Streit um Modernisierung der Stromkaje

Hafenbau ist eine teure Angelegenheit und die Mittel des Landes Bremens sind bekanntlich sehr begrenzt. Gleichzeitig erfordert das kontinuierliche Wachstum der Containerschiffe immer weitere Investitionen um im internationalen Hafenwettbewerb mitzuhlaten. Vor diesem Hintergrund streiten aktuell die Partner*innen der Bremischen Senatskoalition um die Frage, wieviel Geld das Land in die Modernisierung der Containerterminals an der Bremerhavener Stromkaje investieren sollen. Gerade weil es im Politifeld der Hafenpolitik meist einen hohen parteipolitischen Konsens gibt, ist öffentlich ausgetragener Dissenz aus politikwissenschaftlicher Perspektive besonders interessant. Wie der Weserkurier letzte Woche berichtete, sind sich v.a. SPD und Grüne unseins über die Notwendigkeit weiterer Investionenen.

Containerterminals an der Stromkaje | Foto: Ingo Wagner (dpa)

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Streik bei “Nordsee”

Der Arbeitskampf bei der Imbisskette “Nordsee” geht in die nächste Runde. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Mitarbeitenden der Unternehmenszentrale in Bremerhaven laut buten un binnen aufgerufen, in einen viertägigen Streik zu treten, nachdem es schon im Februar und August Warnstreiks gegeben hatte. In der Auseinadersetzung geht es um den Erhalt des Standortes Bremerhaven, der seit der Übernahme des Unternehmens 2018 durch die Investorengruppe Kharis Capital in Gefahr zu sein scheint. “Nordsee” wurde 1896 unter Führung von Adolf Vinnen in Nordenham als “Deutsche-Dampffischerei-Gesellschaft Nordsee” gegründet und eröffnete noch im selben Jahr das ein erstes Restaurant in Bremen. Seit Ende der 1950er Jahre wechselte das Unternehmen oft die Eigentümer*innnen, unter denen sich auch einige internationale Banken und Investoren fanden. Für den Fischereistandort Bremerhaven wäre die Standortverlagerung ein herber Schlag. Den 120 in der “Nordsee” Hauptverwaltung Beschäftigten droht in diesem Fall die Arbeitslosigkeit. Das wollen sie sich aber nicht so einfach gefallen lassen. Ausgang offen …

Streik bei Nordsee (Quelle: buten un binnen, 31.08.20)

Offshore-Windenergie in Bremerhaven

Ein Beitrag von Milan Boje und Thorben Sander

Bremen und Bremerhaven sind wichtige Träger für die deutsche Windkraftindustrie. Bereits in den 90er Jahren wurden die ersten Anlagen im Stadtstaat in Betrieb genommen. Mit den Plänen der Bundesregierung über die Energiewende nahm auch der Ausbau der Windindustrie in Bremen große Schritte an. Mittlerweile gibt es etwa 120 in Bremen ansässige Firmen aus dem Bereich Windenergie. Über die Hälfte davon alleine im Offshore Segment. Damit hat sich die Windindustrie in Bremen und vor allem die Offshore Windindustrie in Bremerhaven als eine der wichtigsten Standbeine der Wirtschaft entwickelt und erwartet in den folgenden Jahren im Zuge des Anlagenausbaus noch weiteres Wachstum.

Abb 1: Konstruktion einer Windkraftanlage im Windpark Alpha Ventus

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Podcast #8: Kooperation ist der neue Wettbewerb

von links nach rechts: Jannes Schulz, Jonas Pagels, Uwe Schmidt und ein netter älterer Herr, der unbedingt mit aufs Foto wollte.

Aufbauend auf unserem Blogbeitrag “Wilhelmshaven – Das neue Hamburg?” haben wir das Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt (SPD) gesucht. Uwe ist gelernter Hafenfacharbeiter und zog 2017 über das Direktmandat im Wahlkreis Bremen II – Bremerhaven in den Deutschen Bundestag ein. Hinsichtlich seiner Biographie, in der Häfen immer eine Rolle gespielt haben, setzt er sich dort natürlich stark für Hafenpolitik ein – unter anderem im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur.

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Auswandererhaus thematisiert Migrationskonflikte

Das Auswandererhaus in Bremerhaven beabsichtigt mit seinem zweiten Erweiterungs-bau, welcher 12 Mio. € kostet und von Bund und Land finanziert wird, Migrationskonflikte zu thematisieren und in diesem ein Bildungsinstitut zur Museumspädagogik für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung sowie ein Institut für Migrationsforschung (Academy of Comparative Migration Studies) einzurichten. Die geplante Eröffnung ist im Frühjar 2021.

Erweiterungsbau des Auswandererhauses (Quelle Radio Bremen)

Das Thema der Migration wurde auch schon hier auf dem Blog behandelt: Arbeitsmigration und Wandel in Gröpelingen oder Warum hat Bremen keine Chinatown? Weiterlesen

Unsichere Zukunft für die Bremerhavener Innenstadt

Wie wir schon in den Lerneinheiten 7 und 10 gesehen haben, ist die Stadtentwicklung Bremerhavens eng mit der Entwicklung der maritimen Wirtschaft und mit der Globalisierung verknüpft. Aber natürlich gibt es auch andere Einflussfaktoren. Aktuell wird in der Seestadt über die möglichen Folgen der Karstadt-Pleite für die Innenstadt diskutiert. Die Bremerhavener Filialen von Karstadt und Saturn im markanten Columbus Center sollen geschlossen werden, was Oberbürgermeister Grantz noch verhindern will. Damit würden nicht nur viele Menschen ihren Arbeitsplatz, sondern auch das Columbus Center und die Innenstadt vermutlich auch viele Besucher*innen verlieren. Es sind also kreative Ideen gefragt. Insgesamt gefährdet die Coronakrise die Erfolge des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Seestadt. Die Arbeitslosigkeit steigt hier seit einiger Zeit erneut, nachdem sie in den vergangen Jahren kontinuierlich gesunken war.

Werftstandort Bremerhaven: Die Rickmers Werft

Ein Beitrag von Denise Wächter und Paul-Theodor Pricop

Abbildung 1: Das Rickmers-Tor heute (Radio Bremen 2016)

Schauplatz Bremerhaven – Wir befinden uns auf der Grimsbystraße in Richtung Autobahnzubringer Bremerhaven-Mitte. Inmitten des dichten Verkehrs können wir auf der rechten Seite auf einer unscheinbaren Wiese ein riesiges weißes Tor entdecken. Es befindet sich ein großer Durchgang aus schwarzen schmiedeeisernen Gittern in der Mitte sowie rechts und links zwei kleinere. Diese scheinen aber zu keinem Ziel zu führen. Oberhalb dieser kleineren Eingänge ist eine grün-rot-weiße Flagge zu erkennen, auf der der Buchstabe „R“ abgebildet ist. Zwischen den beiden Flaggen sind zwei Jahreszahlen eingraviert: 1834 und 1857. Über ihnen thront die Inschrift „R.C. Rickmers“. Es wird deutlich: dieses Tor steht an diesem Ort schon eine ganze Weile und hat eine interessante Geschichte zu erzählen. In diesem Blogbeitrag erzählen wir euch mehr über die Familie Rickmers und ihrer Unternehmensgeschichte. Dabei wird auch die Frage beantwortet, was die verschiedenen Symbole auf dem Tor zu bedeuten haben. Weiterlesen

God Save the Trade: die Bremischen Häfen und der Brexit

Am 23. Juni 2016 wurde im Vereinigten Königreich das Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union angestrebt. Mit fast 51,9% (Cieschinger et al. 2019) der Stimmen wurde für den Austritt gewählt. Noch sind die Folgen die sich daraus ergeben ungewiss. Hiermit wird ein kurzer Überblick über mögliche Szenarien und damit Folgen für die Bremischen Häfen gegeben. Weiterlesen

Bedeutung & Bedrohung des Wattenmeers

Das Wattenmeer der Nordsee erstreckt sich über eine Strecke von ca. 450 Kilometern „von der niederländischen Stadt Den Helder im Westen über das deutsche Küs­tengebiet bis zum nörd­lich gelegenen Esbjerg in Dänemark“ (Delvaux de Fenffe 2020).

Karte Das Wattenmeer Weltnaturerbe. Quelle: Nationalpark Wattenmeer.

Mit einer Fläche von über 9.000 km² ist es das größte Wattenmeer der Welt (vgl. NABU [o.J.]). Seine Besonderheit erlangt das durch die Gezeiten geprägte, sen­sible Ökosystem jedoch nicht nur durch seine Größe. Die Halligen in Nordfriesland oder die typischen Salzwiesen verdeutlichen die Besonderheit und Einzigartigkeit der Region ebenso wie die dort vorherrschende Biodiversität. Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten sind im Wattenmeer anzufinden (BUND [o.J.]). Zudem ist es ein essenzieller Ort für über 10 Millionen Zugvögel pro Jahr, die auf ihren Flugrouten das reichhaltige Nahrungsangebot zum Rasten und Auffüllen der Energiereserven nutzen (Unesco [o.J.]). 2009 wurde das Wattenmeer der Nordsee daher aufgrund seiner ökologischen Relevanz und Einzigartigkeit von der UNESCO als Weltnaturerbe aufgenommen. Doch welche Rolle spielt das deutsche Wattenmeer im Kontext des Hafenseminars und der Schifffahrt und welche Auswirkungen lassen sich dabei identifizieren? Weiterlesen

Entstehung der Havenwelten & Reise durch das Klimahaus

Ein Beitrag von Denise Wächter & Franziska Jung

Abbildung 1: Die Havenwelten Bremerhaven (Bremerhaven.de)

Seit seinem 10 jährigen Bestehen im vergangenen Jahr konnte das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost – Hauptattraktion der Havenwelten – über 4 Millionen Besucher*innen (Presseinformation Klimahaus 2019) begrüßen. Das Erlebnis des Klimahauses scheint den Gästen viel wert zu sein. So nahmen 80 % der Besucher*innen eine Anfahrt von 4 Stunden für den Besuch in Kauf (Presseinformation Klimahaus 2019). Das Klimahaus ist ein Ort des maritim geprägten Stadtteils der Havenwelten Bremerhaven, der im Bereich des Alten und des Neuen Hafens liegt. Die an der Schwelle zum neuen Jahrtausend von Bremen und Bremerhaven beschlossenen Havenwelten folgen dem globalen Trend des waterfront-redevelopment (Berking/Schwank 2011: 72), also der Revitalisierung von brachgefallenen bzw. mindergenutzten Häfen- und Uferzonen. Weiterlesen

Podcast #4: Hochseefischerei

In der heutigen Podcast-Folge geht es um die Hochseefischerei – ebenfalls mit kurzem Blick auf die Piratenfischerei und auf das illegale Fischen. Außerdem thematisieren wir die enorm hohen Fischfangzahlen, wie diese seit gut 60 Jahren stetig steigen und wie diese Thematik mit Aquakulturen zusammenhängt. Viel Spaß beim Zuhören!

Wie steht ihr zur Massenfischerei und zu Aquakulturen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Weiterlesen

Die Bremer Hafeneisenbahn

Eine Hafenbahn durchquert den Industriehafen (Quelle: Mausolf 2010)

Als Bremische Hafeneisenbahn wird das Schienennetz bzw. die Eisenbahninfrastruktur in den bremischen Häfen bezeichnet. Für die Hafeneisenbahn ist die Senatorin für Wissenschaft und Häfen Claudia Schilling (SPD) verantwortlich, für die Planung, Neubauten oder Instandsetzungen ist die bremenports GmbH & Co. KG verantwortlich. Das gesamte Schienennetz der bremischen Hafeneisenbahn beträgt momentan 193 Kilometer, in denen mehr als 500 Weichen verbaut sind (Täglicher Hafenbericht 2020). In dem Netz eingeschlossen sind die Standorte Industriehafen, Überseestadt, Neustädter Hafen, das Güterverkehrszentrum (GVZ) und das Industriestammgleis Hemelingen in Bremen, sowie der Überseehafen in Bremerhaven (Wissenschaft & Häfen Bremen 2020). Insgesamt sind im Schienennetz sieben Bahnhöfe integriert. Das Schienennetz der Hafeneisenbahn ist mit dem Schienennetz der Deutschen Bahn verbunden, sodass die Waren und Güter problemlos außerhalb Bremens transportiert werden können. Weiterlesen

Wer sind die Betreiber der Container-Terminals in Bremerhaven?

Bremerhaven ist für seinen Automobil- und Containerhafen bekannt, ebenso wie für die Passagierschifffahrt und teilweise auch für den Umschlag von Früchten. Der Anblick der Hafenanlage ist bei jeden Besuch immer wieder faszinierend, dennoch gibt es eine wichtige Frage mit der es sich zu beschäftigen lohnt. Wer sind die Betreiber der Terminals, ohne die der Hafenbetrieb nicht möglich wäre? Über die Bedeutung des Containers für die Schifffahrt haben wir bereits in Lerneinheit 3 „Die Container-Revolution“, sowie in dem dazu passendem Blogbeitrag, mehr erfahren. In diesem Fall soll es eben wegen dieser Bedeutung, die auch für die bremischen Häfen enorm war, um die Betreiber der Container-Terminals in Bremerhaven gehen. Weiterlesen

Hafenkonversion als stadtplanerische Herausforderung – Das „Werftquartier“

Abbildung 1: Ausblick vom unter Denkmalschutz stehenden Helgen (Seestadt Bremerhaven 2019: 35)

Infolge des Strukturwandels erlitten einige Hafenbereiche einen erheblichen Bedeutungsverlust (Priebs 1998: 23). Daraufhin wurde das Erscheinungsbild fortan von Brachflächen, leeren Lagerhäusern, stillgelegten Docks, und verlassenen Vierteln in vielen Hafenstädten geprägt (Schubert 2008: 25). Zwar war diese Entwicklung mit einem massiven Verlust an Arbeitsplätzen verbunden, jedoch ergeben sich dadurch gleichzeitig Perspektiven für neue Nutzungen dieser Bereiche. Die Hafenareale sind durch ihre zentrale Lage und dem Vorhandensein von Wasserflächen besonders interessant für eine städtebauliche Entwicklung (Priebs 1998: 16). Dennoch blieben diese Potentiale für einen langen Zeitraum unausgeschöpft und erst in den 1980er Jahren stieg die Anzahl der Versuche einer Revitalisierung und Verknüpfung mit den benachbarten Stadtquartieren (Priebs 1998: 24). Beispiele dafür finden sich nicht nur in Bremen, sondern auch in Bremerhaven. Weiterlesen

Der Arbeitsalltag im Van Carrier

Die Erfindung des Containers zum Gütertransport revolutionierte die gesamte Hafen- und Schifffahrtsbranche und hatte damit einen großen Einfluss auf den weltweiten Handel. Neben der drastischen Reduktion der Kosten brachte die Containerisierung eine Vereinfachung des intermodalen Transports und die bessere Sicherung der Ladung mit sich (Baird 1996: 145). Mittlerweile ist die Transportbox nicht mehr aus dem Kreislauf der In- und Exporte wegzudenken. Blickt man zurück in das Jahr 1966, in dem die ersten Containerschiffe den Weg in die Häfen Europas fanden, zeigt sich, dass mit der Containerisierung die Erfindung weiterer neuer Technologien notwendig waren. Damals wurden die ersten Container noch mit bordeigenem Geschirr geladen und gelöscht. Danach wurden diese auf Trailern abgesetzt und verblieben dort bis zum Weitertransport. Sieben Jahre später ermöglichte die erste Containerbrücke im Neustädter Hafen das rasche und effiziente Laden und Löschen der anliegenden Containerschiffe (Mahlstedt 2014: 204). Roder spricht von einer „[…] neue[n] Ära, die mit der Errichtung der Containerbrücken begann [und] […] sich bei den […] Van Carriern fort[setzte]“ (2014: 197). Bei Letzteren handelt es sich um Portalhubwagen, mithilfe derer es möglich ist, die Container auf den Terminal zu transportieren und zu stapeln (Eurogate o. A.). Weiterlesen

Die Debatte über die Weservertiefung

Das Politikum „der Weservertiefung“ ist einem Großteil der bremischen Bevölkerung oberflächlich bekannt. Recherchiert man zum Thema in der Parlamentsdatenbank der Bremischen Bürgerschaft jedoch genauer, so bemerkt der/die Leser*In schnell, dass eine allgemeine Debatte über „die Weservertiefung“ nicht existiert. Viel mehr wird über die Vertiefung unterschiedlicher geographischer Abschnitte der Weser im einzelnen diskutiert: Die Vertiefung der Außenweser, der Unterweser und der Mittelweser. Der folgende Blogbeitrag verfolgt somit das Ziel, das Politikum insofern aufzubereiten, als dass dem/r Leser*In im Anschluss klar ist, an welchen Stellen der Weser aus welchen Gründen und mit welchen Interessen über eine Vertiefung des Flussbettes diskutiert wird. Hierzu werde ich zunächst den Flussverlauf der Weser sowie die politischen Zuständigkeiten der Teilstücke schildern und anschließend die Debatte über die Vertiefung der Außen- und Unterweser in der Bremischen Bürgerschaft entlang des zeitlichen Verlaufs nachzeichnen. Weiterlesen

Bremerhaven als nautisches Tor – eine Chance für den Tourismus?

(Quelle: Pigorsch 2015)

Die Bundesrepublik Deutschland ist Umfragen zufolge mit einem Marktanteil von 30 Prozent der Reisen das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Dabei wird jedoch nicht jedes Bundesland gleich viel bereist, sodass sich Divergenzen zwischen den Bundesländern ergeben (BMWi 2020). Während solche wie Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein sowie das Saarland die Inländerübernachtungen im Jahr 2016 bis zu teilweise 25,9 Prozent gegenüber des Jahres 2012 steigern konnten, zählt die Entwicklung der Übernachtungszahlen mancher Bundesländer wie Thüringen (+0,6 Prozent) oder Sachen (+1,9 Prozent) als unterdurchschnittlich (BMWi 2017: 8). Weiterlesen

Der ewige Plan – Offshore-Terminal Bremerhaven

Im Bereich der Hafenpolitik gibt es in Deutschland eine deutliche Zielsetzung: mehr nationale Kooperation. Mit der Aussicht, die Einflussnahme des Bundes bei der Hafenentwicklung zu stärken wurde am 17.06.2009 das nationale Hafenkonzept als politisches Grundsatzpapier verabschiedet (Krämer 2015, 100f.). Doch was bedeutet dieses theoretische Einvernehmen der Bundesländer für mehr länderübergreifende Kooperation in der Praxis? Bisher beschränkt sich das Ausmaß der deutschlandweiten Kooperation auf ein Mindestmaß und findet häufig im Bereich des Hafenmarketings statt, wo mit geringem Ressourcenaufwand eine verhältnismäßig hohe Außenwirkung erzielt wird (Krämer 2015, 104). Im Fokus stehen dafür oft die regionalwirtschaftlichen Partikularinteressen, welche einer Zusammenarbeit erschwerend im Weg stehen. Dadurch bleibt die langfristige Hafenplanung zumeist Sache der jeweiligen Region. Weiterlesen

Lerneinheit 10: Bremerhaven

Diese Lerneinheit war eigentlich als Exkursion zum Containerterminal und Historischen Museum in Bremerhaven geplant, um die Themen des Seminars vor Ort aufzuspüren. Wegen Corona geht das nun leider nicht. Wir widmen uns in dieser Woche daher von zuhause aus den Entwicklungen in Bremerhaven, einer ganz besonderen Stadt in der Bremischen Zweistädterepublik. Wie wirken sich die Dynamiken des Welthandels und der Schifffahrt auf die Stadtentwicklung und das Arbeiten in den Häfen Bremerhavens aus? Wie passen kontinuierliches Wachstum der Überseehäfen und sozioökonomischer Abstieg der Stadt zusammen? Welche Zukunftsperspektiven hat Bremerhaven?

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Die Bremischen Häfen im europäischen Wettbewerb

Im Jahr 2019 wurden in den Bremischen Häfen 69 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen (Hafenspiegel 2019: 9). Dies ist keine Selbstverständlichkeit. Frachtlinien und -mengen müssen im Wettbewerb mit anderen Häfen gewonnen werden. Dieser Hafenwettbewerb findet dabei auf vier unterschiedlichen Ebenen statt: (1) Zwischen unterschiedlichen Fahrtrouten und Hafengebieten (ranges), (2) zwischen Häfen einer Zielregion, (3) zwischen regional benachbarten Häfen, sowie (4) zwischen verschiedenen Hafenwirtschaftsakteuren innerhalb eines Hafens (Buss 2018: 45-46). In diesem Blogbeitrag wird auf die zweite Ebene des Wettbewerbs eingegangen. Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Position der Bremischen Häfen im Wettbewerb mit anderen Häfen der (klassischen) Nordrange durch die Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 verändert hat. Der Fokus liegt hierbei auf dem aus bremischer Sicht wichtigsten Marktsegment, dem Containerhandel (Hafenspiegel 2019). Weiterlesen

Die Ewigen Konkurrenten – Die Bremer Häfen und der Hamburg Hafen im internationalen Vergleich

Die Bremer Häfen und der Hamburger Hafen sind die beiden größten Seehäfen Deutschlands, beides Mitglieder der sogenannten Nordrange und damit Teil der vier größten Häfen Europas und unter den 27 wichtigsten Häfen der Welt im Jahre 2018 (Llyod’s List 2019), sowie Konkurrenten untereinander. Was sind ihre Gemeinsamkeiten und ihre wichtigsten Handelsregionen? Welche Probleme haben die verschiedenen Standorte? Hiermit soll ein kleiner Einblick der beiden Häfen untereinander und global stattfinden. Weiterlesen

Die Bremische „Container Story“

Über Jahrhunderte wurde in den Bremischen Häfen vorwiegend konventionelles Stückgut umgeschlagen. Waren wurden einzeln, in Säcken oder zusammengefasst auf Paletten transportiert. Dies änderte sich mit der Einführung und Verbreitung des Containers ab den 1960er Jahren. Heute dominiert der Container. Jährlich werden insgesamt rund 5 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit; Zwanzig-Fuß-Standardcontainer) in Bremen und Bremerhaven umgeschlagen (Hafenspiegel 2019: 20). Die Bremischen Häfen bilden damit den viertgrößten Containerhafen in Europa und liegen auf Platz 27 weltweit (Lloyd’s List 2019). Die rasante Ausbreitung des Containers revolutionierte den Warenverkehr und brachte diverse strukturelle Veränderungen mit sich. Ziel dieses Blogbeitrages ist es die Veränderung der Bremischen Hafenwelt durch den Container aufzuzeigen und hierbei auch negative Auswirkungen zu berücksichtigen. Weiterlesen

Die Columbuskaje – Kaje der Tränen

(Beitrag von Dorothee Herdtweck & Seher Sarigül)

Die Geschichte des Wahrzeichen Bremerhavens beginnt im Jahre 1861. Zu dieser Zeit ist die Norddeutsche Lloyd (NDL) für den Auswandererverkehr bekannt. Bereits zwischen 1861 und 1869 wurden neun eiserne Schraubendampfer vom NDL für den Transfer von Menschen nach Nordamerika bestellt. Der Lloyd ließ 1869 für die „Abfertigung“ der Passagiere eine Wartehalle mit Bahnanschluss an der Westkaje des neuen Hafens anfertigen. In den Jahren 1872 bis 1876 folgte dann der Kaiserhafen, welcher durch eine Schleuse mit dem neuen Hafen verbunden wurde. Da die neuen Lloyd Dampfer immer größer wurden und ihre Zahl weiter anstieg, wurde im Jahr 1881 die halbrunde Ostkaje des Kaiserhafens gegenüber der Schleuse zurückgenommen (Focke/Peters 2015: 7). Weiterlesen

Bürgermeister besucht Hafen

Am 7. Mai hat sich der Präsident des Bremer Senats, Andreas Bovenschulte (SPD), bei einem Besuch bei bremenports in Bremerhaven ein Bild von der aktuellen Sitution in den Häfen gemacht. Dabei hat er, laut bremenports Pressemitteilung, die Bedeutung der Häfen als “Kraftzentrum unseres Bundeslandes und unserer ganzen Region” und “wesentlicher systemrelevanter Teil der deutschen Wirtschaft” betont und angedeutet, dass er vom Bund eine Beteiligung an den hafenbezogenen Krisenmaßnahen des Landes (z.B. Stundung der Hafengebühren) erwartet. Bei dem Besuch ging es auch um die Hafeninfrastruktur und das Thema Nachhaltigkeit in der Hafenwirtschaft (green ports). In diesem Zusammenhang hat bremenports vor kurzem sowohl einen neuen Sustainability Report als auch eine Projekt-Website zur Integration erneuerbarer Energien veröffentlicht.

Geschichte des Norddeutschen Lloyd

Die Hapag-Lloyd ist bekannt als weltweit führende Linienreederei, das heißt, dass sie insbesondere für den Güterverkehr zuständig ist. Sie ist ein Unternehmen mit mittlerweile 239 modernen Containerschiffen, einem Transportvolumen von 12,0 Millionen 20 Fuß Containern (TEU, Standardcontainer) im Jahr, rund 13.000 MitarbeiterInnen in 392 Büros in 129 Ländern (Hapag-Lloyd 2019). Doch Hapag-Lloyd war nicht immer ein weltweit führender Anbieter. Bis zur Fusion der Reedereien Norddeutscher Lloyd und der Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) im Jahr 1970 war es ein langer Weg – ebenso wie die Gründung des Norddeutschen Lloyd selbst. Weiterlesen

Lerneinheit 2: Hafengeschichte(n)

Zum inhaltlichen Auftakt des Seminars beschäftigen wir uns in dieser Woche mit der Geschichte der Bremischen Häfen. Dazu geben dieser Beitrag und der Lernvideo 2a einen ersten Input, der durch die Lektüre von Heidbrink (2005) und einem digitalen Besuch im Hafenmuseum (Lernvideo 2b) vertieft wird. Fragen zu dieser Lerneinheit können als Kommentar zu diesem Blogbeitrag gestellt und diskutiert werden. Bremer Stadtgeschichte ist zu einem großen Teil Hafengeschichte, schließlich „hat sich Bremen immer als Ort des Handels und der Schifffahrt verstanden“ (Elmshäuser 2007: 8). Schon die frühe Siedlungsgeschichte kann als Hafengeschichte verstanden werden (Heidbrink 2005: 129).

Stadtansicht von Hans Weigel (1564)

In der über 1200jährigen Geschichte Bremens bestimmten immer wieder Handelskonjunkturen die Entwicklung der Stadt und ihr inneres Machtgefüge. Sie beförderten auch eine gewisse Liberalität und Weltoffenheit in der Stadt. Das durch Handel angesammelte Kaufmannskapital wurde zu einer zentralen Triebkraft für die kontinuierliche Transformation von Stadt und Region und zu einer wichtigen Quelle ihres Selbstbewusstseins. Die Häfen haben sich als ein zentrales Element in öffentliche Diskurse und kollektive Identitäten eingeschrieben, sind also nicht nur materiell, sondern auch ideell und kulturell von großer Bedeutung für Bremen und Bremerhaven. Weiterlesen