Details zum Post-Brexit Zollsystem

Nach dem beschlossenen Brexit war die Frage nach der Grenzsituation mit Nord-Irland und Irland/Großbritannien lange ungewiss. Nun gibt es laut dem Guardian, dem ein Bericht der britischen Zollbehörde (HM Revenue and Customs) vorliegt, erste Details des neuen Zollsystems. Beginnend im Januar 2021 müssen britische Firmen drei Runden von Zoll-, Sicherheits- und Transitformularen für alle Waren, die nach Nord-Irland transportiert werden durchlaufen. Die elektronischen Dokumente müssen unabhängig davon, ob es ein Brexit-Deal gibt oder nicht, ausgefüllt werden und gelten ebenso für alle Lieferanten. Die Verfahren gelten jedoch nicht für Waren, die von Nordirland nach Großbritannien gehen.

 

Beabsichtigtes Zollverfahren der HMRC (Quelle Guardian)

Der erste schriftliche Vorgang, der für Lieferanten gilt, ist ein Einfuhranmeldeformular, auf dem der Zollcode oder die Zollcodes für alle Waren, die nach Nordirland transportiert werden, angegeben sind. Als zweiter Schritt muss der Lieferant eine Sicherheitserklärung ausfüllen, ein Verfahren, auf das derzeit für alle Waren, die innerhalb des EU-Binnenmarktes verkauft werden, verzichtet wird. Die Lieferanten müssen dann ihren Lkw-Fahrern ein Transitbegleitdokument (TAD) aushändigen, das jederzeit beim Fahrzeug verbleiben muss, damit die EU sicher sein kann, dass die Ladung, die Großbritannien verlässt, die gleiche ist wie die, die ankommt.

Die HMRC plant, das System so zu rationalisieren, dass die drei Elemente zusammengeführt und bei den Behörden vorab angemeldet werden können, die dann eine “Goods Movement Reference”-Nummer oder GMR-Nummer generieren, die der Spediteur dem Fährbetreiber vorlegen kann. Dies wird zeigen, dass die Ladung vom Zoll bearbeitet wird, und den Hafenbehörden Informationen darüber geben, wie sie Ankünfte behandeln sollen. Einige Lastwagen werden grünes Licht für ihren Bestimmungsort erhalten, andere müssen möglicherweise für die Zollabfertigung bearbeitet werden, wenn sie eine Weiterreise in die Republik Irland antreten, und diejenigen, die Lebensmittel, Getränke und Tierprodukte transportieren, werden Gesundheits- und Krankheitskontrollen unterzogen.

Diese ersten Details stoßen auf Kritik in Nord-Irland und bei vielen Unternehmen, da der Premierminister Boris Johnson monatelang darauf bestand, dass es keine Kontrollen des Handels über die Irische See geben würde, was im Januar zu einem Streit mit dem EU-Unterhändler vom Brexit-Deal, Michel Barnier, führte.

Wisst Ihr mehr zum aktuellen Stand bezüglich der EU-Grenze zwischen Irland und Nord-Irland und den damit verbundenen Regularien?

Quelle: https://www.theguardian.com/uk-news/2020/jul/02/first-details-emerge-of-system-for-checks-on-goods-crossing-irish-sea

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