel ist vermutlich die \u201eL\u00fcderitzstra\u00dfe\u201c im Bremer Stadtteil Schwachhausen. Gemeinsam mit dem ebenfalls aus Bremen stammendem Heinrich Vogelsang \u2013 nach dem bis heute ebenfalls eine Stra\u00dfe benannt ist \u2013 war L\u00fcderitz der erste deutsche Landbesitzer in der deutschen Kolonie Deutsch-Westafrika, dem heutigen Namibia. Bereits seit den 1970ern (Taz 2015, Gustafsson 2003) gab es Bestrebungen zur Umbenennung der Stra\u00dfe, die bis zum jetzigen Zeitpunkt aber keinen Erfolg hatten. Im Jahr 2018 wurde erneut intensiv \u00fcber eine Umbenennung diskutiert, jedoch wehrten sich gegen diese Ver\u00e4nderung vor allem die Anwohner*innen der Stra\u00dfe. Allgemein ist die Umbenennung einer Stra\u00dfe ein sehr langwieriger Prozess, bei dem den Bewohner*innen viel Mitspracherecht einger\u00e4umt wird. Ein neuer Stra\u00dfennahmen hat f\u00fcr die dort wohnenden Menschen relativ weitreichende Folgen, so m\u00fcssten alle Ausweisdokumente ge\u00e4ndert werden (was nat\u00fcrlich Kosten verursacht) als auch die neue Adresse im Umfeld der Anwohner*innen bekannt gemacht machen. Aufgrund des Widerstandes der\u00a0 Anwohner*innen behielt die \u201eL\u00fcderitzstra\u00dfe\u201c ihren Namen. Als ein Kompromiss bzw. ein Schritt der Aufkl\u00e4rung wurden unter den Stra\u00dfenschildern jedoch Tafeln angebracht, die \u00fcber den Namensgeber und dessen Verbrechen informieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_1584\" style=\"width: 375px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1584\" class=\" wp-image-1584\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/L\u00fcderitzstra\u00dfe-Petra-Stubbe-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"365\" height=\"247\" \/><p id=\"caption-attachment-1584\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: \u201eL\u00fcderitzstra\u00dfe\u201c im Stadtteil Schwachhausen. Quelle: Weser Kurier 2020 (Foto: Petra Stubbe)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein solches Anbringen von Infotafeln wurde auch bei weiteren Bremer Stra\u00dfennamen angewandt, so etwa bei der Hedwig-Heyl-Stra\u00dfe (Mitbegr\u00fcnderin des Frauenbundes im deutschen Kolonial-verein) oder auch bei der H.-H. Meier-Alle. Eine weitere Stra\u00dfe, die zwar nicht umbenannt, aber zumindest umgewidmet wurde, ist die Karl-Peters-Stra\u00dfe im Stadtteil Walle. Karl Peters (eigentlich Carl Peters) war ein deutscher Publizist und gilt als Gr\u00fcnder der Kolonie Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Gebiet von Tansania, Burundi, Ruanda und Mosambik. Eigentlich sollte die Stra\u00dfe umbenannt werden, allerdings sprachen sich bei einer Anwohner*innenbefragung nur 18 Anwohner*innen f\u00fcr und 36 Anwohner*innen gegen die Umbenennung aus (Weserkurier 2010). Und dies obwohl der sozialdemokratische Innensenator M\u00e4urer die kostenlose \u00c4nderung der Ausweisdokumente versprochen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Museen und Lehrpl\u00e4ne<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1585\" style=\"width: 337px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1585\" class=\" wp-image-1585\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/hafenblog\/files\/\u00dcbersee-Museum-Foto_Matthias-Haase-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"327\" height=\"222\" \/><p id=\"caption-attachment-1585\" class=\"wp-caption-text\"><strong>Abbildung 3: \u00dcbersee-Museum Bremen. Quelle: Mussen in Bremen (Foto: Matthias Haase)<\/strong><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u00dcber die infrastrukturellen Verbindungen zu den kolonisierten Gebieten sind auch unz\u00e4hlige kulturelle Objekte nach Europa und speziell nach Bremen verschifft worden (buten un binnen 2019), so dass auch heute noch ethnografische Sammlungen in Bremen zu finden sind, wie etwa im \u00dcbersee-Museum. Das 1896 er\u00f6ffnete Museum trug auf Beschluss des Bremer Senats in der Zeit zwischen 1935 \u2013 1945 sogar den Namen \u201eDeutsches Kolonial und \u00dcbersee-Museum\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Rund 70 % der ethnologischen und naturkundlichen Sammlungen des \u00dcbersee-Museums (Weser Kurier 2018) stammen aus den ehemaligen deutschen Kolonien. Im \u00dcbersee-Museum sind seit ein paar Jahren allerdings durchaus Bem\u00fchungen und auch konkrete Taten in der Aufarbeitung der eigenen kolonialen Vergangenheit und kolonialen Vergangenheit Bremens wahrzunehmen.\u00a0 Seit 2016 untersucht das Museum in einem vierj\u00e4hrigen Projekt gemeinsam mit drei Forschenden der Universit\u00e4t Hamburg die Herkunft und Geschichte der Sammlungen aus Kamerun, dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika (dem heutigen Tansania, Ruanda und Burundi) und Deutsch-S\u00fcdwestafrika (dem heutigen Namibia). Au\u00dferdem finden seit ein paar Jahren Museumgespr\u00e4che, Vortr\u00e4ge und Ausstellungen zum Thema deutscher Kolonialismus statt. Eine digitale Ausstellung, die ihr noch bis November 2020 sehen k\u00f6nnte ist <a href=\"http:\/\/guide.uebersee-museum.de\/index.html#\/_\/page\/3647?backToPath=%2F_%2Fpage%2F4002\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eAus den Augen? Postkoloniale Fragemente\u201c<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Studierende der Universit\u00e4t Bremen treten mit einer Figur aus einer ehemaligen deutschen Kolonie in Ozeanien in den Dialog und die Gruppe der Studierenden hinterfragt kritisch die koloniale Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (\u00dcbersee-Museum). Auch andere Bremer Museen haben sich mit der Kolonialvergangenheit auseinandergesetzt, so hat sich die Kunsthalle Bremen im Jahr 2017 mit der Ausstellung \u201eDer blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit\u201c der Herkunft von ihren Kunstgegenst\u00e4nden und deren kolonialen Zusammenh\u00e4ngen gewidmet.\u00a0Laut der Bremer Wissenschaftlerin Cordula Wei\u00dfk\u00f6ppel konzentriert sich beispielsweise das Hafenmuseum eher auf die nachkoloniale \u00c4ra (buten und binnen 2019) und die \u201eVerstrickung der Hafenentwicklung mit dem Kolonialismus\u201c (buten und binnen 2019) wird eher vernachl\u00e4ssigt (Stand 2019). Cordula Wei\u00dfk\u00f6ppel kritisierte ebenfalls, dass Bremens Rolle im deutschen Kolonialismus im Lehrplan der Bremer Schulen nicht explizit auftauche. Im aktuellen Bildungsplan f\u00fcr die gymnasiale Oberschule (Sekundarbereich II) etwa ist nur an einer Stelle von der \u201eDekolonialisierung\u201c, dessen Untersuchung von Entstehung und Verlauf \u201ein besonderem Ma\u00dfe zu einem Verst\u00e4ndnis der Gegenwart bei[tr\u00e4gt]\u201c (Landesinstitut f\u00fcr Schule Bremen) die Rede und im vorherigen Sekundarbereich I taucht das Thema Kolonisierung gar nicht auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Akteure<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Bremen gibt es eine Vielzahl an Gruppierungen und Akteuren, besonders auch zivilgesellschaftliche, die sich in der Aufarbeitung und der Sichtbarmachung der Bremer Kolonialvergangenheit und Gegenwart engagieren. Beispiele sind das Afrika Netzwerk Bremen, Der Elefant oder auch die Organisation Decolonize Bremen, die Spazierg\u00e4nge durch Bremen veranstaltet und so auf die kolonialen Spuren aufmerksam macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Aktueller Stand und Bewertung <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im aktuellen Koalitionsvertrag des Bremer rot-gr\u00fcn-roten Senats ist nur an einer Stelle von der Kolonialzeit die Rede und das bereits bestehende Erinnerungskonzept wird erw\u00e4hnt. Dar\u00fcber hinaus wird auf das Fehlen eines zentralen Erinnerungsortes f\u00fcr die Opfer des Kolonialismus hingewiesen und mehr oder weniger der Plan f\u00fcr die Etablierung eines solchen Zentrums im Nelson-Mandela-Park angek\u00fcndigt, der allerdings im vagen \u201eWir wollen\u201c Stil verbleibt (Koalitionsvereinbarung 2019).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im \u201eBremer Erinnerungskonzept Kolonialismus\u201c kann ein durchaus ein politischer Wille zur Aufarbeitung gesehen werden, jedoch ist deutlich zu sagen, dass der Gro\u00dfteil der Aufarbeitungsarbeit allerdings von zivilen Akteur*innen geleistet wird. Cordula Wei\u00dfk\u00f6ppel stellte im vergangen Jahr fest, dass sich Bremen allgemein in der Aufarbeitung noch schwer tut (buten un binnen 2019). Der Anfang ist gemacht, aber die Aufarbeitung der dunklen Bremer Vergangenheit hat gerade erst begonnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Literatur:<\/p>\n<ul>\n<li>Gustafsson, Heinz (2003): Namibia, Bremen und Deutschland ein steiniger Weg zur Freundschaft. Delmenhorst: Aschenbeck &amp; Holstein Verlag<\/li>\n<li>Gerling, Anne (2010): Umstrittener Name. \u201eKarl-Peters-Stra\u00dfe\u201c bleibt. In: Weser Kurier am 7.1.2010. Text abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteile\/stadtteile-bremen-west_artikel,-KarlPetersStrasse-bleibt-_arid,41890.html\">https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteile\/stadtteile-bremen-west_artikel,-KarlPetersStrasse-bleibt-_arid,41890.html<\/a>(Zugriff am 6.7.2020)<\/li>\n<li>Landesinstitut f\u00fcr Schule Bremen <a href=\"https:\/\/www.lis.bremen.de\/schulqualitaet\/curriculumentwicklung\/bildungsplaene\/sekundarbereich_ii___allgemeinbildend-16698\">https:\/\/www.lis.bremen.de\/schulqualitaet\/curriculumentwicklung\/<\/a><a href=\"https:\/\/www.lis.bremen.de\/schulqualitaet\/curriculumentwicklung\/bildungsplaene\/sekundarbereich_ii___allgemeinbildend-16698\">bildungsplaene\/sekundarbereich_ii___allgemeinbildend-16698<\/a> (Zugriff am 6.7.2020)<\/li>\n<li>Bilanceri, Serena (2019): Forscherin: Bremen muss seine Kolonialgeschichte besser aufarbeiten. In: buten un binnen am 11. August 2010. Text abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/nachrichten\/politik\/aufarbeitung-deutscher-kolonialen-geschichte-bremen-namibia-herero-100.html\">https:\/\/www.butenunbinnen.de\/nachrichten\/politik\/aufarbeitung-deutscher-kolonialen-geschichte-bremen-namibia-herero-100.html<\/a> (Zugriff am 19.7.2020)<\/li>\n<li>Spiegel (2015). Deutsche Kolonialverbrechen. Bundesregierung nennt Herero-Massaker erstmals \u201eV\u00f6lkermord\u201c. In: Spiegel am 10.7.2015. Text abrufbar unter: <u><a href=\"https:\/\/www.spiegel.depolitik\/deutschland\/namibia-massaker-bundesregierung-spricht-von-voelkermord-a-1043117.html\">https:\/\/www.spiegel.depolitik\/deutschland\/namibia-massaker-bundesregierung-spricht-von-voelkermord-a-1043117.html<\/a><\/u>(Zugriff am 19.7.2020)<\/li>\n<li>Bundesregierung (2012): Deutschland hat keinen V\u00f6lkermord an den Herero und Nama begangen. Menschenrechte\/Antwort \u2013 21.08.2012. Text abrufbar unter: <u><a href=\"http:\/\/webarchiv.bundestag.de\/archive\/2013\/1212\/presse\/hib\/2012_08\/2012_367\/05.html\">http:\/\/webarchiv.bundestag.de\/archive\/2013\/1212\/presse\/hib\/2012_08\/2012_367\/05.html<\/a><\/u>(Zugriff am 19.7.2020)<\/li>\n<li>Vereinbarung zur Zusammenarbeit in einer Regierungskoalition f\u00fcr die 20. Wahlperiode der Bremischen B\u00fcrgerschaft 2019-2023 (2019). Text abrufbar unter: <u><a href=\"https:\/\/spd-land-bremen.de\/Binaries\/Binary_6302\/Koalitionsvereinbarung-RGR-2019-2023-mitU-final.pdf\">https:\/\/spd-land-bremen.de\/Binaries\/Binary_6302\/Koalitionsvereinbarung-RGR-2019-2023-mitU-final.pdf<\/a><\/u>(Zugriff am 19.7.2020)<\/li>\n<li>Weser Kurier (2018): Vorreiter aus Bremen. \u00dcbersee-Museum erforscht koloniales Erbe. In: Weser Kurier am 30.7.2018. Text abrufbar unter: <u><a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/bremen-stadt_artikel,-ueberseemuseum-erforscht-koloniales-erbe-_arid,1753648.html\">https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/bremen-stadt_artikel,-ueberseemuseum-erforscht-koloniales-erbe-_arid,1753648.html<\/a><\/u>(Zugriff am 20.7.2020)<\/li>\n<li>Zier, Jan (2015): Erben des Kolonialismus in Bremen: Saubere \u201eStadt der Kolonien\u201c. In: taz am 15.12.2015. Text abrufbar unter: <u><a href=\"https:\/\/taz.de\/Erbe-des-Kolonialismus-in-Bremen\/!5257406\/\">https:\/\/taz.de\/Erbe-des-Kolonialismus-in-Bremen\/!5257406\/<\/a><\/u>(Zugriff am 19.7.2020)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen spielte eine wichtige Rolle im deutschen Kolonialismus. Bremer Kaufleute wie Adolf L\u00fcderitz und Heinrich Vogelsang waren stark in den Kolonialhandel involviert. 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